
Absalon vor Kessiakoff

Gunn Rita Dahle

Marie-Helene Premont

Sabine Spitz

Irina Kalentieva

Nina Göhl

Christoph Sauser

Jose Hermida

Bart Brentjens

Moritz Milatz und Lado Fumic

Nino Schurter

Ren Chengyuan

Adelheid Morath
Letzter Stopp in Schladming
bike2b-Redaktion am 06.09.2006 - 08:55 Uhr
Am Samstag (9. September) wird es für die Cross-Country-Spezialisten im Weltcup zum letzten Mal ernst. Beim Finale in Schladming (AUT) geht es aber nur noch theoretisch um den Titel der besten XC-Mountainbikerin. Bei den Herren steht Julien Absalon bereits als Weltcup-Sieger im Cross Country fest.
Platz 60 reicht zur Titelverteidigung
Die Spannung vor dem Finale könnte allerdings größer sein. Gunn-Rita Dahle-Flesja fehlen nur sechs magere Pünktchen um ihren Weltcup-Triumph aus dem Vorjahr zu wiederholen. Daher zweifelt eigentlich niemand an der erfolgreichen Titelverteidigung der Norwegerin, die sich in diesem Jahr bereits die Weltmeistertitel im Marathon und im Cross Country sicherte. Theoretische Chancen im Kampf um die Kristallkugel besitzt nur Marie-Helene Premont. Die Kanadierin müsste das Rennen aber in jedem Fall gewinnen, wobei Dahle-Flesja ausscheiden oder ohne Punkte bleiben müsste, was Platz 61 bedeuten würde. Dieser Fall ist aber nur theoretischer Natur. Selbst der letzte Punkterang (Platz 60) erhält acht Zähler.
Kampf um die Plätze
Der Kampf um die weiteren Podestplätze ist allerdings noch offen. Beste Karten hat sicherlich Premont, die 75 Punkte vor Sabine Spitz liegt. Die Deutsche Meisterin gibt sich aber kämpferisch und würde gerne ihren zweiten Platz aus dem Vorjahr wiederholen: "Das wird natürlich ein schwieriges Unterfangen den zweiten Platz noch zu erreichen. So lange es aber rechnerisch noch möglich ist, bleibt es aber mein Ziel. Angriff ist ja bekanntlich auch die beste Verteidigung, sodass es helfen sollte Rang drei zu verteidigen." Gerade nach dem Pech in Neuseeland wird Spitz darauf brennen, es den anderen zu zeigen. Irina Kalentieva liegt auf Rang vier, kommt aber mit enormem Rückenwind zum Weltcup-Finale. Die Russin überzeugte bei der WM mit Platz zwei und will auch in Schladming mit um den Sieg kämpfen. Kalentieva hat auf Spitz einen Rückstand von 44 Zählern.
Göhl wieder dabei
Nach ihrer Pause bei den Weltmeisterschaften, in der sie ihr Physikum bestanden hat, ist Nina Göhl wieder mit von der Partie und freut sich auf das Rennen. Ohne großen Druck kann die Weltcup-Siegerin von Fort William an den Start gehen. Auch dort war die Deutsche Vize-Meisterin direkt von Klausuren angereist und zeigte der Konkurrenz nur das Hinterrad. Man darf also auf sie gespannt sein. Weitere Sieganwärterinnen sind Maga Fullana (ESP) und Maja Wloszczowska (POL).
Ehrenrunde für Absalon
Im Herrenrennen geht es ebenfalls nur noch um die Plätze. Olympiasieger Julien Absalon hat sich bereits beim letzten Rennen in Mont-Sainte-Anne (CAN) den Gesamtsieg gesichert. Der Franzose ist derzeit das Maß der Dinge im Mountainbike-Sport. Allein in diesem Jahr gewann er neben drei Weltcup-Rennen den Europa- und den Weltmeistertitel. Auf der berühmten Ski-Abfahrtsstrecke Planai kann der 26-Jährige also eine Ehrenrunde drehen.
Drei Biker für zwei Plätze
Hinter Absalon wird es aber noch einmal spannend. Die Punkteabstände zwischen Platz zwei und vier sind so gering, dass sowohl Christoph Sauser (SUI, 830), Jose Hermida (ESP, 810) als auch Bart Brentjens (NED, 715) noch für den Sprung auf das Podium in Frage kommen. Hermida der vom spanischen Radverband von der WM zurückbeordert wurde, weil er angeblich in die Doping-Affäre um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt sein soll, darf für sein Team im Weltcup starten. Solange dem Multivan Merida Biking Team keine weiteren Informationen zu seiner Suspendierung zur Verfügung stehen, besteht aktuell kein weiterer Handlungsbedarf. Die Teamleitung weist allerdings auf ihre Nulltoleranz-Strategie bei Dopingvergehen hin.
Viele Sieganwärter zum Abschluss
Neben den vier Bestplatzierten haben aber eine ganze Reihe von Fahrern eine Chance, das Rennen zu gewinnen. So sollte man auf jeden Fall die beiden Schweizer Florian Vogel und Ralph Näf auf der Rechnung haben. Fredrik Kessiakoff (SWE) will nach dem Gewinn der Bronzemedaille endlich seinen ersten Weltcup-Triumph feiern. Auch Roel Paulissen (BEL) und Liam Killeen (GBR) dürfen von den anderen nicht unterschätzt werden.
Milatz auch am Ende bester Deutscher?
Die Deutschen gehören leider nicht zu diesem illustren Kreis. Der Deutsche Meister Moritz Milatz ist derzeit mit Rang 16 der bestplatzierteste BDR-Biker. Lado Fumic folgt auf dem 22. Platz. Fumic, der aufgrund einer Schleimbeutelentzündung in der Schulter nicht an der WM teilgenommen hat, hat den Vorteil, dass er die Strapazen der Neuseelandreise nicht in den Knochen hat. Er könnte sich also noch vor Milatz in der Gesamtwertung schieben.
Heimspiel für Jungmeier und Weiss
Ein Heimspiel haben am Wochenende die beiden Österreicher Bärbel Jungmeier und Michi Weiss. Jungmeier ist voller Vorfreude: "Ein Weltcup-Rennen vor heimischem Publikum ist immer ein Wahnsinnserlebnis! Ich freue mich auf den selektiven Kurs rund um den Planaizielhang und das Ortszentrum von Schladming, die tolle Stimmung im Planaistadion und die (hoffentlich) zahlreichen, motivierenden und unterstützenden Zuschauer." Dass die Trauben sportlich für die Teilzeit-Mountainbikerin sehr hoch hängen, weiß die Ciclopia-Athletin: "Ganz klar, mir fehlen die rennspezifischen Belastungen, außerdem ein wenig die Praxis am Gerät, da ich mich im Moment ganz gezielt auf die Straßen-Einzelzeitfahr-WM in Salzburg vorbereite. Ich will ein für mich gutes Rennen fahren - über Platzierungen spekuliere ich erst gar nicht." SRM-Simplon-Profi Michi Weiss nimmt die Sache in der Heimat allerdings etwas ernster. Er kann mit einem guten Ergebnis noch in die Top Ten der Gesamtwertung fahren.
Keine Spannung in der U23-Kategorie
So wie bei der Elite sieht es auch in der U23-Kategorie aus. Bei den Herren darf sich Nino Schurter schon über das rote Trikot des Gesamtsiegers freuen. Der U23-Weltmeister hat einen zu großen Vorsprung vor seinen Konkurrenten um den Dänen Jakob Fuglsang. In der dieses Jahr erstmals ausgetragenen U23-Kategorie der Damen wird sich ebenfalls die Weltmeisterin den Triumph nicht mehr nehmen lassen. Die Chinesin Ren Chengyuan hat 110 Punkte mehr auf ihrem Konto als Adelheid Morath. Für die deutsche Rothaus-Cube-Bikerin sollte der zweite Rang in dieser Wertung aber zufrieden stellend sein, da die Chinesin in diesem Jahr zu stark war, auch wenn Morath das rote Trikot am Anfang der Saison zweimal überstreifen konnte.
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