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Sabine Spitz

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Mein Weltcup Sieg in Vancouver

Sabine Spitz am 10.07.2002 - 14:24 Uhr

"It's amazing, like a dream", waren glaube ich meine ersten Worte als ich nach der Zieleinfahrt von Reportern nach meinen Gefühlen befragt wurde. Und eigentlich beschreibt es meinen Seelenzustand zu diesem Zeitpunkt sehr gut. Als ich auf dem letzten Anstieg zum Ziel ( das Ziel lag ja auf dem höchsten Punkt) war und gewusst habe, dass mich nun kein Defekt oder eine Konkurrentin mehr an meinem ersten Weltcup Sieg hindern konnte, bekam ich Gänshaut und konnte mein Glück kaum fassen.

Bike hoch - spontane Reaktion
Es lief mir kalt über den Rücken und die verbliebenen Metern genoss ich einfach. Dass ich mein Bike ins Ziel getragen habe, war eine spontane Reaktion, weil mein Rad eben auch ein Teil des Erfolges ist. Denn ohne das richtige Material hat man keine Chance. Für mich war es sicher ein Vorteil erstmals (in Mt. St. Anne bin ich noch mit dem Magnesium Hardtail gefahren) mit dem MERIDA LRS Fullsuspension Bike gestartet zu sein . Auf einem so ruppigen und technisch anspruchvollen Kurs wie in Vancouver fährt man einfach relaxter, sicher und schneller. Auch die Gefahr von Defekten ist wohl kleiner.

Vorahnung am Tag zuvor?
Einen Weltcup zu gewinnen, ein tolles Gefühl. Aber es war wohl einfach mein Tag. Es passte einfach alles: Tolles Wetter, gute Beine, ein funktionierendes Bike und ich bin gut mit der Strecke zurecht gekommen. Nur wenn alles stimmt kann man ganz vorne sein. Natürlich braucht es auch das notwendige Glück ohne das bekanntlich gar nichts geht. Noch einen Tag zuvor fragte man mich in einem Interview, wann ich den ersten großen internationalen Erfolg hole. Ich habe gesagt, keine Ahnung, aber dass ich mir es grundsätzlich zutraue.

'Hey, Du bist in Führung':
Das Rennen ist von Anfang an sehr gut gelaufen für mich. An der Spitze setzte sich Anabella Stropparo mit ca. 30 Sek. Vorsprung nach einer Runde leicht ab, vor Alison Sydor und mir. Ich fühlte mich aber gut und war zuversichtlich. In der zweiten Runde überholte ich Alison und merkte, dass ich wieder näher an die Führende herankam. Bei der zweiten Zieldurchfahrt hatte Stropparo nur noch 15 Sek. Vorsprung. Vor allem in den Abfahrten machte ich stets Boden gut ohne in den Anstiegen Zeit zu verlieren. Fast schon an ihrem Hinterrad hatte Anabella in der dritten Runde leider Pech und musste mit einem Plattfuß das Rennen erst einmal unterbrechen. Nun war es an mir die Spitze zu übernehmen. Ich sagte zu mir: Hey Du bist in Führung bei einem Weltcup (ist schon etwas anderes als beim Suisse Cup z.B.), jetzt musst Du die Chance nutzen und einfach ruhig weiterfahren.

Noch Chancen auf den Gesamt-Weltcup:
Ein wenig nervös wurde ich dann trotzdem. Man ist plötzlich selbst die Gejagte und prompt machte ich einige Fahrfehler, die aber zum Glück ohne Folgen blieben. Letztlich puschte mich das Bewusstsein heute einen großen Sieg erreichen zu können auch nach vorne und ließ die schmerzenden Beine vergessen. Zuerst konnte ich den Erfolg irgendwie noch gar nicht fassen. Erst jetzt wird mir das Ganze so langsam bewusst. Jetzt habe ich sogar noch Chancen den Gesamt-Weltcup zu gewinnen.

Bis bald,
Eure Bine


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