
Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing
Interview mit Katrin Schwing
bike2b-Redaktion am 10.05.2007 - 14:07 Uhr
Katrin Schwing musste mit "Beinen wie Pudding" in Heubach das Rennen bereits früh beenden. Im bike2b-Interview spricht die Trek-Athletin, wie es ihr im Rennen ergangen ist. Außerdem äußert sich die 35-Jährige zu den Themen Olympia und Doping.
bike2b.com: Am vergangenen Wochenende stand Heubach in deinem Rennkalender. Wie ist das Rennen für dich gelaufen?
Katrin Schwing: Also ich kann da nur eines sagen: beschissen! Sorry, für diesen Ausdruck, aber so habe ich mich eben gefühlt. Anfangs in der ersten Runde ging es noch gut. Ich lag auf Rang sieben beziehungsweise neun, aber in der zweiten Runde ging Null. Mich haben total viele überholt, ich glaube ich war dann auf Platz 20 und mir haben meine Beine nur weh getan. Sie waren wie Pudding, ohne Kraft eben. Ich wusste gar nicht, wie ich dass fünf Runden überleben soll. Da habe ich mich dann entschieden, nach der zweiten Runde 'raus zu gehen, bevor ich mich bei diesem Rennen total in den Keller fahre. Ich denke, der lange Marathon in Italien und der ganze Reisestress war doch ganz schön viel für mich und das merkt man eben bei einem so harten Rennen wie in Heubach. Da muss man schon topfit sein, um richtig mitfahren zu können. Dann noch diese Besetzung wie im World Cup!
bike2b: Wie wichtig sind dir Cross-Country-Rennen zum Beispiel die der Bundesliga in dieser Saison?
Katrin: Schon sehr wichtig, da hier mittlerweile die besten Frauen der Mountenbike-Szene am Start sind. Außerdem kann man sich sehr gut messen und es ist fast wie in einem World Cup. Die Strecken werden auch immer anspruchsvoller und sind technisch und leistungsmäßig sehr schwer. Das war vor zwei oder drei Jahren noch nicht so. Wenn man jetzt in einem Bundesliga-Rennen unter die Top Ten fährt ist das ein sehr gutes Ergebnis. Früher war mir ein Treppchenplatz oder Top Five immer sicher. Das hat sich wie gesagt geändert, da die Bundesliga-Rennen international sehr gut besetzt sind und wie ein kleiner World Cup sind.
bike2b: Welchen Stellenwert hat in deinen Augen die Bundesliga-Serie? Gerade im vorolympischen Jahr tummeln sich dort die Besten der Besten.
Katrin: Wie schon gesagt, da sie so gut besetz sind einen sehr hohen. Hier wird geschaut, wie jeder so drauf ist und hier kann man sich die Rennhärte für den World Cup holen. Auch das mentale Training für den World Cup wie man mit Stress umgeht, kann man in der Bundesliga gut trainieren. Es ist also sehr wichtig hier mitzufahren.
bike2b: Träumst du auch von den Olympischen Spielen in Peking 2008? Dort ist ja nur Cross Country als Disziplin vertreten und die Konkurrenz im deutschen Lager ist groß.
Katrin: Klar, wer tut das nicht. Ich denke, dass ist das Ziel aller Sportler überhaupt - Olympia! Oder? Sicher weiß ich, dass es verdammt schwer wird, aber man darf niemals nie sagen, so ist mein Motto. Die Konkurrenz ist immer groß und wie man weiß, belebt die Konkurrenz das Geschäft und alles wird dadurch viel interessanter. Wäre ja schlimm, wenn alles schon klar wäre, oder? Die Konkurrenz ist ein Hindernis, aber kein Grund, es nicht zu versuchen, nach Peking zu kommen.
bike2b: Wie beurteilst du die Leistungen der Chinesinnen? Gerade ihre Ergebnisse werden ja gerne kritisch gesehen, um nicht gleich das Wort Doping in den Mund zu nehmen.
Katrin: Ja, das ist schon alles etwas seltsam. Das muss ich ganz klar sagen. Ich frage mich wirklich, wie man es innerhalb von zwei Jahren schafft, mit drei Sportlerinnen gleichzeitig an die Weltspitze zu kommen. So konstant und schnell. Egal wie hart und viel man trainiert, dass ist schon sehr schnell gegangen. Ich hoffe für die drei Mädels aus China, dass es alles aus ihrer eigener Kraft passiert, was sie da so leisten.
bike2b: Allerdings bleibt das Thema Doping im Radsport allgegenwärtig. Zwar vor allem im Straßenradsport, aber es wirft ja auch immer einen Schatten auf die anderen Disziplinen. Wie schätzt du die Situation ein? Wo siehst du dort den Mountainbike-Sport?
Katrin: Na ja, wenn man so die Presse derzeit beobachtet, ist das ja alles ziemlich seltsam. Eigentlich ein totales Chaos. Ich habe gerade im letzen Spiegel mit dem Titel "Dickes Blut" so einiges gelesen, was ich alles sehr schlimm finde. Am liebsten hätte ich das nicht gelesen, eigentlich will ich so etwas gar nicht wissen. Also ich will niemanden verurteilen, jeder soll mit seinem Leben machen, was er will, aber ich habe für mich leider gelernt, dass ich niemandem mehr glauben kann. Leider ist es so im Leben mit den Menschen geworden, egal in welcher Beziehung. Oft wird, egal wo, einfach nur das Leben an sich vergessen, anders kann ich mir Doping nicht erklären. Wer dopt belügt nicht nur die anderen, sondern das aller schlimmste, sich selbst und sein eigenes Leben. Das finde ich persönlich am Schlimmsten daran. Man ist sozusagen ein "abhängiger Sklave" von Erfolgen und Leistung, sonst nichts. Sport soll doch Spaß machen, Spaß an der Bewegung und Lebensfreude. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sportler, die dopen, so etwas überhaut noch kennen und fühlen. Ja und wo der MTB-Sport da steht - keine Ahnung. Ich hoffe nur, dass hier alle noch sauber sind.
bike2b: Noch einmal zurück zu Olympia: Würde es dich als Langstreckenspezialistin freuen, wenn auch der Marathon einmal olympische Ehren erhält?
Katrin: Ja, ich fände das schon wichtig, wenn das so wäre, dann könnte der Sport noch besser in die Öffentlichkeit transportiert werden. Wir hätten mehr Disziplinen, wie im Skisport auch. Mehr deutsche Sportler bei Olympia und so vielleicht auch mehr Sponsoren, die uns im MTB-Sport ja ohnehin fehlen. Allerdings müsste man den MTB-Sport einfach dann auch besser vermarkten. Es wissen viele überhaupt nicht was Cross Country ist, und dass es schon seit 1996 olympisch ist. Das ist schon sehr traurig, dass es im Mountainbike-Bereich noch nicht geschafft wurde, die Medien (TV) von diesem Sport zu überzeugen. Ich denke, bevor der Marathon olympisch wird, sollte man erst einmal den MTB-Cross-Country-Sport richtig gut vermarkten und pushen.
bike2b: Am Gardasee hast du bei einem der traditionsreichsten MTB-Veranstaltungen überhaupt gewonnen. Was bedeutet dir dieser Sieg?
Katrin: Siege sind immer großartig und klasse. Da ist im Moment erst einmal egal, wo, wie, wann und welcher. Hinterher wird mir das dann immer erst so richtig bewusst, was ich da gewonnen habe. Also in Riva am Gardasee zu gewinnen, ist schon klasse gewesen und für mich auch sehr wichtig. Hier wollte ich schon immer einmal gewinnen, auch weil die Stimmung und die italienische Atmosphäre so schön ist. Nun und dann ist es eben passiert, obwohl ich am Start noch gar nicht genau wusste, was ich für eine Runde fahren würde. Ich habe mir keinen Stress gemacht, wollte einfach nur biken. Auch für mein Team Trek war dieser Sieg am Gardasee sehr wichtig.
bike2b: Wie geht es bei dir in den nächsten Wochen weiter?
Katrin: Da ich nach Heubach sehr kaputt war, trotz Ausstieg, werde ich in der kommenden Woche nicht in Hasliberg starten und erst einmal ein paar Tage Ruhe machen. Danach werde ich erst einmal schön wieder die Grundlage aufbauen und mich dann auf Albstadt und den World Cup in Offenburg konzentriert vorbereiten.
bike2b: Welche Ziele hast du dir vor dieser Saison gesetzt? Welche Rennen sind deine Saison-Highlights?
Katrin: Also, Ziele habe ich mir so einige gesteckt!
Einmal will ich bei der DM Cross Country in die Top Drei fahren, sowie bei der DM Marathon. Dann möchte ich in der Bundesliga-Serie noch gut abschneiden, also Top Fünf oder Top Ten. Auch in der Weltrangliste will ich wieder weiter vor kommen. Dann ist ein großes Highlight der World Cup in Offenburg, klaro! Auch der World Cup in der Schweiz und Slowenien sind sehr wichtig. Aber auch beim Festival in Willingen will ich auf das Treppchen fahren. Das ist wichtig für mich und mein Team Trek.
bike2b: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in der weiteren Saison!
Zurück