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Fabian Brzezinski

Fabian Brzezinski

Interview mit Fabian Brzezinski

bike2b-Redaktion am 08.03.2007 - 15:31 Uhr

Fabian Brzezinski ist neu im Team Fuji-Bikes. Der 25-Jährige kehrt nach zwei Jahren auf die Mountainbike-Strecken zurück und erklärt, welche Ziele er verfolgt und was er aus der Dopingaffäre um das Stevens-Racing-Team gelernt hat.


bike2b.de: Du fährst nun für das Team Fuji-Bikes. Du hattest ja bereits früh Kontakt mit Bernhard Mollnhauer. Warum hast du dich für sein Team entschieden?
Fabian Brzezinski: Mir war es wichtig, mit Menschen zusammen zu arbeiten, die den Sportler nicht nur als funktionierende Leistungsmaschine sehen. Bernhard Mollnhauer sieht den Sportler ganzheitlich, probiert viel Neues aus und macht mich mental stark. Außerdem ist die Stimmung im Team sehr kameradschaftlich, das Material ist top und Bernhard ist immer für mich da.

bike2b: Bernhard hat dir ja bereits im Winter bei der Trainingssteuerung und beim Mentaltraining geholfen. Wie kann man sich diese Zusammenarbeit vorstellen?
Fabian: Zunächst einmal stand das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. Dazu gehörte tägliches telefonieren, wobei Bernhard mich sehr schnell "durchschaut" hat. Er hat erkannt, was mich weiterbringt und vor allem auch, wo meine Schwächen sind und wie man sie in den Griff bekommt. Über sein Leistungsinstitut Pro-Formance hat er mir einen Trainingsplan erstellt.

bike2b: Was erhoffst Du Dir bei Fuji-Bikes?
Fabian: Bisher wusste ich immer, dass ich mehr Potenzial habe, als ich zeigen konnte. Bei Fuji-Bikes will ich dieses Potenzial abrufen. Außerdem erhoffe ich mir, auch mehr mediale Präsenz und eine Weiterentwicklung außerhalb des sportlichen Bereiches.

bike2b: Auf welche Disziplin legst du dieses Jahr am meisten wert? Eher Marathon oder doch Cross Country?
Fabian: Ganz klar die Disziplin Cross Country: Für mich ist das die Königsdisziplin im MTB-Sport und ich habe im Marathonbereich auch wenig Erfahrung.

bike2b: Welche Ziele willst du in dieser Saison erreichen?
Fabian: Ich möchte mit meinen Ergebnissen zufrieden sein, das steht im Vordergrund. Ich bin nun zwei Jahre fast kein MTB gefahren, kann also schlecht einschätzen, wie ich mich in den Rennen zu recht finde. Aber ich kann in die Top 15 bei Bundesligarennen und in die Top Ten bei der DM fahren.

bike2b: Dein Name fiel im Zusammenhang mit der Dopingaffäre des Teams Stevens. Befürchtest du, dass sich dies nachhaltig auf deinen Werdegang auswirkt?
Fabian: Es hat sich bereits ausgewirkt: Damalige Verhandlungen mit Sponsoren wurden abgebrochen beziehungsweise ausgesetzt und man war von Flensburg bis München in negativen Schlagzeilen. Mir persönlich hat diese Sache, so seltsam es klingen mag, viel gebracht: Ich weiß nun, wie schnell man in so etwas hineingeraten kann und welche Macht die Medien haben. Mit keinem sportlichen Erfolg hätte ich so eine mediale Präsenz, wenn auch negative, gehabt. Außerdem weiß ich nun, was wirkliche Freunde wert sind, wer zu mir steht und wie wichtig die Familie ist. Viele andere Radsportler haben mir Mut gemacht und meine Trainingskollegen aus Herford waren immer für mich da.

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bike2b: Wie siehst du persönlich die Dopingproblematik im Radsport? Das vergangene Jahr hat doch einiges durcheinander gewirbelt?
Fabian: Im Hochleistungsradsport wird nicht mehr und nicht weniger gedopt als in anderen Sportarten. Aber der Radsport ist zum Sündenbock ernannt worden. Was der Radsport braucht, ist ein weltweit geltendes Anti-Doping-Gesetz mit dem entsprechenden Sanktionen. Was hilft es, wenn wir in Deutschland viele Trainingskontrollen haben, man dieses Wort zum Beispiel in anderen Nationen aber nicht kennt?

bike2b: Du bezeichnest dich als "Studierender Semiprofi". Wie sehen deine langfristigen Planungen bezüglich Studium/Beruf und Sport aus?
Fabian: Ich liebe den Radsport. Ich wollte schon immer Profi werden. In der zehnten Klasse sollten wir mal einen Aufsatz über einen Klassenkameraden schreiben, was dieser in 15 Jahren macht und da schrieb eine Mitschülerin über mich, das ich Profi sein würde. Mein Wunsch ist es also, dass es mir zukünftige Ergebnisse ermöglichen, Vollprofi zu sein. Allerdings denke ich auch bereits jetzt an die Zeit nach dem Radsport und ich möchte mich nicht umsonst durchs Abitur gequält haben. Ein Fernstudium kann ich mir gut vorstellen.


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