Specials Eventspecials 2005 Transalp Challenge Interviews

R. Marunde, K. Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Katrin Schwing

Zieleinkunft in Riva

M. Stolpe, R. Marunde

Regina Marunde

Regina Marunde

Interview mit Katrin Schwing und Regina Marunde

bike2b-Redaktion am 13.07.2005 - 16:54 Uhr

bike2b: Welche Zielsetzung habt Ihr Euch nach dem Vorjahres-Gesamtsieg für dieses Jahr gesteckt?
Katrin Schwing: Ich denke, dass wir das Rennen wieder gewinnen können. Ich habe mich gut auf die Transalp vorbereitet und fahre auf Sieg. Oder zumindest ein Platz auf dem Treppchen. Schließlich habe ich die Transalp schon zwei Mal in der Damen-Teamwertung gewonnen; 2001 mit Birgit Jüngst und 2004 mit Regina Marunde.
Regina Marunde: Natürlich wollen wir unseren Sieg wiederholen und erneut mit dem schönen Trikot auf dem Podest stehen.

bike2b: Was ist Eurer Meinung nach das "Geheimnis", das zum Transalp-Sieg führt?
Katrin Schwing: Durchhalten und sein Tempo fahren, nicht zu sehr das Tempo der anderen mitgehen, wenn es mal nicht geht. Immerhin sind wir acht Tage unterwegs und richtig hart wird es eben ab dem dritten, vierten Tag. Viele fahren einfach zu schnell los, können das Tempo nicht halten und werden von Tag zu Tag schwächer. Beißen und kämpfen muss man auch können, klaro, aber gemeinsam ist das viel leichter.
Regina Marunde: Dazu kann ich nur sagen: Niemals aufgeben!

bike2b: Was denkt man während eines so langen Rennens, wenn die Belastung so hoch ist?
Katrin Schwing: Oft denke ich an das Training in den Bergen auf Gran Canaria. Und an das ganze harte Training, und dass dies hier im Grunde genommen auch nichts anderes ist. Oder aber auch einfach nur an das geile Gefühl im Ziel nach einer Etappe, wenn man richtig gut gefahren ist. Manchmal denke ich auch an das Naschen von Süßigkeiten nach dem Rennen, eben die Belohnung für die Quälerei. Teilweise genieße ich sogar die Schmerzen in den Beinen und sage zu mir, dass das ein tolles Gefühl sei. Dann bin ich fast in Trance und denke nichts. Das ist für mich das Allerbeste, wenn ich in diesen Zustand komme. Die Beine funktionieren dann fast wie von selbst. Erst im Ziel merke ich, was ich geleistet habe.
Regina Marunde: Manchmal verflucht man sich schon, dass man sich auf ein solches Event eingelassen hat. Hängen lassen geht ja nicht, denn man ist ja nicht alleine, sondern ein Team. Aber irgendwie schafft man es doch immer wieder, auch wenn die Beine noch so schwer sind und man manchmal am liebsten in den nächsten See springen möchte, an dem man mal wieder vorbeifahren muss.

bike2b: Kann der Teampartner aufbauen - wenn ja, wie läuft das bei Euch ab?
Katrin Schwing: Ja, klaro, wenn man zusammenhält, ist das echt wichtig. In Situationen, in denen es einem von uns schlecht geht und kein Druck gemacht wird. Dann sagen wir uns zum Beispiel: "Das wird schon, Du bist stark - nur kein Stress. Wenn heute nichts geht, dann eben morgen. Da zeigst Du dann, wo es langgeht." Druck und Stress ist das Schlimmste, wenn es mal nicht läuft. Schöne Sachen erzählen, wenn es mal nicht so läuft, baut hingegen auf. Auch mal ein bisschen "Mist" erzählen. Wie schön es nach der Zielankunft sein wird, mit einem super Cappuchino und einem Stück Kuchen in einem schönen Cafe. Schöne neue Schuhe sind auch ein gutes Thema. Solche Sachen eben.
Regina Marunde: Da kann ich Kathrin nur Recht geben. Klar kann der Partner das. Im letzten Jahr haben wir es allerdings so gehandhabt, dass jeder sein Tempo bergauf fährt, und wir dann wieder aufeinander warten. So kann jeder seinen Rhythmus fahren und es fällt beiden leichter.

bike2b: Wie bereitet Ihr Euch mental auf ein solches Etappenrennen vor?
Katrin Schwing: Wie gesagt, ich denke an Gran Canaria. Wie schön es dort ist, und dass ich hier die Berge fahren darf, in dieser schönen Landschaft. Und an das geile Gefühl im Ziel, dass ich unbedingt erreichen will. Erleichterung und vielleicht das Gefühl vom Sieg.
Regina Marunde: Immer an den Erfolg vom letzten Jahr denken, so mache ich das.

bike2b: Habt Ihr Euch für die Auftakt-Etappe eine bestimmte Strategie überlegt?
Katrin Schwing: Also bis jetzt noch nicht, aber das können wir ja noch am Freitag Abend genauer planen. Bislang haben wir noch nicht darüber gesprochen.
Regina Marunde: Erst mal sehen wie die anderen so drauf sind. Am ersten Tag entscheidet sich der Transalp aber auch noch nicht. Also nur nicht überziehen, sondern auch an die restlichen Tage noch denken. Aber das werden wir alles Freitag besprechen.

bike2b: Wie lange dauert die Vorbereitungsphase im Vorfeld eines solchen Rennens?
Katrin Schwing: Da ich ja seit März schon Rennen fahre und dies fast jedes Wochenende, gibt es eigentlich keine spezielle Vorbereitung für mich. Grundlagen-Ausdauer habe ich ja schon ab Januar trainiert. Außer, dass ich in den letzen zwei Wochen mal wieder länger und "bergiger" gefahren bin und noch extra Kraft trainiert habe. Auch bin ich extra lange mit dem MTB gefahren und weniger Rennrad.
Regina Marunde: Da ich mich auch wieder der Arbeits –und Studienwelt zugewandt habe, bleibt nicht mehr so viel Zeit wie die Jahre zuvor für das Training und die Vorbereitung. Es sollte aber dennoch ausreichend sein.

bike2b: Gab es ein gemeinsames Training?
Katrin Schwing: Nein, leider nicht, da ich so weit von ihr entfernt wohne. Aber ich denke, dass das kein Problem für uns ist. Wir kennen uns ja sehr gut.
Regina Marunde: Wie gesagt, aus Zeitmangel gab es kein gemeinsames Training. Katrin bereitet sich ja auch noch auf die CC Rennen vor und hat somit ein anderes Programm als ich. Ich hab mich über ein paar Marathons in Form gebracht, der Rest waren lange Trainingseinheiten auf dem Rennrad mit Triathleten die immer "Rennen" spielen.

bike2b: Wie würdet Ihr die Stärken der jeweiligen Konkurrentinnen beurteilen?
Katrin Schwing: Ich denke Sandra Klose und ihre Schwester sind schon sehr stark und Esther Süss und Anna Enocsson auch. Aber wie gesagt, es sind acht Tage und nicht nur einer. Wir werden ja sehen, was passiert. Ich freue mich auf jeden Fall schon, auch wenn es wieder sehr hart wird.
Regina Marunde: Was uns angeht fahren wir nach dem Motto: Je länger desto besser.

bike2b: Viel Erfolg. Wir werden gerne und ausführlich über Euer Abschneiden berichten.
Katrin Schwing: Danke für die guten Wünsche.
Regina Marunde: Vielen Dank.


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