
Rene Tann

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René Tann mit Parforce-Ritt durch das Weltcup-Feld
A. Küstenbrück/bike2b am 27.04.2007 - 10:07 Uhr
Von Startplatz 231 kämpfte sich der junge Suhler Mountainbiker beim World-Cup-Auftakt binnen drei Runden bis auf Platz 34 vor. Am Ende wurde er mit seinem zweitbesten World-Cup-Ergebnis überhaupt 47.
Start von Position 231
Die Vorzeichen standen nun wirklich nicht gut für den diesjährigen World-Cup-Auftakt für den 21-jährigen Suhler Mountainbiker René Tann, der für das niederländische Team DeBrink-Tentusscher startet: Zwar hatte er in den Wochen zuvor bei den internationalen Rennen im österreichischen Langenlois und im schwäbischen Münsingen seine ausgezeichnete Frühjahresform unter Beweis gestellt – und er sollte auch am vergangenen Sonntag im belgischen Houffalize mit einer hervorragenden Leistung glänzen – doch ein Kommunikationsproblem sorgte dafür, dass er buchstäblich vom letzten Platz aus ins Weltcup-Rennen starten musste: Wäre er nach seiner Leistung aufgestellt worden, wäre der Sportsoldat von Position 98 aus ins Rennen gestartet. Da er aber als Nachmelder geführt wurde, musste er nicht nur ein fünffach erhöhtes Startgeld zahlen, sondern wurde auch noch auf Position 231 aufgestellt.
Nach drei Runden schon auf Platz 34
Wer den Mountainbike-Sport kennt, weiß, wie wichtig ein guter Startplatz ist: Schließlich wird von Anfang an an der Spitze Vollgas gefahren. Aber wer auch René Tann kennt, weiß auch, was für ein guter Starter er ist, der sich auch aus schwierigen Situationen heraus weit nach vorne katapultieren kann. Doch in Houffalize in den belgischen Ardennen stieß auch Tann an seine Grenzen. "Mein Plan, schon in der Startphase viele Plätze gut zu machen, ging zunächst nicht auf", resümierte er nach dem Rennen. Auch nach 500 Metern war er immer noch ganz am Ende des kompakten Feldes. Doch nach den ersten fünf Kilometern auf einer verkürzten Startrunde lag Tann zu seiner eigenen Überraschung schon auf Platz 96, hatte also rund 140 Fahrer hinter sich lassen können. Und Tann setzte seine Aufholjagd fort. Mit hervorragenden Rundenzeiten kämpfte er sich immer weiter nach vorne. "Ich habe immer erst an der Anzeigentafel im Zielbereich gemerkt, wie viele Fahrer ich überholt habe – auf der Strecke ist mir das gar nicht so aufgefallen", schüttelte er über sich selbst den Kopf. In der zweiten von insgesamt fünf Runden schaffte er in dem Weltklassefeld die 18.-beste Rundenzeit, in der dritten sogar die 16.-beste. So wurde nach drei Runden auf dem 34. Platz registriert.
Mit Cola von Verpflegungszone zu Verpflegungszone
Doch dann passierte der Fehler: Statt einer Flasche mit flüssigen Kohlenhydraten erhielt Tann von seinen Betreuern nur Wasser. "Als ich das gemerkt habe, habe ich sofort Tempo rausgenommen, denn ich wusste, das kann für mich das Rennende bedeuten", berichtete Tann nach dem Rennen. Der Suhler ist dafür bekannt, mit großer Hitze nicht besonders gut klar zu kommen, musste deswegen bei den Deutschen U23-Meisterschaften und den Europameisterschaften im vergangenen Jahr teures Lehrgeld zahlen: "Ich wollte deswegen auf alle Fälle vermeiden zu überziehen." Tann reduzierte seine Rundengeschwindigkeit und fuhr auf Sicherheit: Ein Platz unter den besten Sechzig berechtigt nämlich beim nächsten World Cup zu einem Start in den vorderen Startreihen. Dennoch musste Tann in der letzten Runde mit Krämpfen kämpfen: "Mit Cola habe ich mich von Verpflegungszone zu Verpflegungszone gerettet." Mit Schmerzen in den Armen und Beinen passierte er nach 2:15:41 Stunden und auf dem immer noch guten 47. Platz die Ziellinie von Houffalize, das als der Klassiker schlechthin unter den Mountainbike-Weltcups gilt, bei dem rund 25.000 Zuschauer die wohl anspruchsvollste europäische World-Cup-Strecke säumten.
Tann erreicht sein Ziel und gibt sich zufrieden
"Ich bin zufrieden", bilanzierte Tann nach dem Rennen, als er sich am Team-Truck von Cannondale-Vredestein, dessen offizielle Nachwuchsmannschaft DeBrink-TenTusscher ist, erholte. Immerhin hatte er in der U23-Wertung den fünften Platz belegt: "Ich habe mein Ziel erreicht: einen guten Startplatz in Offenburg, beim einzigen deutschen World Cup." Doch bevor der am 20. Mai gestartet wird, stehen noch zwei Bundesliga-Rennen auf dem Terminplan des Führenden in der U23-Bundesliga. Am kommenden Wochenende in Sundern-Hagen im Hochsauerland, eine Woche später in Heubach im nördlichen Abschnitt der Schwäbischen Alb. Die Ziele blieben allerdings trotz des Erfolges in Belgien die gleichen wie schon beim Bundesliga-Auftakt in Münsingen, betont Tann: "Ich will in der Elite-Klasse unter die Top Ten fahren und in der U23-Klasse natürlich aufs Podium."
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