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Rene Tann

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Mannschaft

Wichtige Punkte für Olympiaqualifiaktion

Armin M. Küstenbrück am 17.08.2007 - 10:52 Uhr

Bei den ersten Etappen der L'Hexagonal, einem Mountainbike-Etappenrennen durch Frankreich, konnte der Suhler Sportsoldat sich optimal auf die Weltmeisterschaft in Fort William vorbereiten.

Punkte für Olympia
Gleichzeitig konnte René Tann sich in den Dienst der deutschen Nationalmannschaft und deren Olympiaqualifikation stellen: Denn in der Bretagne ging es um die höchst begehrten Weltranglisten-Punkte des Weltradsportverbandes UCI, auf deren Basis am Jahresende die Anzahl der Startplätze der Mountainbike-Nationalmannschaften für die Olympischen Spiele 2008 in Peking festgelegt wird. Und Deutschland fehlen hier noch einige Punkte, um den ersehnten dritten Startplatz zu erobern. Deswegen reiste Bundestrainer Frank Brückner mit einer vierköpfigen Delegation in die Bretagne, um dort an drei Tagen das deutsche Punktekonto aufzubessern.

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Bei der "L'Hexagonal" Schnelligkeit gewinnen
Neben den Brüdern Lado und Manuel Fumic, seit Jahren mit die besten deutschen Mountainbiker (beide Kirchheim/Teck), und Jochen Käß (Weil im Schönbuch) war auch der René Tann gemeinsam mit der deutschen Mannschaft an die französische Atlantikküste gereist. Eine Woche vor dem Bundesliga-Finale in Bad Salzdetfurth bei Hildesheim bot sich für den Deutschen U23-Meister bei der "L'Hexagonal" die Gelegenheit, seine Trainingsvorbereitung im Hinblick auf die Weltmeisterschaft zu überprüfen und nach den langen Trainingseinheiten, die vor allem dem Aufbau der Ausdauerleistung dienten, wieder Schnelligkeit zu gewinnen. "Das ist mir auch gelungen", freute sich Tann, der vor wenigen Tagen seinen 22. Geburtstag feiern konnte. Obwohl seine Aufgabe vor allem in der Unterstützung der älteren Sportler bestand, konnte Tann auch selbst bei dem international besetzten Rennen Punkte für sein eigenes Konto sammeln. "Ich hätte mir auch vorstellen können, die Tour, die noch bis zum kommenden Wochenende geht, zu Ende zu fahren. Aber ich wollte mich nicht überfordern und mich vor dem wichtigen Bundesliga-Finale in Bad Salzdetfurth am Sonntag ordentlich regenerieren."

Quad versperrt den Weg
Dabei waren die drei Etappen durchaus durchwachsen. Auf dem ersten Abschnitt, einem Einzelzeitfahren über vier Kilometer in Auray, war es ein vorausfahrendes Quad des Veranstalters, das dem als Schnellstarter bekannten Nachwuchsfahrer mehrmals erheblich behinderte. 500 Meter vor dem Ziel versperrte es dann Tann an einer Engstelle den Weg. Tann konnte nur knapp einen Sturz vermeiden, musste aber trotzdem mit den Füßen aus den Pedalen, und bei dem Versuch, zwischen einem Busch und dem Quad vorbeizukommen, blieb auch noch ein Ast im Hinterrad hängen, der Schaltung und Scheibenbremse behinderte: "Statt zu sprinten, bin ich nur noch ins Ziel gerollt." Am Ende trennten Tann 43 Sekunden vom Olympiasieger 2000 Miguel Martinez (Frankreich), der nach seinem jahrelangen Ausflug auf die Straße wieder zum Mountainbike-Sport zurückkehrte. Platz 16 hieß das für den derzeit besten deutschen Nachwuchsfahrer nach dem Auftaktrennen. Die Teamwertung am ersten Tag konnte die deutsche Nationalmannschaft dennoch gewinnen.

Auftrag gut erledigt
Während Tann seinen Teamkollegen naturgemäß beim Einzelzeitfahren nicht helfen konnte, stellte er sich am Sonntag bei der zweiten Etappe ganz in den Dienst der Mannschaft. Bereits am Start setzte er sich an die Spitze des Feldes: "Ich wusste, dass es nach 200 Meter schmal werden würde. Danach kamen lange Singletrails, auf denen es schwer werden würde, zu überholen." Tann setzte sich an die zweite Stelle. "Auf den verwinkelten Trails durch die Wälder konnte ich mein eigenes Tempo und meinen eigenen Stil fahren, sauber und schnell." Hinten hingegen fächerte sich das Feld in eine lange Kette auf, die sich an Engstellen und scharfen Kurven wie eine Harmonika auseinander zog. "Das kostet viel Kraft, diese Lücken wieder zu schließen", weiß Tann, der sich aber dennoch vorne zurückhielt, um seinen Mannschaftskollegen eine gute Ausgangsposition zu erarbeiten. "In der Spitzengruppe waren alle Deutschen mit dabei", zog er Bilanz seiner Führungsarbeit. Deswegen konnten sie in der zweiten Rennhälfte den "deutschen Express" eröffnen. "Wir haben zusammen die Geschwindigkeit hoch gehalten und viel Tempoarbeit gemacht", berichtete Tann nach dem Rennen. Der Suhler versuchte sogar einmal, alleine wegzukommen. "Aber ich habe mich dann wieder einholen lassen, um den Teamerfolg nicht zu gefährden." Drei Kilometer vor dem Ziel musste aber Tann für seine Attacke büßen: "Ich war schon ein bisschen angeschlagen, auch noch von der Anreise und vom Rennen am Vortag." Als dann ein anderer Fahrer in einer Technikpassage vor ihm strauchelte, konnte der Sportsoldat das Loch zur Spitzengruppe nicht mehr schließen und musste sich schließlich nach 57 Kilometern mit dem achten Platz zufrieden geben: "Wenn vorne um den Sieg gesprintet wird, hast du natürlich keine Chance mehr, da ranzufahren. Aber ich bin zufrieden, weil ich meinen Auftrag, das Tempo für die anderen hoch zu halten, gut umgesetzt habe." Dass Lado Fumic im Ziel dennoch knapp dem Dänen Peter Riis Andersen unterlag, hatte er nicht zu verantworten.

Alles auf eine Karte
Lado Fumic war es auch, der am nächsten Tag nach einem Reifendefekt das Rennen vorzeitig beendete. Dabei war das Rennen St. Pere en Retz deutlich weniger holprig als am Vortag. "Ich habe zu spät gemerkt, dass Lado zurück fiel – sonst hätte ich auf ihn gewartet", sagte Tann nach dem Rennen. Stattdessen kämpfte der Suhler Mountainbiker darum, auf dem schnellen Rundkurs Ausreißversuche der Franzosen zu unterbinden und immer wieder Löcher zuzufahren, sodass Jochen Käß und Manuel Fumic in der letzten Runde selbst attackieren konnten. Wieder war es ein Konkurrent, der Tann ausbremste: "Der Franzose hat in einer technischen Passage binnen eines halben Kilometers hundert Meter auf die Spitzengruppe verloren, gerade, als vorne attackiert wurde." Dennoch setzte Tann bei seiner letzten Etappe alles auf eine Karte und kämpfte sich bis auf 15 Sekunden wieder an die Führenden heran. Doch eine Handvoll Dornen bremste seinen Vorwärtsdrang. "Vorne war die Luft schnell draußen, hinten hatte ich einen Schleicher, den sich erst gar nicht bemerkt hatte", erzählte Tann im Ziel. Im nächsten Materialdepot wechselte er dann auch schnell das Vorderrad, ohne auf das schon schlappe Hinterrad zu achten. Am Ende blieb Rang elf – zwar nicht zufriedenstellend, aber doch noch ausreichend für eine Handvoll Weltranglistenpunkte, ehe die Deutschen wie geplant vorab nach Deutschland zurück kehrten.

Aufs Podium der Gesamtsiegerehrung fahren
"Ich will mich vor dem Bundesliga-Finale in Bad Salzdetfurth noch einmal richtig erholen", sagte Tann, nachdem er wieder aus der Bretagne zurückgekommen war. Zwar hat Tann, der dort wieder für das niederländische Team DeBrink-TenTusscher starten wird, die U23-Wertung bereits in St. Märgen vorzeitig gewonnen, dennoch möchte er zwei Wochen vor der Weltmeisterschaft ein anderes Ziel verfolgen. Derzeit teilt er sich mit dem Deutschen Vize-Meister Manuel Fumic den fünften Platz. "Ich würde schon gern aufs Podium bei der Gesamtsiegerehrung fahren", gibt Tann unumwunden zu. "Aber das wird sehr schwer werden."


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