Specials Eventspecials 2005

Karibik- oder Hochsauerland-Trail?

Auf der Brücke eingeparkt

Biken unter Palmen

Karl im costa-ricanischen Hochland

Ende der Qualen

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen ...

Karl Platt (Rocky Mountain)

Platt + Bresser

Salscheider + Platt

Platt + Bresser

Karl Platt

Platt und Listmann

Platt + Becker

Karl Platt

Karl Platt

Interview mit Karl Platt

bike2b-Redaktion am 24.11.2003 - 09:41 Uhr

Das Team um den findigen Renn-Veranstalter Roman Urbina veranstaltete in dem mittelamerikanischen Staat Costa Rica in diesem Jahr bereits zum elften Mal das drei-tägige Etappen-Rennen 'La Ruta de los Conquistadores'. Das Adventure-Race führt die Teilnehmer durch neun verschiedene Mikroklima-Zonen mit unterschiedlichsten Temperaturen sowie durch Dschungel und Regenwald entlang aktiver Vulkane. In anspruchsvollstem Gelände stellt diese Rennen den ultimativen Test für Mensch und Material dar.

Karl Platt - Jahrgang 1978 - vom Team 'Rocky Mountain', der nach einem durchwachsenen Saisonstart mit seinem sechsten Platz bei der EM 2003 in Kaprun zu alter Leistungsstärke zurückgefunden haben scheint, nahm – durch seine mehrfache Teilnahme an der 'TransAlp Challenge' an solche Strapazen gewöhnt - an der Herausforderung teil und sprach im Anschluss mit bike2b.

bike2b: Hallo Karl, willkommen zurück in Deutschland. Du bist Mitte letzter Woche aus Costa Rica zurückgekehrt. Wie lange hast Du Dich insgesamt in der Karibik aufgehalten?
Karl Platt: Nach einem knapp 24-stündigen Rückflug über Miami – Amsterdam – München bin ich Mittwoch Nacht von meinem Karibik-Trip zurückgekehrt. Insgesamt war ich eine Woche in Costa Rica.

bike2b: Wie kam es dazu, dass Du Dich auf das Adventure-Race eingelassen hast und was verbirgt sich dahinter?
Karl Platt: Ich habe den Veranstalter von 'La Ruta de los Conquistadores', Roman Urbina bei der diesjährigen TransAlp Challenge kennengelernt. Der wollte das Rennen in Europa promoten und so kam es, dass er mich zu der Teilnahme daran eingeladen hat. Der Name des Rennens bedeutet im Deutschen übrigens 'Der Weg der Eroberer'. Wir sind bei dem Rennen praktisch die Route abgefahren, die die spanischen Besatzer vor mehr als zwei hundert Jahren benutzten, um das Land zu kolonialisieren. Die Eroberer benötigten damals knapp 20 Jahre, um den gut 450 Kilometer langen Weg zwischen Pazifik und Karibischer See zurückzulegen. Wir mussten das in drei Tagen schaffen.

bike2b: Hat Dich die Härte des Rennens nicht abgeschreckt?
Karl Platt: Da ich direkt vor dem Rennen drei Wochen Urlaub in Australien gemacht hatte, habe ich mir schon kurzzeitig überlegt, ob ich mir das wirklich geben soll. Mit der Aussicht täglich zwischen 120 und 160 Kilometer im untrainierten Zustand biken zu müssen, wollte ich zunächst eigentlich gar nicht mehr teilnehmen. Aber ich hatte ja auch schon zugesagt und letztlich konnte ich die Sache ja auch ohne Leistungsdruck angehen.

bike2b: Aus welchen Ländern kamen die anderen Biker? Wie steht es mit dem Mountain Bike-Sport in Costa Rica?
Karl Platt: Insgesamt waren rund 350 Teilnehmer am Start. 100-150 von ihnen kamen aus den Usa und Kanada, auch einige wenige Europäer. Der Rest der Starter kamen aus Costa Rica und den benachbarten Ländern. Der MTB Sport in Costa Rica ist voll am boomen. Die Leute dort genießen diesen Sport.

bike2b: Welche Eindrücke hast Du von den Etappen mitgenommen?
Karl Platt: Das Race war so angelegt, dass man Costa Rica von West nach Ost durchqueren musste, vom Pazifik bis zur Karibischen See. Die härteste Prüfung haben wir gleich auf der ersten Etappe erlebt. Sie war mit 130 Kilometer gar nicht mal so lang, aber die Siegerzeit von 06.17 Stunden zeigt eigentlich schon wie anspruchsvoll Strecke und Profil war. Und tropische Lufttemperaturen zwischen 30 und 35 Grad Celsius haben die Sache auch nicht gerade leichter gemacht. Die letzten ein bis eineinhalb Stunden der Etappe musste ich da echt schon knabbern. Sie endete in der Hauptstadt San José. Am zweiten Tag ging es dann durchs costa-ricanische Hinterland und wir fuhren an teils noch aktiven Vulkanen vorbei. Die dritte und letzte Etappe war mit 160 Kilometern die längste. Insgesamt habe ich sehr viel positive Eindrücke gesammelt. Ich habe so viel verschiedene Landschaften und unberührte Natur gesehen, das hat mich schon beeindruckt.

bike2b: Also insgesamt eine empfehlenswerte Erfahrung?
Kar Platt: Unbedingt. Neben dem einmaligen Naturerlebnis, das man einfach nur auf dem Bike erleben kann - kein Auto bringt dich dahin, wo wir vorbeigekommen sind - war die Veranstaltung auch einfach schön organisiert. Entlang der Strecke gab es im Abstand von 20 Kilometern Verpflegungsposten und sogar Stationen, an denen das Bike mit Hochdruckreinigern gereinigt oder die Kette geölt wurde. Abends waren wir in Hotels untergebracht und für An-und Abreise dorthin wurde natürlich auch immer gesorgt. Trotz der Anstrengungen finde ich, ist das auch ein Rennen für Hobbyfahrer, nicht nur für Profis.

bike2b: Wie ging das Rennen aus? Betrachtest Du die Teilnahme am Rennen jetzt eigentlich als Saisonabschluss oder schon als Vorbereitung auf das anstehende olympische Jahr?
Karl Platt: In der Gesamtwertung bin ich auf Platz vier gefahren. Auf der ersten Etappe kam ich auf Rang vier, auf der zweiten und dritten auf Platz acht bzw. drei. Ohne wirkliche Vorbereitung stimmt mich das eigentlich positiv im Hinblick auf die anstehende Saison. Zwar mache ich jetzt auch erst nochmal eine Woche Pause, doch durch den vorangegengenen Australien-Urlaub betrachte ich das schon eher als langsamen Einstieg in die Saison 2004..

bike2b: Hast Du Dir schon Gedanken gemacht, welche Rennen Du in der nächsten Saison fahren wirst? Worauf wirst Du die Schwerpunkte legen – Cross Country oder Marathon?
Karl Platt: Neben dem demnächst anstehenden Grundlagentraining werde ich mir im Februar beim ‘Cape Epic‘ in Südafrika die nächste Rennpraxis holen. Dieses TransAlp-ähliche Rennen werde ich zusammen mit Mannie Heymans bestreiten. Meine Teilnahme an europäischen Rennen werde ich voll auf die Olympischen Spiele ausrichten. Deshalb werde ich 2004 bis Athen mehr Cross Country und weniger Marathons fahren. Ich werde versuchen, die gesamte Bundesliga-Serie mitzufahren. Sollte es mit der Olympia-Qualifikation wider erwartend nicht klappen, werde ich mich wieder auf den Marathon und die WM-Teilnahme in dieser Disziplin konzentrieren.

bike2b: Karl, danke für das Gespräch. Wir wünschen Dir noch ein paar erholsame Tage daheim und viel Erfolg für das nächste Jahr.
Karl Platt: Vielen Dank.


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