
Pia Sundstedt

Pia Sundstedt

Sundstedt und Dietsch

Pia Sundstedt

Pia Sundstedt

Pia Sundstedt

Pia Sundstedt
Interview mit Pia Sundstedt
bike2b-Redaktion am 15.08.2007 - 13:49 Uhr
Bei der Marathon-Weltmeisterschaft in Verviers hat Pia Sundstedt die Bronzemedaille gewonnen. Die Finnin hat diese Saison bereits alle ihre Ziele erreicht, wird aber dennoch an weiteren Rennen teilnehmen. Als zweifache Marathon-Weltcup-Gesamtsiegerin spricht sie auch über Möglichkeiten, wie sich der MX-Weltcup auch für die Sportler mehr lohnen würde.
bike2b.de: Am vergangenen Wochenende hast du an der Marathon-WM teilgenommen. Am Ende sprang der Bronzerang heraus. Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis?
Pia Sundstedt: Ich bin unter den gegebenen Umständen sehr zufrieden. Es hatte in den Tagen vor dem Rennen viel geregnet und der Untergrund war schwer und tief, es rollte nie so richtig, es war viel Kraft gefragt. Das kam mir mit meinen 49 kg nicht so richtig entgegen, obwohl mir die Strecke mit ihren vielen kurzen Anstiegen eigentlich sehr gefiel.
bike2b: Mit welchen Erwartungen bist du ins Rennen gegangen? Hattest du dir Hoffnungen auf den Titel gemacht? Du bist immerhin die Marathon-Wetlcup-Siegerin von 2007 und 2006.
Pia: Ich wollte eine Medaille, egal welche, und das habe ich geschafft. Ich wusste, dass es auf der Strecke auch auf die Bedingungen ankommen würde, und da war es leider so, dass ich damit nicht so zurecht kam. Ich fahre erst seit 2005 Mountainbike und die Cross-Country-Fahrerinnen sind technisch viel besser als ich und haben bei rutschigem Untergrund natürlich Vorteile.
bike2b: Wie honoriert man deine Leistung in deiner Heimat Finnland?
Pia: Es war erst die zweite Medaille, die Finnland je bei einer Elite-Radsport-WM gewonnen hat, deshalb war das Medieninteresse sehr groß. Eine der größten finnischen Tageszeitungen hatte sogar einen eigenen Reporter nach Belgien geschickt.
bike2b: Du hast von einem krönenden Abschluss nach dem Rennen gesprochen. Willst du dieses Jahr etwa keine Rennen mehr bestreiten, immerhin steht noch die EM an?
Pia: Meine Ziele waren in diesem Jahr der Weltcup und eine WM-Medaille. Alles, was nun kommt, ist Zugabe. Zudem habe ich ja schon zwei EM-Medaillen. Ich habe in den nächsten Wochen noch viele Rennen, finnische Meisterschaften in Cross Country und Marathon, Birkebeiner in Norwegen, ich muss sehen, wie frisch ich Ende September noch bin. Die Marathonsaison ist schon sehr lang, sie hat immerhin schon im März mit dem ersten Weltcup angefangen. Aber ich denke schon, dass ich in St. Wendel starten werde. Ich mag St. Wendel, die Organisation und das Publikum sind super. Klaus Bouillon, Thomas Wüst und ihr Team stellen immer ganz besondere Events auf die Beine.
bike2b: Wenn du dort teilnimmst, was möchtest du dort erreichen?
Pia: Wenn ich am Start stehe, möchte ich auch so gut wie möglich fahren. Vor zwei Jahren beim Weltcup war ich auch vorne dabei, hatte dann aber Defekt und musste das Rennen aufgeben. Deshalb habe ich noch eine Rechnung offen.
bike2b: Noch einmal zurück zum Anfang der Saison: Wie siehst du die Entwicklung im Marathon-Weltcup?
Pia: Ich bin sehr skeptisch, was die Politik der UCI im Hinblick auf den Marathon angeht. Die als World Cup titulierten Events verdienen mitunter diese Bezeichnung leider nicht, wohingegen es andere Events gibt, die viel besser sind und seit Jahren mit Erfolg durchgeführt werden (z.B. Roc d'Azur, Dolomiti Superbike, Birkebeiner, Ultra Bike Kirchzarten...). Aber: Diese brauchen die UCI nicht unbedingt, sondern existieren auch ohne Weltcup. Zudem glaube ich, dass es eine Integration von Cross Country und Marathon geben sollte, vielleicht mit Disziplinen- und einem Gesamtweltcup. Gibt es ja im Skilanglauf auch und dies würde vielen Fahrern mehr Möglichkeiten geben, sich zu zeigen.
bike2b: Die anderen drei Disziplinen werden auch als Triple-Event veranstaltet. Wird man da als Marathon-Bikerin nicht ein wenig neidisch?
Pia: Ich bin noch nicht so lange im MTB dabei, aber was ich so sehe ist, dass Cross Country und Downhill/4 Cross eigentlich nicht mehr viel miteinander zu tun haben. Unseren finnischen Downhiller Matti Lehikonen sehe ich eigentlich nie und wir haben auch eigentlich keine Gemeinsamkeiten in Sachen Sport. Downhill ist eine andere Welt. Die "Zusammenführung" dieser Disziplinen ist also eher eine historische Sache, es gibt ja auch fast keine Teams, die Downhill- und Cross-Country-Fahrer gleichzeitig haben. Ich denke, es wäre besser, Cross Country und Marathon an einem Termin zusammen zu machen, so hat jeder Fahrer zwei Chancen, gut zu fahren. Wenn man zu einem Weltcup nach Kanada fliegt, viel Geld ausgibt und dann in der ersten Runde des Cross-Country-Rennens einen Platten hat, ist das sehr ärgerlich. Wenn man dann noch die Möglichkeit hätte, danach in einem anderen Rennen eine gute Platzierung zu holen, wäre das für viele Sportler sicherer. Und viele andere Sportdisziplinen machen es uns ja vor, Skilanglauf, Biathlon etc.
Zurück