
Stefan Danowski

Stefan Danowski
Das Ende der südländischen Gelassenheit
Stefan Danowski am 10.03.2008 - 09:25 Uhr
Hi Leute,
muss Euch diesmal über leichte Umwege nerven, aber es wird wohl nicht stören. Der Bericht erfolgt aus dem Urlaub beziehungsweise Trainingslager, denn wir sind ja bekanntlicher Weise dem etwas ungemütlichen Wetter entwischt. Zwar hatten wir nicht so einen spektakulären Start, wie die Kollegin der Lufthansa, trotzdem erlebt man in Spananien (Insider-Deutsch) auch heikle Situation.
Der erste Trainingsblock
Die Veranstalter des Open Marathon Gran Canaria hatten viel angestellt, um die Fahrer angenehm unterzubringen. Schon der Transfer vom Flughafen verlief glatt, obwohl unser Gepäck in Hamburg geflutet wurde und wir hier die Sachen trocknen mussten. Das Hotel hatte die Ausmaße von einem Problemstadtteil, wobei die Zimmer schön und sauber waren. Das Büfett wurde den vier Sternen gerecht, sodass wir voller Freude auf die Räder sprangen. Schnell stellte sich heraus, dass sich das längste Stück Ebene vor besagten Büfett befand, denn sonst ist die Insel echt wellig. Wir rollten also mit den Stollenreifen und dem MTB locker um ein paar Ecken und wunderten uns, warum wir so schnell waren. Lag an dem Rückensturm, der uns dann auch nicht zurücklassen wollte. Wir brachten den Dreierblock aber gut über die Runden mit etlichen Geländekilometern.
Kriterium des Open MTB Marathons
Am Samstag fand dann zum Auftakt der Veranstaltung eine Kriterium statt. Mit meiner südländischen Gelassenheit, welche ich immer bekomme, wenn ich in kurzer Hose und Trikot radeln kann, sahen wir über Verspätungen hinweg. In zwei Vorausscheidungen und dem Finale wurde um den Sieg gefahren. Da es ein Ausscheidungsfahren sein sollte, wo immer einer pro Runde das Feld verlassen musste, versuchte ich alles auf einmal. Kurzer Antritt und danach das Feld von vorne kontrolliert... schwupps war ich im Finale der letzten Acht. Nun ging es um die Wurst und ein gutes Preisgeld. Mit im Finale war Matze Mende auf einem Tandem. Wir konnten uns zu viert absetzen und peilten nun das Podium an, was wir beide auch schafften. Nun fuhr jeder auf eigene Rechnung, wobei ein Spanier etwas früh in die Führung ging und zu lange führte. Ich wartete bis zur letzten Kurve und übersprintete den Spanier. Erster Sprintsieg meiner Karriere und erster Sieg der Saison... so kann es weitergehen.
Open MTB Marathon
Nachden wir die Siegesfeier in der Hessenschenke ausfallen ließen, um ausgeruht ins Rennen zu gehen, wurde es ein ereignisreicher Tag. 300 Leute wollten bei sommerlichen Temperaturen auf die 38-km- oder 90-km-Schleifen gehen. Nach einem geruhsamen Start nutzte ich den Anstieg zur Staumauer, um mal zu sehen, wer heute Rennen fahren möchte. Kurz danach waren wir zu viert dem Feld enteilt und hechelten den ersten Anstieg hoch. Irgendwie verlor ich aber den Anschluss zu zwei Leuten, sodass wir in der Abfahrt zu zweit versuchten, die Lücke zu schließen. An einem Wegteiler wiesen uns die Streckenposten allerdings den falschen Weg. Dieses wiederholten sie auch noch mit diversen weiteren Fahrern, sodass nach circa einer Stunde das Rennen für mich beendet war, da ich 20 Minuten brauchte um den Scheiss-Berg wieder hochzufahren.
Da war es vorbei mit meiner südländischen Gelassenheit
Mit enormer Wut im Bauch fuhr ich den Marathon dann noch zu Ende und wurde irgendetwas unter Platz 20. Die Strecke war echt brutal, da die Ausschilderung eine Katastrophe war und man sich in jeder Ortschaft verfuhr. Gerne hätte ich Euch gesagt, wer gewonnen hat, aber Ergebnislisten hat man mir nicht gegeben. An solchen Tagen ist es dann mit meiner südländischen Gelassenheit vorbei, denn wenn man es nicht schafft, bei einem internationalen Marathon die Streckenteilung kenntlich zu machen oder den Streckenposten zu erklären, was sie machen sollen, dann sollte man weiter nur gutes Wetter anbieten.
Trainieren und Wetter genießen
Jetzt wird weiter trainiert und das gute Wetter genossen. Jeden Tag braucht man nur die kurze Hose und ein T-Shirt, was die Tage echt angenehm macht.
Grüße von der Insel
Dano
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