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Gunn Rita Dahle-Flesja

Gunn-Rita Dahle-Flesja

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Gunn-Rita Dahle

Gunn Rita Dahle

Gunn-Rita Dahle

EM-Sieger 2004: Näf, Dahle, Hermida

Gunn-Rita Dahle

Gunn-Rita Dahle

Siegerehrung Marathon EM 2003

Gunn Rita Dahle

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Gunn Rita Dahle

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Gunn-Rita Dahle-Flesja

bike2b-Redaktion am 30.08.2006 - 15:36 Uhr

Die Norwegerin Gunn-Rita Dahle ist wohl die bis dato beste weibliche Cross-Country-Mountainbikerin, die die Welt je gesehen hat. In ihrer etwa zehnjährigen Karriere hat die heute 33-Jährige schon alles erreicht, und auch in der kommenden Saison mag sich die ehrgeizige Gunn-Rita wohl nicht gern mit zweiten Plätzen begnügen. Neben Weltmeistertiteln 2002 und 2004 holte sie 2004 in Athen olympisches Gold und ist seit 2003 im Weltcup ungeschlagen - und das, obwohl die am 10. Februar 1973 geborene Norwegerin erst im Alter von 22 den Mountainbike-Sport für sich entdeckte.

Fußball und Langstreckenlauf in der Jugendzeit
Im Westen Norwegens in der Stadt Stavanger aufgewachsen, war Gunn-Rita schon als Kind ein wahres Energiebündel. Seit jungem Alter fuhr sie, wie die meisten norwegischen Kinder von klein auf, im Winter Schlittschuh und Ski. Mit zwölf Jahren begann sie, Fußball zu spielen und Laufsport zu betreiben. Das Langstreckenlaufen wurde immer mehr zu ihrer Vorliebe, auch wenn Gunn-Rita nicht auf höherem nationalen Level antrat. Im Alter von 17 Jahren ging sie als Austauchschülerin nach Australien und hatte eine tolle Zeit auf dem College in Sydney. Anschließend absolvierte sie eine Art dreijährige Ausbildung an einer Schule für Journalimus in Stavanger, ehe sie für 15 Monate bei der lokalen Zeitung in Stavanger arbeitete und schließlich noch ein zweijähriges Degree für Journalimus in Stavanger durchlief.

Besuch eines MTB-Rennens 1995 - Der Weg nach oben beginnt
Nach einer Einladung zu einem Bike-Rennen im Jahre 1995 wuchs plötzlich Gunn-Ritas Interesse an dieser Sportart, der sie zuvor kaum weitere Beachtung geschenkt hatte. Nachdem sie sich eine Knieverletzung beim Laufen zugezogen hatte, musste sie eine Weile pausieren und schaute sich ein Mountainbike-Rennen eines in Stavanger beheimateten Bike Klubs an. Ihre eigene Entwicklung überschlug sich in der Folgezeit beinahe, denn Gunn-Rita war sofort gefesselt von dieser Sportart. Nur zwei Monate später gewann sie bereits den norwegischen Meistertitel; einen Monat darauf war sie nordische Meisterin. Im August des selben Jahres nahm sie an ihrem ersten UCI-Rennen in Plymoth teil und unterschrieb schließlich am Ende des Jahres ihren ersten Profivertrag bei einem holländischen Team.

Steile Karriere - Teilnahme bei Olympia in Atlanta 1996
1996 zeigte Gunn-Ritas Weg weiter steil nach oben. Sie wurde norwegische Meisterin, nordische Meisterin, Siegerin der Weltcup-Rennen in Kristiansand (NOR) sowie auf Hawaii (USA) und insgesamt Vierte im Gesamtweltcup. Bei den Weltmeisterschaften erreichte sie den zehnten Platz, den Gesamtnorwegencup beendete sie als Siegerin und auch bei der Tour de France im Mountainbiking fuhr sie den Gesamtsieg ein. In ihrer ersten Saison als Profi-Bikerin hielt das Jahr 1996 aber noch einen weiteren Höhepunkt für Gunn-Rita bereit: Die Newcomerin durfte bei den Olympischen Spielen in Atlanta teilnehmen und zeigte mit ihrem vierten Platz in beeindruckender Art und Weise, dass mit ihr in Zukunft zu rechnen sein würde. "Gunny", wie die Norwegerin mit Spitznamen gerufen wird, war in nur einem Jahr und vor allem in ihrer noch so jungen Karriere so erfolgreich, wie kaum eine andere ihres gleichen.

Die 24-Stunden-Athletin
Auch 1997 wurde Gunn-Rita wieder sowohl norwegische, als auch nordische Meisterin. Darüber hinaus konnte sie ihren Titel bei der Tour de France verteidigen, gewann das Marathon-Rennen Rock d'Asur und erreichte den siebten Platz bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz. Die Norwegerin, deren Lieblingsessen mexikanisch, italienisch und vegetarisch ist, verbringt mittlerweile die meiste Zeit auf ihrem Bike und reist damit um die Welt. Bei etwa 280 Tagen, die Gunny unterwegs ist, vermisst sie insbesondere ihre zwei Katzen und die Familie und Freunde. Dennoch ist die Norwegerin, die sich selbst als '24-Stunden-Athletin' beschreibt, zu diesem Aufwand bereit und fährt in den folgenden zwei Jahren Erfolg um Erfolg ein.

1999 auf der UCI-Rankingliste ganz oben
1998 errang Gunn-Rita wiederholt den norwegischen und den nordischen Meistertitel. Bei den Cross-Country-Welt- und Europmeisterschaften kam sie jeweils auf den zweiten Platz. Des Weiteren ging die Norwegerin bei sieben Weltup-Rennen an den Start, kam dabei immer in die Top Ten und belegte zwei erste Plätze. Auf der UCI MTB Rankingliste stand sie am Ende der Saison mit 1.023 Punkten schon an dritter Stelle, was auch noch drei ersten Plätzen in kleineren Rennen zu verdanken war. 1999 gelang es Gunny, in der UCI MTB Rankingliste ganz oben zu stehen. Nach neun Weltcup-Rennen, die sie immer mit Plätzen in den Top fünf beendete, konnte sie auch wieder in anderen Rennen auf dem ersten Platz triumphieren und wurde abermals norwegische Meisterin.

Kenneth Flesja - Partner, Trainer, Masseur und Manager
Verantwortlich für ihren Werdegang macht die Norwegerin insbesondere die Unterstützung ihrer Eltern und ihre eigene Ausdauer. Doch dass ihr Erfolg auch von so großer Beständigkeit und Dauer ist, hat sie wohl, wie selbst immer wieder betont, nur der wichtigsten Person in ihrem Leben zu verdanken: Ihrem Lebensgefährten Kenneth Flesja. Kenneth ist jedoch nicht nur der Partner von Gunn-Rita, sondern auch ihr Trainer, Masseur und Manager. So können die beiden zusammen um die Welt reisen und die Zeit gemeinsam genießen. Die Zusammenarbeit mit Kenneth, der Gunn-Rita immer wieder neu motivieren kann, ist für sie der Schlüssel zum Erfolg. Mittlerweile ist aus dem Lebenspartner auch ihr Ehemann geworden, sodass Gunn-Rita nicht mehr nur Dahle, sondern Dahle-Flesja heißt.

Tiefe Krise 2000
Flesja war es auch im folgenden Jahr, der seine Partnerin aus einer tiefen Krise wieder hochhelfen konnte. Nachdem sie im Jahr 2000 keine Erfolge aufweisen konnte und vor den Olympischen Spielen nichts als ein Häufchen Elend darstellte, bauten Flesja und Gunny's Familie sie wieder auf. Trotzdem war Gunny nicht automatisch wieder so erfolgreich wie einst. Zwar fand sie mit dem Multivan Merida Biking Team ein neues Team, doch auch 2001 gab es wieder Rückschläge für sie. Bei der WM 2001 fuhr sie lange Zeit an der Spitze und hatte wieder das Gefühl, siegen zu können. Ein platter Reifen verhinderte jedoch ihr Glück. Dennoch erlangte Gunn-Rita 2001 wieder den norwegischen und den nordischen Meistertitel, fuhr sich bei kleineren Rennen wieder ganz nach vorne und tastete sich auch in der Weltspitze langsam wieder vor - bei den UCI Rankings jedoch vorerst nur bis auf Platz 65.

Europa- und Weltmeisterin 2002
2002 kehrte dann wieder der alte Erfolg bei der Norwegerin ein. Nach dem Europameistertitel in Zürich lief es bei Gunny plötzlich wieder; sie verspürte wieder die Lust an den Schmerzen während eines Wettkampfes, die nötig sind, um zu siegen. Dieser neu entfachte Schwung brachte ihr anschließend auch den Weltmeistertitel ein und nach weiteren anderen Rennen kam sie in der UCI MTB Rankingliste schon wieder bis auf den dritten Platz nach oben. Fest im Blickwinkel war nun auch wieder Gunn-Ritas großes Ziel: Einmal olympisches Gold zu gewinnen. Bei etwa 20 Stunden Training pro Woche und der Ausübung von anderen Sportarten wie Laufen und Schwimmen zur Lockerung der Muskeln ist Gunny wieder fit, um voll anzugreifen.

Unschlagbar in 2004
2003 arbeitete Gunny weiter auf Olympia 2004 zu und erreichte zahlreiche erste Plätze, unter anderem fünf Siege bei Weltcup-Rennen. Bei ihren Kolleginnen gilt sie als die entschlossenste Bikerin überhaupt, da sie niemals Angst zu verspüren scheint. 2004 wird dann jedoch zum erfolgreichsten Jahr der Gunn-Rita Dahle und macht sie zur absoluten Volksheldin in ihrer Heimat. Von 19 Cross-Country-Rennen, bei denen sie gestartet ist, beendet sie unglaubliche 17 als Siegerin und zwei als Zweitplatzierte. Auf der UCI Rankingliste steht sie unangefochten auf Platz eins - mit 2.103 Punkten.

Olympisches Gold in Athen
Der schönste Moment in ihrer Karriere war schließlich Olympia in Athen 2004, denn ihr großer Traum ging in Erfüllung: Sie kehrte mit einer Goldmedaille im Gepäck wieder heim nach Norwegen. Bei ihrer Ankunft zuhause war sie überwältigt, über eine halbe Million Menschen hatten den Triumph zuhause verfolgt. Für ihren Partner und Trainer Kenneth Flesja und sie bedeutete dieser Triumph einen Sieg für Norwegen.

Weltmeisterin auch im Marathon
Neben den Cross-Country-Rennen sucht Gunn-Rita auch immer wieder neue Herausforderungen. So setzte sie sich das Ziel, auch im Marathon siegreich zu sein. Bei der WM der Langstrecke schaffte die Norwegrin dann 2005 auch ihren ersten Titel über die Marathon-Distanz. Den Erfolg im Gesamtweltcup sowie den Europa- und Weltmeistertitel wurden für Dahle schon fast zur Routine.

Dahle auch in der Bundesliga erfolgreich
2005 ging der Erfolgsgarant in Münsingen auch an den Start eines Mountainbike-Bundesliga-Rennens. Beim Auftakt in Münsingen bewies die spätere Weltcup-Siegerin des Jahres, dass sie scheinbar unschlagbar ist. Ein Jahr nach ihrem Erfolg auf der schwäbischen Alb kehrte Dahle-Flesja zurück und gewann erneut souverän in Münsingen.

Doppelweltmeisterin auch 2006
Wie im Vorjahr schaffte es die mittlerweile 33-Jährige auch 2006, sowohl das Regenbogentrikot für die weltbeste Marathonistin als auch der besten XC-Fahrerin zu gewinnen. Einzig bei der Europameisterschaft riss ihre eindrucksvolle Siegesserie.

Neue Ziele und ein Leben nach der Karriere
Als Erste über die Ziellinie zu fahren, sei für sie wie eine Droge, die sie bei jedem weiteren Mal lieber möge. Dieses Gefühl gäbe ihr so viel, dass sie sich wünsche, es irgendwann einmal mit all den Leuten teilen zu können, die ihr geholfen hätten. Dahles langfristiges Ziel sind die Olympischen Spiele in Peking 2008; nach ihrer Sportkarriere würde sie am liebsten als Journalistin arbeiten, beispielsweise vor der TV-Kamera als Moderatorin eines Sport- oder Gesundheitsmagazin.


Steckbrief:

Geburtsdatum: 10.02.1973
Wohnort: Stavanger (NOR)
Größe: 173 cm
Gewicht: 64 kg
Lieblingsessen: Mexikanisch, Italienisch / Vegetarisch
Team: Merida Multivan

Erfolge:
- Olympiasiegerin 2004
- Weltmeisterin 2002, 2004, 2005, 2006
- Marathon-Weltmeisterin 2005, 2006
- Weltcup-Gesamtsiegerin 2003, 2004, 2005
- insgesamt 22 Weltcup-Siege
- Europameisterin 2002, 2003, 2004, 2005


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