Specials Eventspecials 2005 EM Cross Country Team- und Athletennews

Adelheid Morath

Benjamin Rudiger

Frank Lehmann

Sandra Weber

Heiko Gutmann

Benjamin Rudiger mit Staffel auf Rang Sieben

Team Rothaus-Cube am 01.08.2005 - 16:34 Uhr

Für die deutschen Cross-Country-Biker endete der Auftakt zur
MTB-Europameisterschaft in Kluisbergen mit einer kleinen Enttäuschung. Das Staffel-Quartett, mit "Rothaus-Cube-Biker" Benjamin Rudiger an zweiter Position, wurde mit 1:31 Minuten Rückstand auf Italien nur Siebter.

Pech bei der Staffel
1:10 Minuten fehlten Jochen Käß, Benjamin Rudiger, Markus Diller und Ivonne Kraft auf den Bronzeplatz der Schweden. Einen Teil dieser Zeit hatte Benjamin Rudiger auf
dem schnellen 5,8-Kilometer-Kurs liegen lassen. Ein "schleichender Plattfuß" hatte Rudiger behindert. "Ich bin in den Kurven immer weg gerutscht. Eigentlich hätte ich den Italiener Tony Longo halten müssen, die ganze Saison war ich immer vor ihm", meinte Rudiger. Die Beine jedenfalls waren gut genug für eine schnelle Runde. Stattdessen hatte der Freiburger beim Wechsel 33 Sekunden Rückstand auf die Italiener, nachdem er von Jochen Käß etwa 15 Sekunden übernommen hatte. Junior Markus Diller kam zwar als Erster zum letzten Wechsel, doch der Vorsprung von 34 Sekunden, die er Ivonne Kraft vor dem italienischen Junior und die 2:05 Minuten vor den schweizerischen und dem
schwedischen Elite-Fahrer auf die Schlußrunde gab, war zu wenig. Kraft hatte gegen die Herren keine Chance und fiel auf Platz sieben zurück. Allerdings nur zwölf Sekunden hinter Rang Vier.

Enttäuschung bei Rothaus-Cube
Die "Rothaus-Cube-Biker" mussten bei der MTB-Europameisterschaft in Kluisbergen, Belgien, Enttäuschungen verkraften. Frank Lehmann sorgte als Zehnter im U23-Rennen noch für das beste Resultat. Benjamin Rudiger wurde 32. und Sandra Weber beendete das Rennen der Juniorinnen als 19. Heiko Gutmann war als 17. bester deutscher Junior. Für Frank Lehmann war das Rennen über 41 Kilometer eine Berg- und Talfahrt. Nach einer Runde hatte sich Lehmann in der sechsköpfigen Spitzengruppe eingeordnet und schien seinen vierten Platz aus dem Vorjahr zu wiederholen. "Dann kam der Mann mit dem Hammer, ich hatte praktisch ein Turbo-Loch", schilderte Lehmann bildhaft was in den nächsten drei Runden
passierte.

Auf dem zehnten Platz stecken geblieben
Benjamin Rudiger hatte den Start verschlafen, und setzte sich auf Rang zehn fest. "Da bin ich dann quasi stecken geblieben", schüttelte Rudiger den Kopf. Ab da ging es nur noch rückwärts. Auch er sprach vom "Mann mit dem Hammer".
Warum das so war? "Ich war so leer im Kopf", meinte er und verwies auf die vielen Rennen und die große Belastungen zuletzt. "Ich habe gehofft, dass es noch über die EM hinweg reichen würde". Es hat nicht gereicht. Platz 32 mit 12:17 Minuten Rückstand waren indiskutabel für sein Potential.

Lehmann mit einer "Krampf-Problematik"
Frank Lehmann erholte sich wenigstens noch einmal. Bis auf Rang 19 zurück gefallen, startete er in der drittletzten von sieben sehr schweren Runden eine Aufholjagd. "Ich habe mich gefangen, meinen Rhythmus gefunden und am Schluss noch richtig Spass gehabt. Aber die optimale Form habe ich nicht". Er diagnostizierte die fehlenden Wettkampfkilometer als Grund für den Einbruch. Die Krampf-Problematik hat ihn diese Saison erst sechs Rennen zu Ende fahren lassen.

Sandra Weber stürzt
Der Knackpunkt für Sandra Webers 19. Platz lag in der zweiten von vier 5,8-Kilometer-Runden der Juniorinnen. Absichtlich etwas gebremst gestartet, lag sie nach einer Runde auf dem zehnten Platz. Dann stürzte sie an einer Stelle, an der man "eigentlich gar nicht stürzen kann", wie sie selbst etwas säuerlich bemerkte. Ab da verlor sie den Faden und verlor immer mehr an Boden. "Da war der Ofen aus. Die Rückenmuskulatur hat sich verkrampft und ich habe eine Runde gebraucht bis es wieder ging", erklärte Weber. Sie fiel aus den Top 20 heraus, konnte dann aber noch einmal Plätze gut machen. Die Polinnen feierten einen Doppelsieg. Magdalena Pyrgies gewann in 1:20:06 Stunden, eine Sekunde schneller als Aleksandra Dawidowicz und 8:47 schneller als Sandra Weber. Hanna Klein war auf Rang zwölf die beste Deutsche, Silke Schmidt wurde 15.

Gutmann verfehlt sein Ziel
Junior Heiko Gutmann wurde 17. Damit war er zwar bester Deutscher aber auch nicht zufrieden. Sein Handicap lag in einer schlechten Startphase. "Mein Start war ziemlich schlecht, keine Ahnung warum", meinte Gutmann. Er lag
jenseits der 40. Position und arbeitete sich im Rennen langsam nach vorne. Der Münstertäler von der "Bike-Arge St. Märgen" wurde immer stärker und hatte auf den letzten beiden Runden Zeiten, die für eine Top-Ten-Platzierung gereicht hätten. Genau da hatte er eigentlich auch sein Ziel gesehen.

Defekt bei Diller
Der deutsche Vizemeister Markus Diller musste mit einem defekten Überwerfer aufgeben. Er hatte unter den besten Zehn die erste Runde hinter sich gebracht. Die Schweizer feierten mit Patrik Gallati und Martin Fanger einen Doppelsieg. Dritter wurde der Norweger Anders Hovdenes.

Adelheid Morath belegte den 15. Platz
"Die Platzierung an sich ist okay aber der Abstand ist zu groß", meinte Trainer Patrik Faller. Den Rest behielt er für sich. Wenn man bedenkt, dass Adelheid Morath zwei Kettenklemmer beheben musste und über das ganze Rennen
hinweg einen starken Eindruck machte, hätte der Abstand auch deutlich geringer ausfallen können. Zweimal musste die "Rothaus-Cube-Bikerin" viele Konkurrentinnen an sich vorbei ziehen lassen. "Es ist nervig, wenn alle vorbeiziehen und du kriegst die Kette nicht rein", erzählte sie von ihrem Ärger. Zweimal machte sie wieder viele Plätze gut. Als sie wieder auf Rang 16 lag und die 15. bereits vor sich hatte, passierte es zum zweiten Mal. Sie fiel auf Rang 19 zurück. "Es ist sehr ärgerlich, wenn du dich auf ein Ereignis vorbereitest und in Topform bist", machte sie keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung. Mit 11:51 Rückstand auf eine erneut dominierende Gunn-Rita Dahle (Norwegen,
1:57:08 Stunden) blieb Platz 15. Ein Ergebnis, dass die Qualität der Saison 2005 unterstrich. Damit war Adelheid Morath die drittbeste Deutsche, hinter der überraschend
starken Nina Göhl. Die WG-Genossin von Morath fuhr hinter der Polin Maja Wloszczowska und der Spanierin Marga Fullana auf den vierten Platz. "Brutal stark", nannte Morath das Ergebnis ihrer Freundin.


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