
Olaf Rochow

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Die DM XC 2006 und Olaf Rochow
Bernhard Mollnhauer, Team FUJI am 14.06.2006 - 19:22 Uhr
Sicherlich es gab auch bei dieser DM in Albstadt wieder viele "Unglücksraben", sind übrigens beim MTB-Sport ein entscheidender Bestandteil, die Teammechaniker oder die Athleten versuchen das Wettkampfmaterial so gut es in ihrer Macht steht optimal bereitzustellen und nicht selten sind es Defekte, Stürze oder "arg eigennützige Kontrahenten", die Erfolgsträume zerstören können.
Olaf Rochow mit realistischen Chancen
Olaf Rochow, der sich exklusiv mit seinem Bruder Wilko auf die DM in Albstadt in einem schweizer Höhehntrainingslager vorbereitete und circa zehn Tage vor diesem Start wieder in heimatliche Gefilde zurückkehrte, wollte, so sein Ziel, unbedingt in die Top Ten dieser DM fahren. Ich als sportlicher Leiter beurteilte Olafs Chancen als realistisch und keineswegs vermessen, schon eine Woche zuvor zeigte er beim
Tune-FRM-Cup in Betzdorf, dass er sich in einer stark aufsteigenden Form befindet... er gewann souverän!
Zunächst ein guter Anfang
Es fing ja auch gut an, eine guten Startplatz, optimales Wetter, tausende von Zuschauern, Mutter und Schwester als Unterstützung am Rennort und die Form...........
...............er fühlte sich etwas durchwachsen, doch sagte ich Olaf, dass du deinem Körper jetzt voll vertrauen musst, nur überpacen darfst du nicht und Trinken, das Trinken nicht vergessen!
Es geht los, endlich........!
Wie üblich ein agressiver Start der circa 100 gemeldeten Athleten und ein schlechtes Vorzeichen? Kettenklemmer bei Olaf, der zum Glück schnell behoben werden konnte, statt bei der ersten Verpflegung die Flasche zu nehmen (hatte keine negativen Auswirkungen) "erzählte er im vorbeirasen" seine Kettenklemmerstory. Nach der ersten Runde entschied ich mich am langen Anstieg gegenüber dem Sprecher Position zu beziehen, denn hier sah man die Fahrer im Up- und Downhill! Olaf arbeitete sich systematisch und mit unglaublichen Pedaldruck nach vorn, in der dritten oder vierten Runde erwartete ich die Spitze, Sickmüller kam gefolgt von Milatz, Fumic-Brothers und Alb-Gold-Fahrern, dann auf Platz acht Olaf Rochow, Gänsehaut überkam mich...........unglaublich und es sah recht locker aus, er war an der Verfolgergruppe dran.............sollte das Training, die Vorbereitung Früchte tragen............super..........ich rief ihm noch zu, nicht zu überpacen, dann kam auch schon sein Teamkollege Tobias Witzack, etwa auf Platz 13 bis 15, habe vor lauter Begeisterung vergessen die Plazierungen zu zählen, toll so habe ich mir das vorgestellt!
Hektik und erneute Aufholjagd
Doch dann Hektik, Olaf kam den Berg runter, zu mir, die Kette hatte sich zwischen Kranz und Speichen verklemmt, mit brachialer Gewalt riss ich die Kette aus der Verklemmung, das dauerte alles eine Ewigkeit und Fahrer für Fahrer zog an uns vorbei, auch der Traum für Olaf von einer Top-Ten- Plazierung?! Olaf konnte weiterfahren, etwa auf Platz 20 bis 25, ich weiß es nicht so genau, zumindest weit hinter Tobias Witzack, doch in der nächsten Runde kam nicht Tobias zuerst, sondern Olaf, der wie in bester Bergfahrermanier wieder den Anschluss an die Top Ten suchte, ich war begeistert, doch Olaf schüttelte immer noch den Kopf........
In der folgenden Runde war er schon wieder auf dem zwölften Platz (so denke ich) klar vor Tobias, und dann, man will es gar nicht aussprechen, verhindert ein Durchschlag am Hinterradfreifen die Aufhohljagd erneut, er musste ins Raddepot..............
Flasche reichen ist während des Rennens beinahe die wichtigste Aufgabe der Betreuer
Es war niederschmetternd, hier zweifeln dann viele am Sinn dieser Sportart, die um vieles tückenhafter ist und damit auch anspruchsvoller als ein Straßenradrennen sein kann. Beim MTB-Rennen ist der Athlet zu einem enorm hohen Prozentsatz auf sich allein gestellt, keine sinnvollen Teamhelfer, die einem wieder ans Feld ranführen, keine Materialwagen, die ständig mitfahren, keine Erstatzbikes...........nur Betreuer die das Szenario freudig oder leidig am Streckenrand mitverfolgen können, vielleicht Tipps geben und strategische Anweisungen übermitteln können, das Flasche reichen ist während des Rennens beinahe die wichtigste Aufgabe der Betreuer! Nach dem Hinterradwechsel fuhr Olaf, jetzt deutlich demoralisiert, nochmal zu Tobias auf, der mittlerweile den 13./14. Platz zu festigen schien, ja Olaf fuhr sogar noch einmal an dieser kleinen Gruppe mit Schätzing und Friedrich vorbei und lag eigentlich passabel, doch was heißt hier passabel, wenn man die Chance hat bei einer XC-DM unter die Top Acht zu fahren und sich damit auch für die Zukunft den nötigen Respekt im Fahrerfeld zu verschaffen?
Nur Ergebnisse zählen, oder?
Zum Schluss gingen dann die Akkus aus, weil die innere Spannung abfiel und die Entäuschung jetzt bei jeder Pedalumdrehung des Olaf Rochow mitfuhr! Für mich fuhr er so stark wie noch nie, er hatte aus meiner Sicht die reelle Chance in die Top Ten, eventuell sogar in die Top Acht zu fahren und nur ein besonderer Rochow'scher Charakterzug läßt Olaf weiter diesen Sport mit Freude und Leistungsbereitschaft betreiben:
Analysieren, abhaken und dann positv nach vorn blicken.......nach dem Rennen ist vor dem Rennen!
Deshalb macht auch mir, dem Teammanager von Fuji-Bikes, der Job Spaß, mit jungen Menschen zu arbeiten, die ein Team als wichtige und notwendige Gemeinschaft sehen und sich mit ihrer Leistung auch mit dem Team und den Partnern identifizieren können. Sind diese Voraussetzung auf beiden Seiten, Athleten und Teamführung, nicht gegeben, dann sollte man nicht zusammenarbeiten, sondern seine eigene Suppe kochen. Auf nach St. Märgen zum vierten Bundesliga-Lauf (02. Juli 2006).
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