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Der Rahmen: Auf die Größe kommt es an

bike2b-Redaktion am 24.11.2006 - 12:42 Uhr

Neben der Grundsatzentscheidung Fully oder Hardtail, ist der Rahmen, das Herz des Bikes, ein wichtiger Faktor beim Kauf. Wenn er die falsche Größe hat, ist es schwierig bis unmöglich, den richtigen Sitz auf dem Rad zu finden. Die Größe muss also den Körpermaßen entsprechend ausgewählt werden.

Innenbeinlänge für passenden Rahmen entscheidend
Um schnell den passenden Rahmen zu finden, sind die Maße des Sattelrohres und des Oberrohres entscheidend, also Höhe und Länge des Rahmens. Die Rahmenhöhe bezeichnet den Abstand von der Mitte des Tretlagergehäuses bis zur Oberkante des Sattelrohres. Hierbei orientiert man sich neben der Körpergröße vor allem an der Innenbeinlänge. Um diese zu bestimmen, stellt man sich ohne Schuhe an eine Wand, schiebt ein Buch oder eine Wasserwaage bis zum Anschlag hoch und misst exakt den Abstand vom Boden bis zur Oberkante des Hilfsmittels. Die Rahmenhöhe sollte ungefähr die Innenbeinlänge abzüglich 25 Zentimetern betragen. Einen genaueren Wert erhält man mit der Formel: Innenbeinlänge multipliziert mit 0,66. Die Hersteller geben die Maße in Zentimetern oder Zoll, sowie in Konfektionsgrößen (XS, S, M, L, XL, XXL) an. Während man Zoll und Inch leicht in Zentimeter umrechnen kann (ein Zoll oder Inch entspricht 2,54 Zentimetern), fallen die Größenkategorien bei den Herstellern unterschiedlich aus. Man misst besser mit dem Maßband nach, ob das Modell passt.

Rahmenlänge bestimmt Sitzposition
Die Rahmenlänge bestimmt, ob die Sitzposition eher sportlich-gestreckt oder komfortabel und aufrecht ist. Für den Einsteiger ist grundsätzlich eine aufrechte Position günstiger, weil so Rückenschmerzen und Sitzprobleme vermieden werden. Bei den Faustregeln zur Wahl des Rahmens kann es immer Abweichungen geben, weil die individuellen Körperproportionen dabei nicht berücksichtigt werden. Daher ist man gut beraten, verschiedene Modelle zu testen, bei denen Sattel und Lenker zuvor auf die richtige Höhe eingestellt wurden. Falls die Rahmengröße nicht ganz passt, kann dies bis zu einem gewissen Grad auch durch gefederte Sattelstützen und Vorbauten für den Lenker ausgeglichen werden, die in vielen Längen erhältlich sind.

Das Schaltsystem
Eine gut funktionierenden Gangschaltung dient dem Komfort und der Sicherheit auf verschiedenen Geländeformen. Dank der technischen Innovationen in den letzten Jahren, kann man komfortabel schalten und auf 24 bis 27 Gänge zurückgreifen. Vorne sind drei Kettenblätter mit meistens 42, 32 und 22 Zähnen angebracht, hinten neun Ritzel (kleine Zahnräder) mit elf bis 32 Zähnen. Je nach Hersteller gibt es Drehschaltungen, die durch eine Drehbewegung betätigt werden oder Hebelschaltungen mit einem oder mehreren Hebeln, die durch Druck und Zug bedient werden. Hier gilt wieder: Ausprobieren und sich für die Variante entscheiden, die einem besser liegt. Die Kette ist im Schaltsystem am anfälligsten für Verschleiß, weil sie die Kraftübertragung übernimmt und Verschmutzungen durch die Witterung ausgesetzt ist. Sie muss regelmäßig gereinigt und geölt werden, damit kein Rost ansetzt und die Kette glatt läuft. Nach etwa 2.000 bis 6.000 Kilometern hat aber auch die beste Kette ausgedient und muss gewechselt werden, um Abrieb an den übrigen Antriebsteilen zu vermeiden.

Sicherheitsaspekt Bremsen
Für die Sicherheit beim Biken sind intakte Bremsen unabdingbar. Wichtig ist, dass man die Bremskraft sanft dosieren kann, um das Bike gut unter Kontrolle zu haben. Falls die Räder bei einem scharfem Zug blockieren, kann man sich im Ernstfall überschlagen und schwer verletzen. Neben den klassischen Seilzugbremsen gibt es neuerdings hydraulische Bremsen, bei denen der Druck von den Bremshebeln mithilfe eines Hydrauliköls übertragen wird, was die Bremskraft erhöht. Bei Felgenbremsen, auch 'V-Brakes' genannt werden, besteht das Bremssystem aus verschiedenen Komponenten. Am Lenker montiert sind die Bremshebel, die mit den Händen bedient werden. Mit ihnen werden die Bremszüge aktiviert, Drahtseile die den Zug auf die Bremsen übertragen. Die Bremszange öffnet und schließt sich an der Radfelge, an der sich die Gummiklötze abreiben und für die Bremswirkung sorgen. Hierbei ist auf saubere verarbeitete Bremsklötze und Felgenflanken zu achten, um den Felgenverschleiß möglichst gering zu halten. Bei Scheibenbremsen sind die Bremsklötze nicht außen am Rad an der Felge angebracht, sondern reiben sich an der Scheibe in der Mitte des Rads. Dies bietet den Vorteil, dass bei unterschiedlichen Wetterbedingungen eine annähernd gleiche Bremswirkung erzielt wird, man also auch bei Nässe auf der Fahrbahn sicher zum Stehen kommt. Allerdings wiegen Scheibenbremsen mehr als Felgenbremsen und führen außerdem zu einer raschen Abnutzung der Gabelbeine und Speichen.

Reifen für jedes Profil
Die Reifen haben großen Einfluss auf den Fahrspaß, weil die Beschaffenheit des Profils und die Reifenbreite die Traktion, also die Bodenhaftung, mitbestimmen. Für jedes Gelände gibt es mittlerweile speziell konzipierte Reifen, die das Risiko reduzieren, wegzurutschen. Ein breiter Reifen ab 2,3 Zoll bietet mehr Fahrkomfort als schmale Modelle, weil er weniger Luftdruck benötigt und Unebenheiten in der Fahrbahn abdämpft – dies kommt der Wirbelsäule und den Gelenken zugute, und die Muskulatur verspannt nicht so schnell. Auch die Einstellung des Reifendrucks dient dem sicheren Handling und einer rückenfreundlichen Fahrweise: Ein hoher Druck verringert den Rollwiderstand und erhöht geringfügig die Geschwindigkeit. Außerdem ist der Schlauch weniger anfällig für einen Platten. Allerdings ist es nur bei Wettkämpfen oder steinigem Gelände mit Durchschlaggefahr sinnvoll, den Reifendruck zu erhöhen, weil der Biker bei einer Freizeit-Tour nicht gegen die Uhr fährt und etwas Materialverschleiß in Kauf nimmt. Am besten richtet man sich nach den Angaben des Herstellers und fährt lieber mit zu wenig als mit zu viel Reifendruck. Für den Allrounder, der auf verschiedenen Terrains fährt, ist ein breiter Reifen mit mäßigem Profil ideal.


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