Specials Eventspecials 2006 Bundesliga Heubach

Fredrik Kessiakoff

Gunn-Rita Dahle Flesja

Siegerehrung Damen

Siegerehrung Herren

Impressionen vom Rennen

Adelheid Morath und Ivonne Kraft

Torsten Marx

Fredrik Kessiakoff

Dahle-Flesja und Kessiakoff fahren dem Feld davon

bike2b-Redaktion am 08.05.2006 - 09:36 Uhr

Beim Mountainbike-Bundesliga-Rennen in Heubach am 7. Mai 2006 konnten Gunn-Rita Dahle-Flesja und Fredrik Kessiakoff vor begeisterten 12.000 Zuschauern und bei strahlendem Sonnenschein klare Siege einfahren. Dennoch verlangte die schwere Strecke auf der Schwäbischen Ostalb den Weltklasse-Bikern alles ab.

Norwegerin zu stark für den Rest
Wie schon in Münsingen gab es an der Siegerin des Damenrennens keine Zweifel. Wenn Gunn-Rita Dahle-Flesja an den Start geht, scheint es für die norwegische Olympiasiegerin und Weltmeisterin keine Gegnerin zu geben. Bereits in der ersten Runde konnte die 32-Jährige vom Multivan Merida Team auf der 3,8 km langen Cross-Country-Strecke 16 Sekunden auf die Zweitplatzierte Irina Kalentieva (Topeak-Ergon) herausfahren. Die Russin konnte Dahle-Flesja zwar nicht folgen, fuhr aber ihrerseits ein einsames Rennen auf dem zweiten Platz. Nach dem Rennen sagte die Heubach-Siegerin von 2005, die ihren Wohnsitz nur unweit des Rosensteins in Aalen hat: "Ich bin glücklich mit dem zweiten Platz. Ich bin aber nicht voll gefahren, da ich noch Kraft für die anstehenden Weltcup-Rennen brauche." Trotzdem war sie 'Best of the Rest'. Auch Dahle-Flesja, die ihren dritten Sieg in der Ostalb feiern konnte, sparte in den letzten Runden Energie. Nach 1:36:56,6 Stunden überfuhr die unangefochtene Nummer eins des Damen-Mountainbikens das Ziel. Zwei Minuten später folgte ihr Irina Kalentieva.

Spannender Kampf um Platz drei
Hinter Kalentieva gab es aber einen spannenden Kampf um den dritten Platz. Zunächst behauptete Nina Göhl (Multivan Merida) diesen, musste aber in Runde vier ihre WG-Kollegin aus Freiburg, Adelheid Morath (Rothaus-Cube), ziehen lassen. In der siebten von acht Runden registrierte Morath einen schleichenden Plattfuß. Am Ziel hörte man sie nur schreien: "Platt! Platt!" Im Anstieg wurde der Schaden behoben. Morath fuhr erneut zu Göhl auf und hatte in der Abfahrt erneut einen Plattfuß. Dadurch erreichte Göhl als Dritte das Ziel. Morath riskierte nicht mehr so viel und musste sich daher noch einer Attacke von Ivonne Kraft (Fuji-Bikes) erwehren, die bis dahin die ganze Zeit auf dem fünften Platz gefahren war. In einem Wimpernschlagfinale konnte sich Morath um eine Zehntel vor Kraft zumindest den vierten Platz sichern.

Kessiakoff deklassiert das Feld
Auch das Herrenfeld war gespickt mit Weltklasse-Athleten. Vorjahressieger Roel Paulissen (Giant-Racing), Ralph Näf (Multivan Merida), Fredrik Kessiakoff, Kashi Leuchs (beide Cannondale-Vredestein) und Lado Fumic (Fumic-Racing) ließen schon vor dem Rennen auf ein mit Höhepunkten geladenes Rennen hoffen. Lado Fumic stürmte wie so oft direkt vom Start weg. Schnell riss das Feld auseinander. Nach der ersten Runde bildete sich aber ein Führungsduo ohne Fumic. Paulissen und Kessiakoff setzten sich vorne ab. In der dritten Runde musste der Belgier aus dem Giant-Team aber seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Der Schwede Kessiakoff fuhr seinen Stiefel den Rosenstein hoch und wieder runter und konnte so seinen Vorsprung immer weiter vergrößern. Auch nach acht der elf Runden sah sein Tritt immer noch flüssig und rund aus. Nach 1:54:25,9 Stunden konnte sich Kessiakoff über seinen ersten Sieg in der Bundesliga freuen. Der Cannondale-Biker hatte im Ziel mehr als dreieinhalb Minuten Vorsprung auf den Zweiten. Seine Überlegenheit spiegelt sich aber auch darin wieder, dass sich nur noch 14 Fahrer in seiner Runde befanden.

Defekte und Stürze en Masse
Hinter dem Führenden überschlugen sich aber die Ereignisse. In der vierten Runde stürzte Lado Fumic im Downhill, sodass er den Rest des Weges zur technischen Zone mit dem Rad in der Hand zurücklegen musste. Einige Abschürfungen ließen den Kirchheimer aber das Rennen aufgeben. In den folgenden Runden schienen die Positionskämpfe ein Ende zu nehmen, auch wenn die Zuschauer immer wieder Biker zu Fuß auf der Strecke sehen konnten, denn im Herrenrennen gab es jede Menge Defekte und Abflüge. In der achten Runde erwischte es gleich zwei der Top-Athleten. Moritz Milatz (Multivan Merida) hatte einen Plattfuß und fiel auf den neunten Platz zurück, konnte diesen aber beheben. Sein Kampfgeist war ungebrochen und so kämpfte er sich wieder nach vorne. Am Ende wurde er Siebter. Schlimmer erwischte es Roel Paulissen. Der Belgier stürzte bei der Einfahrt ins Festzelt, durch das die Strecke geführt wurde, schwer und konnte das Rennen mit einer blutenden Hand nicht mehr fortsetzen.

Soukup und Marx mit starker Leistung auf das Podest
Durch den Ausfall von Paulissen erbte Christoph Soukup den zweiten Platz. Der Österreichische Meister in Diensten von Fuji-Bikes bot eine starke Vorstellung und wurde dafür belohnt. Sein Team-Manager Bernard Mollnhauer hatte schon vor dem Renne an die Leistungsfähigkeit seines Schützlings geglaubt: "Christoph ist gut drauf. Er kann unter die ersten Fünf fahren, vielleicht auch auf das Podest." Der Schlüssel zum Erfolg lag auf der steinigen Strecke anscheinend in einer etwas vorsichtigeren Fahrweise. Sowohl Kessiakoff, als auch Soukup betonten an einigen Stellen lieber etwas langsamer gefahren zu sein. Darin sah auch der Drittplatzierte Torsten Marx (Alb-Gold) das Geheimnis seines größten Erfolges: "Noch vom letzten Jahr wusste ich, wie leicht man auf der Abfahrt Defekt bekommen kann. Deshalb habe ich gleich etwas mehr Druck in den Reifen gefahren. Das ist zwar nicht so komfortabel und man fährt eigentlich nicht so schnell damit, aber es ist sicher. Heute hat sich das ausgezahlt. Am Berg konnte ich ohne Mühe das Tempo der anderen mitgehen und in den Abfahrten bin ich voll auf Sicherheit gefahren." Damit war Marx auch bester Deutscher.

Kalentieva wieder vorne
In der Gesamtwertung nach drei Rennen hat wieder Titelverteidigerin Irina Kalentieva die Führung übernommen. Die Russin führt nun mit 170 Punkten. Bei den Herren setzte sich Fredrik Kessiakoff, der in Münsingen schon Zweiter geworden war, mit 125 Zählern an die Spitze.

bike2b vor Ort
bike2b war wie schon bei den anderen Rennen mit einer Kamera vor Ort und hat für reichlich Material gesorgt. Unter anderem gibt es auf einer Sonderseite Video-Interviews mit dem Sieger der Herren, Fredrik Kessiakoff, Christoph Soukup, Nina Göhl und Irina Kalentieva. Außerdem warten zahlreiche Bilder darauf, in einer Galerie angesehen zu werden. Ein Video mit den bestes Action-Szenen folgt; also immer mal wieder nachschauen.


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