Specials Eventspecials 2007 Weltcup XCO-News

Sabine Spitz

Sabine Spitz

Sabine Spitz

Sabine Spitz trotz Defekt auf Platz fünf

Ralf Schäuble/bike2b-Redaktion am 28.05.2007 - 10:29 Uhr

Beim erklärten ersten Saisonhöhepunkt hielt Sabine Spitz (Murg-Niederhof) vom Team Ghost International, dass was sie im Vorfeld versprach und fuhr beim zweiten Lauf zum Mountainbike-Weltcup um den Sieg mit.

Spitz: "Den Zuschauern war ich das schuldig"
Dies tat sie beim Heimrennen in Offenburg zumindest bis in die vierte der insgesamt sechs Runden mit je 5,1 km. Dann wurde die Olympiadritte von Athen durch eine gerissene Kette weit zurückgeworfen, was jegliche Siegchance zunichte machte, da sie durch das technische Problem fast fünf Minuten verlor und bis auf Rang 13 zurückgefallen war. Dass es am Ende mit einem Rückstand von 4:57 Minuten Rückstand auf die Siegerin trotzdem ein fünfter Platz wurde - der von den rund 15.000 Zuschauern fast wie ein Sieg gefeiert wurde - ist einer spektakulären Aufholjagd zu verdanken, in der die Deutsche Meisterin eine bemerkenswerte Moral zeigte und deutlich machte, dass die Form auf jeden Fall gestimmt hat. Im Ziel sagte Sabine Spitz zum Rennen: "Als die Kette riss, dachte ich im ersten Moment, es ist vorbei. Aber dann habe ich an all die Leute gedacht, die an der Strecke standen. Denen war ich das schuldig. Ich musste das durchziehen. Mit meiner Verfassung war ich aber sehr zufrieden", wobei sie ihre Enttäuschung nicht ganz verbergen konnte. Gewonnen wurde das Rennen von Irina Kalentieva (RUS) mit einer Endzeit von 2:02:38 Stunden.

Von Beginn an aggressive Fahrweise
Als die Kette riss lag Sabine Spitz mit 40 Sekunden Rückstand auf Rang zwei hinter der späteren Siegerin Irina Kalentieva (RUS) und 35 Sekunden vor der Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle (NOR). Der Ausgang des Rennens war noch völlig offen. Davor hatte Sabine Spitz in den ersten beiden Runden mit einer ungewöhnlich aggressiven Fahrweise von Beginn an klar gemacht, dass die Vorankündigung, hier in Offenburg gewinnen zu wollen, keine leeren Worthülsen waren. In der dritten Runde einsetzende sintflutartige Regenfälle erschwerten dieses Unternehmen dann ein erstes Mal. Während die Russische Meisterin diese nassen Bedingungen liebt, hat Sabine Spitz bei Regen stets Schwierigkeiten ihre volle Leistungsfähigkeit zu entfalten. Dazu kamen Probleme mit den Reifen, die für trockene Bedingungen ausgelegt waren, wobei sie dieses Los mit vielen ihrer Konkurrentinnen teilte. Ein in Folge erster Sturz im nur noch schwierig beherrschbaren "Duall Speed"-Downhill brachten die Lokalmatadorin erstmals aus dem Rhythmus.

Anzeige

1,5 km bis zum Materialdepot
Endgültig musste Sabine Spitz dann aber die Chancen auf das Podium oder gar den Sieg nach einer gerissen Kette am höchsten Punkt der Strecke begraben. Ohne Vorwahrung trat der Defekt auf, was als Ursache auf einen Materialfehler schließen lässt. "Das ist Pech. Die Kette war neu. Da kann man nichts machen", erklärte der verantwortliche Ghost-Teammechaniker Herbert Gmeiner sichtlich frustriert nach dem Rennen. Für Sabine bedeutete der Materialfehler die etwa 1,5 km bis zum Materialdepot ohne Kette kommen zu müssen, was mit der Reparatur viel Zeit in Anspruch nahm. "Es gibt nichts Schlimmeres. Du stehst da und siehst die Gegnerinnen an dir vorbeifahren. Der anhaltend starke Regen machte die Sache auch nicht einfacher, da die Muskulatur schnell auskühlt. Da braucht man erst wieder ein wenig Zeit bis man wieder seinen Rhythmus findet", gab Sabine Spitz einen Einblick in ihre Gedanken während der Zwangspause. Aber mit viel Wille und den vielen Fans an der Strecke schaffte die Deutsche Meisterin das fast Unmögliche und holte zwei Kilometer vor dem Ziel die bis dahin auf Rang fünf liegende Chinesin Ren Chengyuan noch ein. Dabei lies Sabine Spitz die Siegerin des ersten Weltcup förmlich stehen und schaffte so souverän den Sprung auf den letzten Platz des jeweils fünf Sportlerinnen umfassenden Weltcup-Podiums. "Als ich Ren in Sichtweite hatte, hätte mich nur noch ein weiterer Defekt aufhalten können", schilderte Sabine Spitz das furiose Finale.

Leistung bis zum nächsten Weltcup konservieren
Nun hofft Sabine Spitz ihre gute Form bis zum nächsten Weltcup in der Schweiz - in zwei Wochen - konservieren zu können, um vielleicht dort zum großen Schlag auszuholen.


  Zurück
Weiterführende Informationen zum Thema:
Verwandte Links (extern):
Social Bookmarking:
Linktipps: Google, Amazon, ebay
Anzeigen
Google Anzeigen