
Yerebatan Sanici

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Grand Basar

Erholung

Haarschnitt

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Messerschleifer
Buchlis Blog: Das definitive Ende meiner Reise
Jürg Buchli am 04.08.2008 - 11:58 Uhr
Am Ziel in Istanbul waren alle Teilnehmer glücklich und zufrieden. Die Reise hat sich für alle gelohnt.
Nächste Reise alleine?
Gelegentlich kam mir die Frage hoch, ob ich nicht besser alleine gereist wäre. Da es dafür zu spät war, habe ich diesen Gedanken sofort zu verdrängen versucht. Doch ehrlich gesagt ist dies durchaus eine Option, bedingt dann aber etwas Vorbereitung.
Sensationelle Eindrücke
Seit einem Vierteljahrhundert bin ich nicht mehr 50 Tage am Stück unterwegs gewesen. Es war wiederum ein einmaliges Erlebnis. Allerdings nicht in dem Sinn einmalig, dass sich dies nicht wiederholen könnte. Der Hunger kommt eben mit dem Essen. So gesehen gibt es auch kein "größtes" Highlight. Die Reise als solches war ein einmaliges Erlebnis.
Wasser vom Himmel in Frankreich
Im ersten Abschnitt (Frankreich) überwog das schlechte Wetter (Regen). Dies hat etwas gestresst, vor allem die Ankunft in Xertigny im strömenden Regen auf einem frisch gemähten Feld. Alle unsere Taschen lagen in der Mitte, mit Blachen zugedeckt. Schön war hingegen die selbständige Routenfindung (bessere Alternativen) mit der Fahrt durch die Champagne und die Einladung zur Degustierung und Besichtigung im privaten Weingut Champagne Moutaux in Bligny.
Wasser neben uns an der Donau
Der mittlere Abschnitt (von Freiburg i.B. an der Donau entlang bis Budapest) war für mich eine schöne Wiederholung von Bisherigem. Dabei haben wir zwei Mal die Donau verlassen (Altmühltal) und damit neue Gegenden kennen gelernt. Schön waren auch die reisetypischen Zufälligkeiten, wie das 1100 Jahr Fest in Eichstätt, das Auffinden des Weingutes mit Restaurant (hilltop.hu) kurz vor Budapest, die vielen Störche auf den Kirchtürmen, die saisonbedingten Maibäume und viele weitere Einzelheiten. Große Enttäuschungen gab es keine auf diesem Teil. Nur in Budapest haben wir uns die ersten Stunden nicht gut zurecht gefunden.
Wasser vor uns am schwarzen Meer
Ab Rumänien begann für mich Neuland. Wir haben dabei in Rumänien sehr schöne Nebenstraßen entdeckt, aber auch in Bulgarien und in der Türkei. Sehr unangenehm, und auch entsprechend gefährlich, war der streckenweise intensive Güterverkehr auf der Strasse, der volle Konzentration erforderte und keine Fehler zuließ. Ein weiteres Highlight war das Erreichen des schwarzen Meeres, vor allem deshalb, weil dies für mich in der Vorbereitung gar keine Bedeutung hatte gegenüber dem Endziel. Als ich dann plötzlich in Varna über dem Meer stand war schon ein emotionaler Moment. Der Rest bis Istanbul war nur noch Zugabe.
Tour gut verkraftet
Während der ganzen Tour war ich nie überfordert, weder physisch noch psychisch. Für jene die nun von Istanbul Richtung Beijing unterwegs sind, mag dies nicht mehr vollständig zutreffen.
Eine Nachlese zu Istanbul
Positiv überrascht haben mich der Bosporus und Istanbul. Ich habe einige Jahrzehnte zu lange gewartet mit einem Besuch. Gefreut habe ich mich unter anderem auf den Besuch im 500 Jahre alten türkischen Bad (Hamam) von Cemberlitas. Im architektonisch eindrücklichen Gebäudekomplex aus der osmanischen Zeit liegt man zuerst auf einer warmen, runden Marmorplatte "zum Aufwärmen". Dann wird man geschrubbt bis die alte Haut wegkommt. Anschließend haben wir natürlich noch die klassische Massage genossen. Offenbar haben sich trotz täglicher Stretchingübungen diverse Verspannungen eingeschlichen, sodass der geübte Masseur einige Stellen an den Beinen und am Rücken ausmachte, bei denen er versuchte in 30 Minuten wegzumassieren, was sich in 50 Tagen angesammelt hatte. Dies ging kurzfristig an die Schmerzgrenze, war aber mittelfristig sinnvoll.
Falsche Vorstellungen vom Grand Basar
Den Besuch im Grand Basar habe ich ohne finanziellen Schaden überstanden, ebenso die Besichtigung des Teppichhändlers. Der Grand Basar ist nicht wie von mir erwartet in engen, schmutzigen Gassen mit offenen Ständen, sondern gedeckt und überrascht mit modernen Geschäften mit Schaufenstern voll mit Juwelen und Textilmode.
Versunkener Palast von Justitian
Eine der Überraschungen war auch der Besuch der 1500 Jahre alten Basilikazisternen, Yerebatan Sarnici, des byzantinischen Kaisers Justitian. Das mit Säulen und Bögen konstruierte Wasserreservoir wird auch "versunkener Palast" genannt.
Frischer Haarschnitt mit neuen Methoden
Nach Paris und Timisoara war auch in Istanbul wieder ein Besuch beim Kuaför fällig. Für mich Neuland war das Abbrennen von Haaren an den Ohren mittels einem mit Sprit getünchten Wattenbausch, der entzündet wird. Die Gesamtkosten für die drei Haarschnitte blieben unter der Fr. 30 Marke.
Bierkonsum in Maßen
Zu guter letzt gilt es noch ein Missverständnis zu klären. Mehrere Leser hatten den Eindruck wir hätten "viel" Bier getrunken. Dem ist natürlich überhaupt nicht so. Wenn ich beispielsweise mit einem Wert von fünf Maß an einem Oktoberfestabend vergleiche, so haben wir dieses Kontingent von zehn großen Bier gar nie erreicht, niemand. An heißen Tagen habe ich bis zwölf Uhr bis zu fünf Liter Wasser getrunken. Wasser hat aber bekanntlich nicht viel Energie. Zudem ist Wasser trinken ziemlich langweilig. Ehrlich gesagt hatte ich schon etwa Mitleid mit jenen, die keinen Alkohol trinken. Ich glaube so muss eine Reise schon ziemlich hart sein. Die genauen Promillevorschriften in den acht Ländern sind mir nicht bekannt, doch glaube ich nicht, dass jemand von uns damit ein Problem gehabt hätte, am nächsten Morgen.
Rocky Mountains Tour als Fortsetzung
Nun sind all meine neuen Freunde wieder zu Hause, das heißt der Alltag hat uns alle wieder eingeholt. Kaum jemand hat Zeit, die Vorsätze betreffend Mails und Fotos zu senden, einzuhalten. An die meisten Teilnehmer wird man sich ein Leben lang erinnern, mit diversen in Kontakt bleiben und einige auch bei Gelegenheit besuchen. (Eine dreiwöchige Tour in den Rocky Mountains in 2009 steht schon in der Luft.)
Mit diesen Zeilen verabschiede ich mich definitiv von allen blog-Lesern und wünsche allen alles Gute, vielleicht auch einmal eine längere Reise. Falls mit bike: keep the rubber side down!
Jürg Buchli
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