
Pia Sundstedt

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Pia Sundstedt
Interview mit Pia Sundstedt
bike2b-Redaktion am 04.08.2006 - 08:48 Uhr
Pia Sundstedt hat dieses Jahr den Marathon-Weltcup für sich entschieden. Damit hat die Finnin ihr angestrebtes Saisonziel erreicht. Für die teilwese chaotischen Zustände bei den Marathon-Weltcup-Rennen hat sie kritische Worte und bietet im Interview mit bike2b nach dem Marathon-Weltcup-Finale in Val Thorens (FRA) gleichzeitig einige Verbesserungsvorschläge an.
bike2b: Wie verlief für dich der letzte Marathon-Weltcup der Saison 2006 in Val Thorens?
Pia Sundstedt: Ich hatte mich ziemlich gut auf den Wettkampf vorbereitet, denn es war ja mein Saisonziel Nummer eins, den Gesamtweltcup Marathon zu gewinnen. Ich hatte mir die Strecke sehr gut angesehen und kannte alle Schwierigkeiten in den Abfahrten. Im Rennen hatte ich mir vorgenommen, von Anfang an mein eigenes Rennen zu fahren und genau das habe ich gemacht. Am Ende konnte ich mit etwas weniger Risiko fahren, denn der Vorsprung war schon groß.
bike2b: Wie wichitg war es für dich, dass deine Familie extra aus Finnland zum Finale angereist war?
Pia Sundstedt: Klar, das war sehr wichtig! Sie lesen ja sonst nur von meinen Rennen in der Zeitung und im Internet, in Finnland gibt es ja keine MTB-Rennen. Auch als ich noch auf der Straße fuhr, waren sie mich einmal besuchen. Es war auch ein wenig Urlaub für sie, in den Alpen zu sein. Schade, dass die Veranstaltung in Val Thorens nicht so war, wie bei den großen europäischen Marathons, Dolomiti, Birkebeiner oder Frammersbach. Das wäre für sie noch schöner gewesen.
bike2b: Du hast dich nach dem Weltcup über die Veranstaltung geärgert. Was genau hat dich da so aufgeregt?
Pia Sundstedt: Ja, das habe ich. Es war sehr traurig, den Weltcup so zu beschließen. Es gab fast keine Zuschauer und die Organisation war chaotisch. Leonardo Paez hat sich ja auf der Strecke verfahren, obwohl er großen Vorsprung hatte und hat dadurch viele Plätze verloren. Ich bin ziemlich übel gestürzt, weil ich mit einem Hobbyfahrer zusammengestoßen binr, die waren kurz vor uns auf die Strecke gelassen worden und waren immer im Weg. Das sollte man nicht machen und den Start von den Hobbyfahrern an einen anderen Zeitpunkt legen. Ist ja auch Stress für diese Fahrer wenn dauernd jemand überholt und schreit... Es war wirklich schlecht organisiert und das Rennen gab es nur einmal vorher. Es war richtig amateurhaft. Da ist jedes Dorfrennen bei uns im Schwarzwald besser.
bike2b: Der Marathon-Weltcup bestand dieses Jahr nur aus vier Rennen. Ist das deiner Meinung genug oder sollten es wieder mehr Rennen wie 2005 geben?
Pia Sundstedt: Ja klar! Man konnte sich bei nur vier Rennen keinen Ausfall erlauben, musste immer auf Sicherheit fahren, um die Gesamtwertung nicht zu riskieren. Ein paar Rennen mehr wären besser!
bike2b: Außer für das Rennen in Italien beim Dolomiti Superbike gab es bei den anderen drei Veranstaltungen eher nur kritische Stimmen, auch wenn die weltbesten Biker dabei waren. Wie beurteilst du überhaupt den Marathon-Weltcup und die Saison 2006?
Pia Sundstedt: Ja, das war schade. Die Veranstaltung in Naoussa (GRE) war eigentlich sehr gut organisiert und auch die Strecke war schön. Aber es ist eben weit weg gewesen. Man muss das ganze etwas zentraler machen und vielleicht auch wieder Cross-Country-Punkte vergeben, damit auch wieder ein paar Cross-Country-Fahrer am Start stehen. Am besten wäre es, ein paar der großen, gut organisierten europäischen Marathons (Kirchzarten, Ischgl, Frammersbach, Willingen, Birkebeiner, St Wendel, Roc d'Azur...) als Weltcup zu machen. Da stimmt die Konkurrenz und die Organisation.
bike2b: Wenn du was ändern könntest, was würdest du 2007 anders machen?
Pia Sundstedt: Die Veranstaltungen an erprobte Veranstalter vergeben und nicht an exotische Destinationen. Dann würde ich ändern, dass man nicht nur eine Runde fahren darf (die UCI fordert immer eine lange Runde als Strecke, zwei Runden, wie z.B. bei der EM, sind nicht erlaubt). Es wäre besser, auch zwei Runden von zum Beispiel 60 km fahren zu dürfen, denn es ist einfacher für Betreuer und Organisation. Verbieten würde ich, Start und Ziel an zwei verschiedenen Orten zu haben. Das ist sehr aufwendig. Dann würde ich mehr Streckenposten einsetzen, um Abkürzen zu verhindern (manche schummeln so) und auch aufpassen, dass bei uns Frauen keine "Helfer" aus dem Männerfeld mitfahren...
bike2b: Welche Ziele hast du dir noch für 2006 gesetzt? Vielleicht den Marathon-WM-Titel?
Pia Sundstedt: Mein Hauptziel für 2006 war der Weltcup. Alles was jetzt noch kommt ist Bonus. Auch EM-Silber hatte ich nicht erwartet. Ich werde bei der WM am Start sein, aber ohne echte Ambitionen. Das spare ich mir für die nächsten Jahre :-)
bike2b: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!
Pia Sundstedt: Danke auch und bis bald!
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