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Peter Riis Andersen

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Impressionen

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Peter Riis Andersen

Peter Riis Andersen im Interview

Interview mit Peter Riis Andersen

bike2b-Redaktion am 29.07.2004 - 10:25 Uhr

bike2b: Peter, herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Sieg beim Albstadt Bike Marathon. Wie verlief das Rennen aus Deiner Sicht? Mit welchen Eindrücken bist Du aus dem Wochenende zurückgekehrt?
Peter Riis Andersen: Danke! Ich wusste schon vor dem Start in Albstadt, dass ich an diesem Tag gute Form haben würde. Immerhin hatte ich zuvor beim Training und der vorangegangenen Marathon-WM ein sehr gutes Gefühl. Deshalb waren meine Kollegen von Team Alb-Gold auch damit einverstanden, mich während des Rennens so gut es eben geht, zu unterstützen. Sie waren es dann auch, die es mit ihrer Arbeit geschafft haben, das Feld innerhalb der ersten Stunde zusammen zu halten. Als aber nach etwa einem Drittel des Rennens härtere Steigungen kamen, konnten sie die Löcher, die die Ausreißer rissen, nicht länger zufahren. So musste ich dann selbst etwas riskieren. Das hat letztlich ja auch sehr gut geklappt, obwohl es im Zielsprint gegen Manuel Fumic schon ziemlich knapp zugegangen ist. Insgesamt betrachtet war es ein sehr schönes Erlebnis, endlich mal selbst am Start in Albstadt zu stehen. Schließlich hatte ich schon sehr viel vom Albstadt Bike Marathon gehört. Und der Umstand, dass das Event direkt vor meiner Haustür - meinem 'Lokalgebiet', in dem ich wohne und trainiere - veranstaltet wird, hat meinen Sieg noch schöner gemacht.

bike2b: In wenigen Wochen wirst Du für Dänemark beim olympischen Cross Country-Rennen an den Start gehen. War der Albstadt Marathon Teil der spezifischen Vorbereitung dafür? Wie hast Du Dich in den letzten Wochen auf das Großereignis vorbereitet?
Peter Riis Andersen: Ich arbeite seit diesem Jahr mit meinem einem neuen Trainer, Christof Weiß von der 'European Bike Academy', zusammen. Er betreut auch meine restlichen Kollegen vom Team Alb-Gold. Es ist ein sehr gute Zusammenarbeit mit ihm. Ich bin sehr gespannt auf die Olympischen Spiele. Ich glaube derzeit wirklich daran, dass dort - so wie ich zur Zeit trainiere - einiges möglich sein wird.
In diesem Jahr hat der Albstadt Marathon einfach gut in meine Planungen gepasst. Nach meiner Nominierung für Olympia wollte ich mir Zeit nehmen, mich richtig auszuruhen und um damit von Anfang an eine gute Form aufzubauen. Zu diesem Zweck hat die Marathon-WM und der Marathon in Albstadt als eine Art Test-Wettkampf gedient. Durch die Teilnahme an den beiden Veranstaltungen wollte ich einen Einblick bekommen, wo genau ich stehe, wenn es wieder mit Geschwindigkeit ins Rennen gehe. Dazu kamen mir beide Rennen als Trainingseinheiten gerade recht.

bike2b: Was waren die Qualifikations-Vorgaben des dänischen Verbandes, um mit nach Athen zu fahren? Hattest Du ernsthafte Konkurrenz unter Deinen Landsleuten?
Peter Riis Andersen: Die Vorgaben, die uns vom Verband gemacht wurden, um mit zu den 'Spielen' zu fahren, lagen darin, bis zum 1. Juli unter die Top40 in der UCI-Weltrangliste zu fahren. Das klingt wesentlich leichter als zum Beispiel die Normierungskriterien in Deutschland. Aber hier in Dänaemark werden wir an der internationalen Konkurrenz gemessen. Hinzu kommt, dass wir kein
'Sicherheitsnetz' haben, wie beispielsweise die deutsche B-Norm. Außerdem erhalten wir nur wenig Unterstützung von Seiten des dänischen Verbandes. Insofern geht es für mich in Ordnung, dass es so wirkt, dass man als Däne diesmal einen Vorteil bei der Qualifikation hat.
Bei den Männern haben sich Christian Poulsen und ich qualifiziert. Da es nur zwei Fahrer gab, die die Norm erfüllt haben, wir Dänen aber zwei Startplätze haben, kann ich nicht wirklich behaupten, dass es Konkurrenz gab.

bike2b: Dem olympischen Parcours in Athen wird nachgesagt, dass er wenig technisch, dafür aber konditionell umso fordernder sei? Du bist das 'Olympic Test Event' mitgefahren. Wie kamst Du dabei mit der Strecke zurecht?
Peter Riis Andersen: Ja, es stimmt, die Strecke ist nicht besonders schwierig, aber ich denke schon, dass es trotzdem zwei sehr spandende Rennen geben wird. Die Strecke ist meiner Meinung nach keine Katastrophe, wie es von anderen behauptet wird. Trotz allem ist sie auch für meinen Geschmack nicht besonders gut konzipiert. Eigentlich sollte es in Anbetracht eines so wichtigen Rennens eine Weltklasse-Strecke geben. Andererseits kann man auch nicht alles haben. Es gibt in Athen sicherlich Athleten anderer Disziplinen, die bei den Wettkämpfen größere Kompromisse eingehen müssen als wir.
Die Strecke liegt mir ganz gut. Ich hätte zwar gern ein paar schwierigere Abfahrten gehabt, aber ich denke, dass an diesem Tag jeder das beste zeigen muss. Egal, wie gut ihm die Strecke passt.

bike2b: Welche Chancen rechnest Du Dir Ende August aus?
Peter Riis Andersen: Als eigenes Erfolgskriterium habe ich eine Platzierung unter den Top15-Fahrern anvisiert. Ich denke auch, dass dieses Ziel an diesem Tag für mich realistisch ist. Da die anderen Teilnehmer vermutlich auch super vorbereitet sein werden, möchte ich bei meiner Einschätzung lieber mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben.

bike2b: Welche Gedanken trägst Du in Deinem Kopf, wenn Du an Deine Teilnahme an den Olympischen Spielen denkst? Wie nutzt Du die verbleibende Zeit?
Peter Riis Andersen: Ich freue mich natürlich voll auf dieses Ereignis. Es ist bestimmt etwas sehr großes, an solch einem Event teilzunehmen. Hinzu kommt, dass mich auch meine Freundin und meine Eltern nach Athen begleiten werden. Dass auch sie sich die Zeit nehmen, um mit mir dieses Erlebnis zu teilen, freut mich natürlich besonders. Kurz nach der EM, Anfang August, werde ich gemeinsam mit der dänischen Nationalmannschafft ins Höhentrainingslager in die spanische Sierra Nevada fahren. Hier werden wir uns hoffentlich an die Hitze gewöhnen und eine optimale Olympia-Vorbereitung erreichen. Das werden viele Wochen 'on the road', aber ich denke, es wird sich lohnen. Im Moment bin ich sehr motiviert und kann den die Zeit bis zum 28. August kaum abwarten. Als nächster Termin steht aber erst einmal die Europameisterschaft in Polen in meinem Kalender. Ich bin mir sicher, dass ich auch dort wieder ein gutes Ergebnis erzielen kann.

bike2b Peter, wir danken Dir für das Interview und wünschen Dir für die Europameisterschaft und Olympia viel Erfolg.


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