
Marie-Helene Premont

Christoph Sauser

Gunn-Rita Dahle-Flesja

Sabine Spitz

Julien Absalon

Jose Hermida

Moritz Milatz und Karl Platt

Nina Göhl
Sauser und Premont in Kanada siegreich
bike2b-Redaktion am 26.06.2006 - 09:18 Uhr
Beim XC-Weltcup in Mont-Sainte-Anne (CAN) konnte Christoph Sauser am Sonntag (25. Juni) seinen ersten Saisonerfolg einfahren. Der Titelverteidiger vom Specialized-Team gewann nach 2:00,29 Stunden vor seinem Teamkollegen Liam Killeen (GBR) und Julien Absalon (FRA). Bei den Damen setzte sich Lokalmatadorin Marie-Helene Premont nach 1:41,17 Stunden durch. Damit wurde Gunn-Rita Dahle-Flesja, die Zweite wurde, ein zweites Mal hintereinander geschlagen. Dritte wurde die Deutsche Sabine Spitz.
Déjà-vu für Dahle-Flesja
Geschichte kann sich wiederholen, und zwar in Kanada. In Mont-Sainte-Anne ähnelte das Damenrennen dem von 2005 sehr. Erneut schaffte die in der Nähe der Strecke wohnende Marie-Helene Premont den Sprung ganz oben auf das Podium. Die Kanadierin behielt in der schwülen Hitze ihrer Heimat kühlen Kopf und überholte die Weltcup-Führende Dahle-Flesja in der letzten der fünf Runden. Für Dahle-Flesja, die am Ende einbrach, war dies ein Déjà-vu-Erlebnis. Auch 2005 musste die amtierende Weltmeisterin Premont ziehen lassen. Nach 26 Kilometern fuhr Premont unter dem frenetischen Jubel der Kanadier zu ihrem dritten Weltcup-Erfolg insgesamt über die Ziellinie, Dahle-Flesja folgte mit 58 Sekunden Rückstand.
Sturz wirft Spitz zurück
Auch der dritte Platz wurde wie im letzten Jahr an Sabine Spitz vergeben. Ihr Ergebnis war nie gefährdet. Wäre die Deutsche Meisterin nicht in der dritten Runde schwer gestürzt, hätte sie vielleicht um den Sieg mitfahren können. Zu diesem Zeitpunkt lag Spitz hervorragend im Rennen, vor Premont auf dem zweiten Rang, und war daher so nah an ihrem zweiten Weltcup-Sieg wie lange nicht mehr. "Ich habe mich sehr gut gefühlt heute. Nach dem Sturz hatte ich Angst mich ernsthafter am Rücken verletzt zu haben, was mich aus dem Konzept brachte. So bin ich froh, das Rennen zu Ende gebracht zu haben und gar noch Dritte geworden zu sein, auch wenn ich das Gefühl habe, dass heute vielleicht mehr drin gewesen wäre", sagte Sabine Spitz nicht unzufrieden im Ziel.
Erfolgreiche Teamarbeit bei den Herren
Im Herren-Rennen stand erstmals nach dem Auftaktsieg von Bart Brentjens nicht Julien Absalon auf dem obersten Podestplatz. In hervorragender Teamarbeit setzten sich in der Mitte der ersten Runde die beiden Specialized-Fahrer Christoph Sauser und Liam Killeen vom Feld ab. Der Einzige, der folgen konnte, war der Spanier Jose Antonio Hermida. Absalon bemerkte dies zu spät und startete in der dritten von sieben Runden seine Aufholjagd. Als es in die vierte Runde ging, lag Hermida schon hinter dem Franzosen, der von da an nur noch seinen dritten Platz sicherte. Im Ziel ließ sich Sauser nach einer erfolgreichen Attacke gegen Killeen nach fast exakt zwei Stunden als Sieger feiern.
Licht und Schatten bei den Deutschen
Die deutschen Herren konnten nicht in den Kampf um die vorderen Plätze eingreifen. Der frisch gebackene Deutsche Meister Moritz Milatz startete zunächst furios und hielt sich in den Top Ten. Ein früher Sturz brachte ihn aber aus dem Konzept, sodass er die vorderen Ränge nicht mehr erreichen konnte. Am Ende wurde er als 24. bester Deutscher. Auch Jochen Käß war nicht vom Glück verfolgt. Der Alb-Gold-Profi rutschte durch einen Plattfuß weit zurück und musste nachher aufgrund einer Knieverletzung das Rennen aufgeben. Karl Platt drehte gegen Ende noch einmal kräftig auf und hätte beinahe noch Moritz Milatz eingeholt. Der Rocky-Mountain-Biker finishte als 26. Die Damen boten dagegen gute Leistungen. Ivonne Kraft fuhr als Siebte in die Top Ten und zeigte damit ihre beste diesjährige Weltcup-Leistung. Fort-William-Siegerin Nina Göhl hatte in Kanada nicht so gute Beine, konnte als Zwölfte aber dennoch weitere Weltcup-Zähler einfahren. Adelheid Morath schaffte als 17. zum zweiten Mal den Sprung unter die besten 20 und hatte aus den Erlebnissen des Vorjahres gelernt: "Ich bin hier ohne Erwartungen her gekommen. Ich wollte bei der Hitze am Anfang nicht überziehen. Letztes Jahr bin ich hier ja regelrecht eingegangen." Hanka Kupfernagel beendete das Rennen nicht.
Absalon sichert sich den Titel vorzeitig
Mit dem dritten Rang sicherte sich Julien Absalon aber vorzeitig den Gewinn des XC-Weltcups. Mit nun 1.110 Punkten ist der Franzose nicht mehr einzuholen. Vor dem Finale in Schladming (AUT) im September führt der Weltmeister mit mehr als 250 Zählern vor Christoph Sauser, der damit seinen Titel nicht mehr verteidigen kann. Dritter ist derzeit Jose Antonio Hermida, der mit insgesamt 810 Punkten nur 20 hinter Sauser liegt. Noch nicht entschieden ist dagegen der Kampf um die Kristallkugel bei den Damen. Durch den Sieg hat sich Marie-Helene Premont noch die theoretische Chance erhalten, Gunn-Rita Dahle-Flesja abzufangen. Allerdings fehlen der norwegischen Titelverteidigerin nur fünf Zähler zu ihrem vierten Triumph in Folge.
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