
Weltcup-Team

Impressionen
Premiere in St. Märgen: Six-Pack-Race
bike2b-Redaktion am 23.06.2006 - 13:17 Uhr
"Six-Pack-Race" steht im Zeitplan des Bundesliga-Wochenendes in St. Märgen. Noch nie gehört? Keine Ahnung was das soll? Kein Wunder, die Idee ist brandneu und feiert beim Rothaus Supercup am 01. Juli Premiere. Ausgedacht von Patrik Faller, Teamchef von Rothaus-Cube.
Mischung aus Zeitfahren und direkten Duellen
Weil’s neu ist, bedarf es der der Erläuterung: Das Six-Pack-Race ist eine Mischung aus Zeitfahren und direkten Duellen. Es ist ganz einfach: Sechs Fahrer starten gemeinsam und gegeneinander in eine Runde auf der Cross-Country-Rennstrecke. Nach zwei Minuten jagt das nächste - eben Six-Pack - los. Und nach weiteren zwei das nächste und so weiter. Die drei zeitschnellsten Fahrer holen sich die Geldpreise ab. In St. Märgen bekommt übrigens jeder Teilnehmer gleich mal ein Six-Pack Rothaus für’s dabei sein, und der Sieger eines jeden Six-Packs ein Partyfass vom Sponsor.
Grundgedanke: Gerechter Wettkampf
"Der Grundgedanke ist ein gerechter Wettkampf", sagt Patrik Faller über sein Konzept. "Beim Six-Pack-Race haben alle die gleichen Bedingungen." In Cross-Country-Rennen wird schon durch die Startaufstellung eine ungleiche Ausgangsposition geschaffen. Wer in einem 100-Fahrerfeld in den letzten zwei, drei Reihen startet, muss nicht nur in die Pedale treten wie alle anderen auch, sondern ist ständig Zweikämpfen ausgesetzt. Mit erhöhten Sturz- und Defektrisiken im Gedränge. Am ersten Singletrail nach dem Start gibt es häufig Wartezeiten und später die Gefahr von einem gestürzten Fahrer im Singletrail blockiert zu werden. Die nackten Resultate kommunizieren solche Unwägbarkeiten nicht. Das passiert in Fallers Sixpack nicht. Sportler aus der zweiten Reihe könnten durch eine Rennform wie das Six-Pack-Race zusätzlich motiviert werden, weil die Chancen größer sind.
Viele Starts, viele Sieger
Aber in der Idee steckt noch mehr. Am Tag vor einem Bundesliga-Rennen ist eine schnelle Runde auf Zeit eine gute Vorbelastung. Das gab es als Einzelzeitfahren 2001 vor den Weltcups auch schon mal. Wenn sechs Fahrer gegeneinander antreten ist das aber auch für den Zuschauer wesentlich attraktiver und die direkten Duelle simulieren die übliche Wettkampfform mehr als ein Einzelzeitfahren. Unter Umständen sind im Finish auch noch heiße Sprints zu erleben. "Es gibt viele Starts und viele Sieger", bringt es Faller auf den Punkt. Für den Veranstalter hat es den Zusatzeffekt, dass er die Original-Rennstrecke am Vortag einem Test unterziehen kann. Maximal 36 Fahrer oder Fahrerinnen werden in St. Märgen zum Exempel zugelassen. Richtig gelesen: Fahrerinnen! Für das erste Experiment dürfen im gleichen Rennen auch Frauen ran. Die schnellste Dame erhält einen Sonderpreis, wenn es mehr als drei sind, gibt es auch für sie Geldpreise.
Zehn Fahrer gesetzt - 26 können melden
In St. Märgen sind zehn Fahrer gesetzt und 26 werden nach Eingang der Anmeldung angenommen. Die Einteilung der Six-Packs wird vom Veranstalter vorgenommen. Die - auf dem Papier - stärksten Fahrer sollen zum Schluss kommen. Wenn das Six-Pack nur halb so gut funktioniert, wie es klingt, müsste es ein Erfolg werden. Dann wäre ein Antrag an den Radsport-Weltverband UCI die logische Folge. Patrik Faller war übrigens ehedem Langlauftrainer. Und er hat sich genau angeschaut wie erfolgreich die Nordischen Skisportler ihren Wettkampf-Formen reformiert und TV-tauglich gemacht haben. "Von den Langläufern können wir lernen", ist der Freiburger sicher.
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