Specials Portraits Stars A-Z

Nina Göhl

Nina Göhl

Nina Göhl

Nina Göhl

Nina Göhl

Siegerinnen Wetter 2006

Nina Göhl

Nina Göhl

Nina Göhl vor dem Start

Nina Göhl

bike2b-Redaktion am 10.08.2006 - 12:53 Uhr

Nina Göhl gehörte ohne Zweifel zu den großen jungen Hoffnungen des Deutschen Bikesports. Mit gerade einmal 23 Jahren kann die geborene Münchnerin bereits auf eine Karriere zurückblicken, die so manchen Routinier vor Neid erblassen lassen würde. 2006 schaffte sie endgültig den Durchbruch.

Der direkte Weg zum Bikesport
Der Weg aufs Mountainbike war für Nina fastselbstverständlich: Seit ihrem dritten Lebensjahr wohnt sie in Argenbühl im Allgäu, einer "ausgezeichneten Region für Sportler", wie sie selber sagt. Nachdem sie als Kind in viele verschiedene Sportarten reingeschnuppert hatte (unter anderem Eishockey und Langlauf), kaufte sich Nina zusammen mit ihrem Zwillingsbruder je ein Bike und erkundete von da an die Tracks im Allgäu. Nach ihrem ersten Hobbyrennen 1998 hatte sie der MTB-Virus dann endgültig gepackt. Es folgten zwei weitere Hobby-Wettkämpfe und schließlich der Einstieg in die Lizenzklasse 1999 - der Grundstein für ihre Karriere war gelegt.

Natürliches Talent
Ihr natürlicher Ehrgeiz trieb Nina dann schnell voran. Es macht ihr Spaß, auf neue Ziele hinzuarbeiten und Herausforderungen zu meistern, eine Eigenschaft die ihr noch im selben Jahr (1999) den Sieg bei der Deutschen Junioren-Meisterschaft sicherte. Dieses hervorragende Ergebnis "aus dem Stand" sollte keine Eintagsfliege bleiben: In ihrer ersten vollen Junior-Saison im Jahr 2000 startete die Nachwuchsfahrerin direkt voll durch. Sieg im Junior-Weltcup, wieder Deutsche Meisterin, Vierte bei der Europameisterschaft - Nina zeigte ihr riesiges Talent.

Mit großen Schritten nach vorn
Nur zwei Jahre später attackierte die blonde Allgäuerin dann auch bei den Damen und erreichte mit nur 18 Jahren den neunten Rang und die Aufmerksamkeit der internationalen Szene. Ganz nebenbei stieg sie auch in die "großen" Weltcups ein und konnte mit guten Platzierungen weitere Punkte und wichtige Erfahrungen sammeln. Scheinbar mühelos meisterte Nina parallel die Vorbereitungen auf ihr Abitur. Im Jahr 2003 verbesserte sie sich weiter. Der Lohn war der fünfte Rang beim Weltcup in Österreich und ein elfter Platz bei den Weltmeisterschaften in Lugano.

2004: Trotz Olympia-Misere erfolgreich
Im Jahr 2004 verbesserte sich Gohl weiter und spätestens nach ihrem achten Platz beim Weltcup in Schladming wäre die Nominierung als dritte Fahrerin (mit Sabine Spitz und Ivonne Kraft) für die Olympischen Spiele fällig gewesen. So sah es zumindest die Bike-Szene, doch das Nationale Olypmische Kommitee (NOK) enttäuschte die Erwartungen und ließ den dritten Platz unbesetzt. Doch statt zu resignieren dachte sich Nina Göhl "jetzt erst recht" und schlug beim Swisspower Cup promt die frischgebackene Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle. Eine Genugtuung für die junge Fahrerin, die bei der folgenden WM in Frankreich ihre Form mit einem starken achten Platz bewies.

Medizinstudium nicht nur nebenbei
Nach ihrem Abitur nahm die ehrgeizige Allgäuerin im Oktober 2004 neben dem Mountainbike-Sport auch noch ein Medizinstudium an der Universität Freiburg in Angriff, was alles andere als ein Spaziergang neben dem Bike-Sport ist, den man mühelos unternehmen könnte. Doch Nina ist sich der Herausforderungen bewusst und fühlt sich ihnen gewachsen: "Ich freue mich auf's Studium. Ich lerne eben gern und einen vollen Terminplan brauche ich auch immer. Also denke ich, dass ich das schon irgendwie gebacken kriege", erklärte sie im Interview mit bike2b.

Erfolgreich in der Bundesliga
Im Jahr 2005 gewann Nina in St. Märgen ihr erstes Bundesliga-Rennen. Am Ende der deutschen Cross-Country-Serie wurde sie hinter Titelverteidigerin Irina Kalentieva Zweite in der Gesamtwertung. Platz zwei wurde auf deutschem Boden dann auch zu seinem Paradeplatz. Sowohl bei der XC- als auch bei der Deutschen Marathon-Meisterschaft konnte sich die Studentin über die Silbermedaille freuen.

Erster Weltcup-Erfolg 2006
Das Jahr 2006 brachte dann den Durchbruch auf internationaler Ebene. Nina Göhl konnte sich trotz Stress im Studium, bei dem die angehende Medizinerin viel für das Physikum büffeln muss, den Traum vom ersten Weltcup-Sieg erfüllen. Beim Rennen in Fort William gewann die 23-Jährige ihren ersten Weltcup und schlug dabei auf ihrer Lieblingsstrecke sogar ihre scheinbar unbesiegbare Teamkollegin Gunn-Rita Dahle-Flesja. Auch in der Bundesliga war die Freiburgerin wieder erfolgreich. In St. Märgen wiederholte sie ihren Vorjahrestriumph und gewann zudem den Lauf in Wetter an der Ruhr. Als Mitfavoritin gestartet musste sie sich bei der Deutschen XC-Meisterschaft aber einmal mehr Sabine Spitz geschlagen geben.

Große Zukunft liegt vor Göhl
Die Ergebnisse haben es schon gezeigt, Nina Göhl gehört zur Weltspitze. Dass sie auch bei großen Veranstaltungen wie Olympia oder Weltmeisterschaften eine Medaille gewinnt, scheint bei ihrem Potenzial nur noch eine Frage der Zeit...


Steckbrief:

Geburtsdatum: 28.07.1983
Wohnort: Freiburg
Schulbildung: Abitur (2003)
Beruf: Studentin (Medizin)
Hobbies: Gitarre, Lesen, Inliner, Sprachen
Team: Multivan-Merida Biking Team
Trainer: Toni Uecker
Verein: Radunion Wangen

Erfolge:

Elite 2006:
1. Platz WC Fort William (GBR)
1. Platz Swisspower Cup in Winterthur (SUI)
1. Platz Bundesliga in St. Märgen
1. Platz Bundesliga in Wetter/Ruhr
2. Platz DM Cross Country

Elite 2005:
1. Platz Bundesliga in St. Märgen
2. Platz DM Cross Country & Marathon
2. Platz Bundesliga-Gesamtwertung
4. Platz EM Kluisbergen
5. Platz Weltcup Fort William (GBR)
10. Platz Weltcup Willingen

Elite 2004:
8. Platz WC Schladming (AUT)
8. Platz WM Les Gets

Elite 2003:
5. Platz BL Münsingen
4. Platz Europacup Hasliberg
5. Platz Bundesliga Heubach
2. Platz DM Staffel Regen
2. Platz DM Bischofsmais
1. Platz Swisspower Cup Samedan
15. Platz EM Graz
11. Platz WM Lugano
5. Platz WC Kaprun

Elite 2002:
3. Platz Bundesliga Saalhausen
4. Platz BL St.Märgen
9. Platz WM Kaprun

Juniorin 2001:
1. Platz WC Houffalize
1. Platz WC Sarentino
2. Platz DM St. Märgen
2. Platz WC Kaprun
4. Platz EM St. Wendel

Juniorin 2000:
1. Platz DM Hambachtal
1. Platz Weltcup Houffalize
2. Platz WC St. Wendel
3. Platz DM Straße Unna
4. Platz EM Rhenen
13. Platz WM Granada

Jugend 1999:
1. Platz DM Altenberg


  Zurück
Weiterführende Informationen zum Thema:
Verwandte Artikel bei Bike2b:
Verwandte Links (extern):
Social Bookmarking:
sportlerfrage.net

Neue Fragen zum Thema Doping:

Linktipps: Google, Amazon, ebay
Anzeigen
Google Anzeigen