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Stefan Danowski

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Mein Podiumsplatz bei der Salzkammergut Trophy

Stefan Danowski am 23.07.2008 - 11:28 Uhr

In der Woche vor der Trophy wollte ich eigentlich entspannt meine Sachen packen, ein paar lockere Einheiten mit dem frisch überholten MTB drehen und mich auf meinen Urlaub in Österreich freuen. Kam natürlich anders, denn beruflich ging es hoch her und der Feierabend fiel täglich mit der norddeutschen Regenzeit zusammen.

Start nach Österreich
Am Donnerstag hatte ich bereits Urlaub und wir reisten mit dem Teambus an. Vollbeladen war der T5 zwar nicht, aber für zwei Personen hatten wir relativ viel Krims und Krams an Bord. Wir wollten diesmal für alle Fälle gerüstet sein, und außerdem geht es von Österreich direkt weiter nach St. Märgen zur MTB-DM. Nach lockeren 10.5 Stunden bei schlappen 1000 km bogen wir relativ entspannt in die Gasse zum Grillenförsterhaus ein, wo ich schon die vergangen drei Jahre genächtigt hatte und wusste, wo der Haustürschlüssel so versteckt wird.

Der Tag vor dem Tag
Der Freitag zeigte sich von seiner besten Seite. Herrliches Wetter, toller Blick auf die Berge und eine trockene Strecke, zumindest der Teil, welchen ich mir schon mal anschaute. Wollte einen kleinen Teil der Runde abfahren, was ich mir aber nach der Hälfte des Berges anders überlegte, da es mir einfach zu steil und zu warm war. Es lief aber alles rund und so war ich gut gerüstet für den kommenden Tag. Abends wurde noch die Nummer abgeholt und ein kurzes Interview auf der Bühne gegeben, bevor man sich um 21.00 Uhr ins Bett legte.

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Trophy 2008
Gegen 4.00 Uhr begann der Tag mit etwas Müsli und einem Blick zum Himmel. Hatte der abendliche Schauer und die angesagten Gewitter das Wetter umschlagen lassen? Es sah recht gut aus und die Temperaturen waren angenehm. Kein Wunder, denn es war eigentlich noch nachts. In der Startbox herrschte aber schon reger Betrieb, denn der Veranstalter hatte einen Rekord von über 400 Leuten über die 208,7 Kilometer Runde zu vermelden. Genau um 5.00 Uhr ging es los. Schon am ersten Berg merkte man, wer hier was erreichen will und wie es einem selber geht.

Personenzerteilungsanlage
... werden im Amtsdeutsch Drehkreuze bezeichnet, hier waren es die Berge. Mit ungefähr 10 Leuten ging es in den ersten Berg, die lokalen österreichischen Größen bestimmten das Tempo, Thomas Dietsch (FRA), der Marathonspezialist der sich kurzfristig für die lange Schleife entschieden hatte, kurbelte locker mit und ich musste abreißen lassen. Allerdings zogen die Jungs auf der Ebene nicht durch und ich schaffte den Sprung in die Führungsgruppe. Danach ging es zügig weiter bis zur nächsten Abfahrt nach der ewigen Wand. Hier verabschiedeten sich einige Fahrer. Einige konnten das Tempo nicht halten, andere hatten Defekte.

Vier gewinnt
Zu viert ging es dann durch Goisern und erneut in einen langen Anstieg. Als Thomas hier das Tempo konstant hochhielt, anscheinend ohne zu atmen, wusste ich, dass der heute nicht zu schlagen sein wird. Danach kamen dann nochmals Fahrer dazu, die auch genauso schnell wieder weg waren. Der Anschluss zu Thomas gelang noch, bevor der Regen einsetzte und die Gruppe komplett zerlegte. Hatte eine Regenweste dabei, so dass ich auf den Abfahrten nicht fror und somit relativ gut die plötzliche Kälte wegstecken konnte. Ich lag nun auf Platz zwei und fühlte mich gut. Ich wurde von meiner Betreuerin sehr gut versorgt, so dass ich keine offiziellen Punkte ansteuern musste.

Es ist ein langer, harter Weg
Ich erspare Euch jetzt weitere Details über die Strecke und die unzähligen Anstiege. Ich hatte mein Tempo gefunden und fuhr ein gleichmäßiges Rennen. Teilweise behinderten nun die Fahrer der 100 Kilometer-Runde etwas meinen Vorwärtsdrang, aber es gab auch aufmunternde Worte. Nach 160 Kilometern kam dann der Anstieg zur Roßalm mit 1000 Höhenmetern am Stück. Das ist die Hölle. Der erste Teil ging noch, dann allerdings war auch ich etwas schlapp. Den Rückstand auf Thomas hatte ich am Fuße des Berges auf 2.5 Minuten verkürzt, oben waren es zehn Minuten. Ich glaube das sagt alles.

Zum Finale kam es nicht
Am letzten Anstieg, der lächerliche 400 Höhenmeter hatte, wurde ich von Ondrej Fojtik (CZE) eingeholt, überholt und in die Ecke gestellt. Er schoß vorbei und ich blieb einfach ohne Gegenwehr sitzen. Man weiß halt, wann nichts mehr geht. Ich kurbelte weiter, überholte weitere Fahrer der 100 Kilometer-Runde und gelangte schließlich zum Teamkollegen Moritz Woitschke, der wegen eines Trainingssturzes auch nicht voll durchziehen konnte. Er leistete mir etwas Gesellschaft und schob nochmals einen Riegel (war es der 6 oder der 10?) 'rüber und folgte mir nach Bad Goisern.

Voller Freude aufs Stockl
Nach 10.22 Std. erreichte ich freudig das Ziel, wo man von hunderten Leuten begeistert empfangen wurde. Die 13 Minuten Rückstand auf Thomas Dietsch gehen voll in Ordnung, die sechs Minuten auf Ondrej hätten nicht sein müssen, ließen sich aber in der Rennsituation nicht vermeiden. Abends stand ich dann vor dem vollgestopften Festzelt bei der Siegerehrung und freute mich dann doch über dieses gute Rennen, was am Anfang gar nicht so gut begonnen hatte.

Ein Lob geht wie immer an die Veranstalter, die hier Jahr für Jahr Rekorde brechen, ohne dass irgendetwas darunter leidet. Strecke und Beschilderung sind top, Verpflegung gut und das ganze Drumherum setzt die Maßstäbe für andere Veranstalter.

Mache jetzt eine Woche Urlaub in Bad Goisern um dann zum kurzen MTB-DM-Rennen in St.-Märgen wieder fit zu sein.

Dano


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