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Sandra Klose

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Sandra Klose: "Schuh" statt "Reifenwechsel"

Sandra Klose am 07.09.2005 - 11:00 Uhr

Die Farben der Nationalmannschaft bei der WM zu vertreten ist Ehrensache. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass mich Bundestrainer Brückner trotz krankheitsbedingtem Ausfall für die Weltmeisterschaft nominierte. In den vergangenen Wochen hatte ich hauptsächlich das Ziel gesund und fit zu werden um nach der Absage auf meiner Spezialdisziplin, dem Marathon ein anständiges Ergebnis bei der XC WM zu erzielen.

Vorbereitungsschwierigkeiten
Nach auskurierter Mandelentzündung bin ich ins Nationalmannschaftscamp nach Livigno gereist, um mich vor Ort vorzubereiten. Doch die Höhe erwies sich erneut als tückisch. Zwei Tage plagte ich mich mit einer Erkältung. Meine letzte intensive Trainingseinheit liegt drei Wochen zurück. Ich muss meinem Körper endlich einen Belastungsreiz geben. Am Sonntag, eine Woche vor der Weltmeisterschaft konnte ich dann endlich normal trainieren. Das war ziemlich hart nach so langer Intensitätspause. Gott sei dank lief es am nächsten Tag gleich richtig gut.

Teamvorbereitungen im BDR Camp
Im BDR Camp bereiteten sich Sportler Trainer und Betreuer akribisch vor. Jeder gibt sein Bestes für den Erfolg. Dieses Umfeld motiviert. Auch ich kann mittlerweile optimistisch dem WM Rennen entgegenblicken.

Rennbericht: "Schuh" statt "Reifenwechsel"
Start: Super ich bin gut weggekommen. Jetzt nicht überziehen, den Rhythmus finden und eine Position finden, im Trial niemand vorbeilassen.
Erste steile Anstieg Ich bin im ersten steilen Anstieg. Ich spüre dass ich mich noch nicht voll belaste. Im Singletrial ist Stau.
Flachpassage: Jetzt läuft der "Motor" ich überhole, schließe nach einer halben Runde zu den Mannschaftskollegen Göhl und Kraft auf. Der nächste Anstieg kommt. Hier wird es richtig steil. Der Skihang ist zu bewältigen. Einige müssen vom Rad. Es gibt kein vorbeikommen, auch ich muss aus dem Pedal. Wir rennen den Anstieg hoch und gehen wieder in den Sattel.
Erste Schuh-Probleme: Ich setze den Schuh aufs Pedal und merke, dass sich das Pedalkleat gelöst hat. "Verdammt, wie kann das locker werden. "Nicht nachdenken, versuche nicht vom Rad zu gehen, vielleicht geht es so. Ok der Anstieg ist geschafft. Im Downhill muss ich jetzt aufpassen. Der Schuh hängt nur noch locker am Pedal.
Flachpassage: Das Pedalkleat ist ab. Ich informiere die Betreuer und versuche so weiter zu fahren. Die zweite Runde nehme ich ohne Bindung am Schuh in Angriff. Nicht aufgeben. Das linke Bein muss mehr arbeiten ich versuche so gut wie möglich halt auf dem schmalen Rennpedal zu finden. Es scheint zu gehen. Bei jedem Tritt ist aber Vorsicht geboten. Im Anstieg kann ich die Gruppe halten. Doch was mache ich im Downhill? Ich hoffe am Depot einen Schuh zu bekommen.
Downhill: Der Downhill ist da. Ich muss die Gruppe ziehen lassen. Es ist zu gefährlich ohne festen Halt das Tempo der Gruppe mitzufahren.
Flachstück: Hier geht es wieder einigermaßen. Von hinten kommen Fahrerinnen die kann ich halten.
Anstieg: Steilhang, es ist zum verzweifeln, ich rutsche permanent vom Pedal, habe Probleme zu ballancieren weil ich keinen Halt habe.
Materialdepot: Der Betreuer hat nur Pedalplatten. Ich entscheide weiter zu fahren, das montieren dauert zu lang.
Downhill: Vorsicht, Vorsicht bloß nicht abrutschen. Es ist zu gefährlich. Ich schnappe mir einen Schuh des nächst besten Fans. Kurzer Wechsel, der Schuh ist viel zu groß (ungefähr drei Nummern) aber besser zu groß als gar keinen Halt. Ich fahre wieder schneller die nächste Gruppe habe ich im Anstieg eingeholt.
Zeitsprint: Im Zielsprint kann ich mich auch mit zu großem Schuh durchsetzen und wenigstens noch fünf Plätze gut machen. Platz 44 ist ein ernüchterndes Ergebnis. Ich habe gekämpft und bin im Ziel. Ein netter Italiener ist zur Stelle und übergibt mir meinen defekten Schuh.



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