
Rene Tann

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Rene Tann

Tann vor Craig

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Bei René Tann fährt die Angst mit
A. Küstenbrück/bike2b am 11.06.2007 - 15:58 Uhr
René Tann gelang ein Parforce-Ritt durch das World-Cup-Feld, allerdings fuhr bei ihm beim Mountainbike-World-Cup in Champéry auch die Angst mit. Trotzdem gelang Tann bei erneut widriger Witterung dem erfolgreichsten deutschen Nachwuchsmountainbiker beim dritten von sechs Läufen zum UCI Mountainbike World Cup im südschweizerischen Champéry sein bestes internationales Saisonergebnis: Auf Platz 33 beendete der Suhler Sportsoldat das Rennen.
Platz fünf für Tann nach der Startphase
Strahlender Sonnenschein herrschte am Samstagnachmittag über Portes du Soleil, einem Skigebiet im französisch-schweizerischen Grenzgebiet östlich des Genfer Sees. Doch das sollte sich kurz nach dem Start ändern: Binnen weniger Minuten schoben sich dunkle Wolken über die Berge, kurz darauf ging ein heftiger Regenschauer auf Champéry nieder – und verwandelte die ohnehin schon durch viele enge und steile Wurzelpassagen technisch äußerst anspruchsvolle Strecke in eine teilweise glitschige Rutschpartie, besonders in den Abfahrten. Viele Stürze kennzeichneten danach den Rennverlauf, auch den des Suhlers, der nach seinen guten Platzierungen in Houffalize (BEL) und Offenburg, wo er jeweils 47. geworden war, sich für den schweizer World Cup viel vorgenommen und das auch früh in die Tat umgesetzt hatte: Auf Platz 50 gestartet, hatte er sich noch im steilen Anstieg der Startrunde bis auf Platz zwei vorgearbeitet, war auf Platz vier in die Abfahrt gegangen ("Ich wollte in den Singletrails vorne sein, um nicht von den anderen behindert zu werden.") und hatte nach dem späteren Sieger, dem Weltmeister Julien Absalon (FRA), dem ehemaligen World-Cup-Gesamtsieger Christoph Sauser (SUI, 2.), dem U23-Weltmeister Nino Schurter (SUI, 3.) und dem Belgier Roel Paulissen (4.) als Fünfter nach der verkürzten Startrunde die Ziellinie überquert. Wie schon so oft nahm Tann danach das Tempo heraus, um Kraft zu sparen und seine Energie nicht vorzeitig zu verbrauchen: "Ich habe meinen eigenen Rhythmus gefahren."
Erneut ein Sturz auf den Kopf
Bis der Regen kam. Bis die Wurzeln und Felsplatten glatt und rutschig wurden. Und Tann stürzte. Wieder auf den Kopf, wieder auf den Nacken. Wie schon vor fünf Wochen beim Bundesliga-Lauf in Heubach, wo sich Tann ein schweres Schleudertrauma zugezogen hatte, unter dem er heute noch leidet. Nur mit breiten Tape-Verbänden am Nacken kann der Sportsoldat die wichtigen Rennen bestreiten. "Die Angst fährt immer mit." Es wird auch noch einige Zeit dauern, bis nicht nur die körperlichen Beschwerden verheilt sind. Genauso schlimm für einen Profisportler ist der Kopf – und auch der muss erst wieder frei werden. Stürze wie in Champéry tragen nicht dazu bei. Im Gegenteil: Tann, sonst ein routinierter Techniker, verlor fortan in den technischen Passagen über Gebühr an Boden und Plätzen, allein in der letzten von insgesamt acht Runden fünf. Am Ende blieb der rechnerisch durchaus zufriedenstellende 33. Platz, der den 21-Jährigen im World-Cup-Gesamtklassement auf den 46. Platz nach vorne brachte.
Tann lässt nächsten zwei World-Cup-Rennen aus
Allerdings wird René Tann diesen Platz nicht halten können, denn an den beiden kommenden World-Cup-Rennen in Kanada wird der Suhler nicht teilnehmen können: Gleichzeitig zum zweiten World Cup in St. Felicién findet am 1. Juli die Deutsche Nachwuchsmeisterschaft im schwäbischen Gerstetten statt. Und da möchte Tann endlich seinen langersehnten Titel in der U23-Klasse holen, den er im vergangenen Jahr relativ überraschend an Benjamin Rudiger abgeben musste. Am kommenden Wochenende steht aber zunächst einmal ein einwöchiges Trainingslager mit der Nationalmannschaft im sächsischen Altenberg auf dem Programm. Vielleicht hilft das Tann auch, seine gewohnte Selbstsicherheit auf dem Rad wiederzufinden. Dass er das körperliche Potenzial hat, ganz vorne mitzufahren, hat René Tann in dieser Saison schon reichlich bewiesen.
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