
Nina Göhl

Nina Göhl

Nina Göhl

Siegerehrung Nina Göhl
Interview mit Nina Göhl
bike2b-Redaktion am 01.08.2005 - 10:08 Uhr
bike2b: Nina, herzlichen Glückwunsch zu Deinem vierten Platz. Wie lief das Rennen aus Deiner Sicht?
Nina Göhl: Am Anfang habe ich mich richtig gut gefühlt. Es ging einen langen, steilen Asphalt-Berg hinauf, an dem ich gut vorne mitfahren konnte. Als Dritte fuhr ich in das Gelände. Gunn-Rita Dahle hat ordentlich Tempo gemacht und ich konnte nicht mehr mithalten. Ich lag auf dem vierten oder fünften Rang. Von hinten kamen dann auch die Fahrerinnen und meine Position schwankte. Kurzzeitig hatte ich einen Rückstand von etwa 30 Sekunden auf Platz drei. Leider war das Tempo zu hoch und ich konnte den Anschluss nicht wieder herstellen. Ich bin mein Tempo gefahren und konnte Runde um Runde wieder Plätze gutmachen. Das Glück war auch ein wenig auf meiner Seite, denn Irina Kalentieva ist die Kette gerissen. Sie fuhr direkt vor mir und ich konnte sehen wie es passierte. Dadurch bin ich noch einen Platz nach vorne gerutscht. Von hinten kam dann eine Niederländerin, aber ich habe nochmal Tempo gemacht, sie nicht mehr an mir vorbei gelassen und konnte den vierten Rang sichern.
bike2b: Die Enttäuschung bei den deutschen Fahrern ist groß. Kannst Du Dir die schlechten Platzierungen erklären?
Nina Göhl: Da habe ich keine Erklärung für. Vielleicht war es einfach nicht deren Tag, ich kann es mir wirklich nicht erklären.
bike2b: Welchen Stellenwert hatte die Europameisterschaft für Dich?
Nina Göhl: Die EM war mir schon sehr wichtig. Nach der längeren Wettkampfpause konnte ich endlich wieder ein internationales Ergebnis einfahren. Es war wichtig für mich zu sehen wo ich stehe, gerade auch im Hinblick auf die WM.
bike2b: Was hattest Du Dir für diese EM vorgenommen?
Nina Göhl: Mein Ziel war es, unter die ersten Zehn zu kommen. Gerade nach den Ergebnissen der letzten Jahre bin ich sehr zufrieden. Vor einem Jahr bin ich Zwölfte geworden, bei der WM Achte. Von daher war ein Ergebnis unter den Top-Ten machbar. Mit den Platzierungen im Hinterkopf kam der vierte Platz schon überraschend.
bike2b: Es hätte ja durchaus, wenn man sich den Rennverlauf ansieht, auch für mehr reichen können. Wie beurteilst Du den vierten Platz im Hinblick darauf?
Nina Göhl: Ich bin vollkommen zufrieden, auch wenn der Abstand zum dritten Platz nicht so groß ist. Es ist zwar nur die "Holzmedaille" und sicherlich wäre ich auch mit dem dritten Rang sehr zufrieden gewesen, aber ich habe mich im Ziel sehr gefreut und bin überhaupt nicht enttäuscht.
bike2b: Neben dem Rennen spielen die Organisation, die Strecke und das Publikum eine große Rolle. War Kluisbergen ein "würdiger" Ausrichter?
Nina Göhl: Damit war ich sehr zufrieden. Die Organisation war sehr gut und das Publikum war auch begeisterungsfähig, wobei bei den Männern wesentlich mehr los war. Die Streckenführung war super, da die Zuschauer die Fahrer oft sehen konnten. Das ist für uns ja auch gut, da stimmt die Resonanz einfach. Die Strecke hat mir auch gefallen. Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung.
bike2b: Wie beurteilst Du Deine Form im Hinblick auf die anstehende WM?
Nina Göhl: Bis zur Weltmeisterschaft werde ich mich schon noch steigern können. Da ich Semesterferien habe, kann ich auch ordentlich trainieren und blicke mit Vorfreude und positiver Einstellung Richtung WM.
bike2b: Was nimmst Du Dir für die WM vor?
Nina Göhl: Ich denke es ist wieder ein Platz unter den Top-Ten möglich. Vielleicht ist da auch ein wenig Zweckpessimismus beigemischt. Wenn es besser wird ist es umso schöner.
bike2b: Gunn-Rita Dahle gehört sicherlich zu den Favoritinnen. Ist sie schlagbar oder ist der erste Platz schon vergeben?
Nina Göhl: Ich denke er ist schon vergeben, da sie wirklich brutal-stark ist. Vielleicht hat Marie Helene Premont eine Chance, immerhin hat sie die Dahle dieses Jahr schon einmal besiegt. Im Prinzip denke ich aber, dass Gunn-Rita gewinnen wird.
bike2b: Dann vielen Dank für das Interview und viel Glück für die anstehende Weltmeisterschaft.
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