
Regina Marunde

Regina Marunde

Katrin Schwing

Katrin Schwing
Adidas Bike Transalp Challenge 2005 - Leiden in den Alpen
Regina Marunde am 26.07.2005 - 10:26 Uhr
Der traditionelle Start war wie gewohnt in Mittenwald. Das Ziel lag jedoch nicht am schönen Gardasee, sondern diesmal in Jesolo. Bis dahin waren 724,39 Kilometer und 22.293 Höhenmeter zu überwinden, sowie etliche Tragepassagen die teilweise an eine Bergsteigertour erinnerte, malerische single trails, endlose Anstiege und eine Schlußetappe, die den Straßenfreaks entgegen kam.
Müde Augen und leidende Blicke
Dass es in diesem Jahr die beschwerlichste Transalp war, bestätigten die Teilnehmer mit Gedanken des Aufgebens und einem Ausdruck des Leidens in den müden Augen bei der all abendlichen "Pasta Party". Umso größer war die Freude bei allen, die es geschafft hatten und endlich das Ortsschild von Jesolo erblickten. Noch größer war dann die Freude bei der hart erkämpften Zieldurchfahrt. Alle Strapazen der Woche schienen von den Teilnehmern abzufallen. Der Glanz und das Strahlen in den Augen war zurückgekehrt.
"Never change a winning Team"
Nach dem Motto "never change a winning team" war ich mit meiner Transalp Partnerin des letzten Jahres, Katrin Schwing, angetreten. Das Trikot zu verteidigen war die Devise, mit der wir an den Start gingen. Katrin, noch immer im Cross Country-Zirkus zu Hause und voll im Training, war erwartungsgemäß fit. Mein Trainingszustand war etwas schwerer einzuschätzen, da mit Studium, Job und Training das erste "unprofessionelle" Jahr vor mir lag. Nur noch ein Trainingslager, weniger Rennen und ein nicht mehr ganz so strukturiertes Training sollten mich ganz schön leiden lassen.
Nach vier Tagen platzt der Knoten
Nach den ersten Etappen war mir klar, dass das Leadertrikot in weiter Ferne gerückt war, denn mit Esther Süß und Anna Ennocson fuhren zwei Damen der "Extra-Klasse" um den Sieg. Drei Tage Leiden und bei der Zielankunft jedes Mal ein vierter Platz, dass war sicherlich nicht unsere Vorgabe. Dank Katrin kämpfte ich mich aber weiter durch und gab nicht auf, obwohl ich wusste, dass ich unendlich langsam unterwegs war. Am vierten Tag platze dann so langsam der Knoten. Ich kam besser in Form und wir wurden besser und besser. Dritte und zweite Plätze bei der Tageswertung belohnten die Anstrengung.
Ende gut, fast alles gut
Dass so eine Transalp Challenge erst nach vier Tagen richtig Wirkung zeigt, wurde schnell deutlich. Immer mehr Teams strichen die Segel und gaben auf. Meine schlechte Anfangsform wandelte sich allerdings um und die gefahrenen Kilometer schienen zu fruchten. Der dritte Platz in der Gesamtwertung war zum Greifen nah und wir setzten alles auf die Karte "Angriff". Physisch und psychisch gestärkt gaben wir alles. Ich wusste, wenn ich es schaffen würde an steilen Passagen nicht abzusteigen und meine Technik ein wenig auszunutzen, konnten wir das vor uns liegende Team demoralisieren. So war es dann auch. Nicht absteigen und kämpfen war die Devise. Mit diesem Gedanken zog ich an den laufenden Südafrikanerinnen vorbei und wir gaben weiter Gas. Am Ende hatten wir unseren neun-minütigen Rückstand aufgeholt und zudem noch einen Vorsprung erkämpft. Dritte der Gesamtwertung hieß es am Ende.
Glücklich über den Podiumsplatz
Durch die verpatzen erste Tage reichte es leider nicht mehr für den zweiten Platz, aber ein Podiumsplatz machte uns auf jeden Fall glücklich. Auch wenn wir am letzten Tag die Hoffnung auf Platz zwei noch nicht ganz begraben hatten und bis zum Schluss kämpften, so mussten wir uns am Ende doch mit dem dritten Platz der Gesamtwertung zufrieden geben. Zu flach war die letzte Etappe, mit nur noch rund 1800 Höhenmeter und 120 Kilometer. Die letzte Steigung brachte zwar noch einmal kostbare Minuten zwischen uns und den "Klose Twins", aber in der Ebene konnten die ehemaligen Straßenfahrerinnen ihr ganzes Können ausspielen und kurbelten sich gegen den Wind hinter uns ins Ziel.
Abschied auf Raten
Für mich war es das letzte große Rennen und ich bin glücklich, dass ich dies mit einer so tollen Partnerin bestreiten konnte. Sie hat nie aufgehört an uns zu glauben und mich jedes Mal aufs Neue motiviert. Vielen Dank an Katrin und viel Glück für die weitere Saison. Ich werde mich in gut zwei Wochen auf die "aids awareness expedition" - die Panamericana Tour - begeben und natürlich versuchen auch darüber aktuell zu berichten. Mit den Gedanken noch bei dem Bad im Meer und natürlich bei den vielen schönen Berg-Panoramablicken freue ich mich auf die Dinge, die da kommen.
Audio-Interview mit Regina Marunde nach der siebten Etappe der Transalp Challenge 2005
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