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Till Gottbrath

Mudy Legs

Claudia und Kerstin

Zielkuchenbuffet

Schlammschlacht zwischen Odenwald und Spessart

Till Gottbrath am 11.06.2007 - 20:08 Uhr

Bevor ich hier irgendwas von "unserem" Tag erzähle, etwas Wichtiges vorweg: Heute macht es Sinn, mal auf die offizielle Website zu schauen, denn dort gibt es bestimmt tolle Fotos, die ich nicht bieten kann. Denn es war mir VIIIEEEEEELLLL zu nass und zu schlammig, um meine Kamera mitzunehmen.

Schwüle Hitze weggespült
Gestern Abend gab es ein Riesengewitter, es hat sogar gehagelt. Das fand ich zunächst noch super, weil es diese schwüle Hitze weggeduscht hat. Was dann aber nicht hätte sein müssen, war, dass es bis zum Start weitergeregnet hat. Zum Glück hörte es praktisch mit dem Startschuss auf. Aber der Boden war noch immer nass – und wie! Ich denke, auf den Bildern bekommt man eine gute Idee davon.

Gute Beine und mentale Stärke
Heute hatte Holger einen schlechten Tag. Schon nach 20 km meinte er, dass er, wenn wir so weiterführen, am Ende einbrechen würde. Ich solle langsamer machen. Habe ich dann auch. Ist ja schon seltsam: Die letzten beiden Tage war er bärenstark. In der Ebene ging er immer in den Wind und hat das Tempo gemacht. Und bergauf war ich oft am Anschlag. Nur bergab fuhr ich voraus, weil ich im wahrsten Sinne des Wortes mehr Schwungmasse habe. Heute erging es mir besser. Ich hatte super Beine! Zum Glück ist Holger vom Kopf her stark genug, so langsam zu fahren, dass er eben nicht "overpaced". Aber was wirklich großartig ist: Wir liegen leistungsmäßig nah beieinander und wir sind ein richtig gutes Team. Es gibt keinerlei Spannungen, jeder kann mit den Macken des Anderen gut leben und wir lachen richtig viel. Manchmal sogar unterwegs.

Neue Pneus für Holger
Heute Morgen hat sich Holger eine Stunde vor dem Start noch neue Pneus gekauft. Eine sehr weise Entscheidung. Bislang war es mir aus Sicherheitsgründen lieber, bergab vorneweg zu fahren, weil Holger ebenso alte, wie abgefahrene und schmale Reifen fuhr. Er faselte was von wegen "weniger Rollwiderstand". De facto ist er bergab immer vor mir rumgeiert, dass ich mir bald in Hose gemacht hätte. Heute war sein Ritt längst nicht mehr so Hasardeur-mäßig. Dennoch hatte ich heute mit meinem Scott Genius gegenüber Holgers Giant-Hardtail einen echten Materialvorteil.

Das Gefühl eines kleinen Jungens
Denn die Strecke führte rund 40 km über den Eselsweg, einen mittelalterlichen Handelsweg der tatsächlich von Eselskarawanen begangen wurde. Der Weg ist teils ganz schön technisch, steil, einspurig, wurzelig, geröllig und natürlich war er heute nass! Riesige Schlammlöcher, die man nicht umfahren konnte, boten den Fotografen reichlich Motive für "Action-Bilder". Und wir sauten uns ein wie die Wildschweine. Auf längeren Abfahrten flog soviel Dreck auf die Brille, dass man irgendwann im Blindflug abwärts rauschte. Aber man braucht ja die Hände zum lenken und kann die Brille nicht saubermachen... Aber irgendwie war es absolut super. Ich hatte dieses Gefühl wie als kleiner Junge, wenn man mit beiden Füßen extra in die Pfütze reinspringt.

600 Biker über den Weg eines Wandervereins
Eigentlich "gehört" der Eselsweg einem Wanderverein, und Wandervereine sind oftmals keine großen Biker-Freunde. Aber in diesem Fall lief es anders: Der Chef des Vereins meinte nur, dass der Eselsweg wenig begangen würde, weil er auf eben diesen 40 km an keinem Gasthaus vorbeiführe. Da wäre das nicht so schlimm, wenn da 600 Biker drüberfahren. Wie freundlich. Ganz und gar nicht super fuhr sich der folgende Abschnitt: Er war frisch geschottert und saugte uns die Kraft aus den Beinen!

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Frammersbach ein echtes Highlight
Ein echtes Highlight ist jetzt Frammersbach. Ich weiß zwar absolut nicht, wo das liegt (außer im Spessart), aber es ist ein ganz feiner Ort. Das ganze Dorf ist im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Häuschen und feiert. Ein riesiges Kuchen- und Essbuffet wartet auf alle Finisher, und die Leute sind einfach saugut drauf. Ich sitze gerade im Pressezentrum. Die Fenster sind auf. Draußen spielt eine Band "Black Magic Woman" von Santana – und die Sonne ist auch wieder da. Ich werde jetzt da raus gehen und mir den Wanst mit Nudeln vollhauen.


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