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Rene Tann

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Durststrecke überwunden? - Tann siegt beim MDC in Bischofswerda

Armin M. Küstenbrück am 02.09.2008 - 14:13 Uhr

Erfolgsmeldungen über den Mountainbiker René Tann vom Team Fuji-Bikes Europe waren Seltenheit in dieser Mountainbike- Saison, die sich langsam schon wieder dem Ende zuneigt. Und sicher wäre es auch falsch, in allzu großen Jubel über die erreichten Top-Platzierungen im August auszubrechen: Waren es doch vor allem regionale Rennen in Bayern, Thüringen und Sachsen, in denen der 23-jährige Suhler seine verlorene Form wiederfinden wollte. Noch ist es auch zu früh, Bilanz zu ziehen, denn die wichtigsten Rennen der zweiten Saisonhälfte stehen erst im September an. Doch der Sportsoldat fühlt sich fit für diese Aufgaben und will beweisen, dass seine Fans und Sponsoren ihr Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit zurecht nicht verloren haben.

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Weinold und Tann sorgen mit Tempo für Rennverlängerung
Vorläufiger Höhepunkt der Vorbereitung war der vierte Lauf zum Mitteldeutschlandcup in Bischofswerda, 50 Kilometer östlich von Dresden. Bei sommerlichen Temperaturen und bestem Bike-Wetter setzte sich René Tann zunächst gemeinsam mit Andi Weinhold (Hilmersdorf) vom Rest des Feldes ab. Weinhold konnte aber dem hohen Anfangstempo des Suhlers nicht folgen und musste diesen in der dritten von insgesamt zwölf Runden auf dem vier Kilometer langen und mit rund 100 Höhenmetern eher flachen Kurs ziehen lassen. "Bis dahin haben wir gut zusammen gearbeitet und uns in der Führung abgewechselt", lobte Tann nach dem Rennen seinen Konkurrenten. Dankbar dürften die restlichen Kontrahenten diesem Treiben aber nicht sein: Aufgrund der schnellen Zeit für die ersten Runden legte das Kampfgericht eine hohe Anzahl der zu fahrenden Runden fest, sodass viele Fahrer statt der anvisierten neunzig Minuten beinahe zwei Stunden unterwegs waren.

Orientierung an der Pulsuhr bei einsamem Ritt
Tann selbst war über diese unfreiwillige Verlängerung des Gesamtfahrzeit - er beendete das Rennen nach knapp 107 Minuten - gar nicht so unglücklich. "Internationale Rennen dauern oft zwei Stunden und länger", weiß er aus eigener Erfahrung. "Da war es für mich gut, über eine lange Zeit an meine Belastungsgrenze gehen zu können." Nachdem Tann Weinhold hinter sich gelassen hatte, orientierte er sich vor allem an seiner Pulsuhr. "Ich habe immer darauf geachtet, den Puls hoch zu halten, immer so auf 180 Schläge pro Minute - und das über die gesamte Renndistanz", berichtete der Südthüringer vom 1. MTB-Club Suhl. Im Frühjahr hatte Tann immer wieder erleben müssen, dass der Puls im letzten Renndrittel auf 160 fiel - "das wirkt dann wie eine Bremse", sagt der Sportsoldat, der selbst einen Trainerschein hat.

Training der letzten Wochen schlägt an
So war Tann in Bischofswerda sich selbst sein größter Konkurrent. "Obwohl ich bereits einen sicheren Vorsprung hatte, habe ich aus Kurven heraus immer wieder voll beschleunigt - und das hat bis zum Ziel funktioniert", freute sich Tann nach dem Rennen. "Das zeigt, dass mein kontinuierliches Training der vergangenen Wochen wie gewünscht anschlägt." Am Ende siegte er mit einem Vorsprung von 3:08 Minuten souverän vor Werner Markus (Venusberg) und Florian Schön (Bautzen, + 4:09 min).

Härtetest beim Swisspower Cup
Ursprünglich wollte René Tann nach einer kurzen Regenerationsphase erst am kommenden Wochenende beim NRW-Cup in Wickede wieder ins Renngeschehen eingreifen. Doch als Einstieg bot sich der Mitteldeutschlandcup in Bischofswerda besser an. Denn damit hat der ehemalige Deutsche U23-Meister die Chance, sich in einer Woche mit starker internationaler Konkurrenz beim Swisspower Cup in der schweizerischen Bundeshauptstadt Bern zu messen - eine ideale Vorbereitung auf das Weltcup-Finale in Schladming (Österreich) eine Woche später. "Ich brauche Gegner, die auf gleichem oder höheren Niveau stehen, um zu wissen, wie ich meine Leistung einschätzen muss", sagt Tann. Bern ist eine gute Basis dafür, denn es zählt in der Hors Categorie (HC) zu höchstdotierten Rennen unterhalb des Weltcups. Deswegen werden am Sonntag viele internationale Spitzenfahrer dort um Weltranglistenpunkte kämpfen. "Ich hoffe, dass der Aufwärtstrend weitergeht", blickt der Thüringer wieder optimistisch in die Zukunft.


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