
Impressionen

Pia Sundstedt
Weltcup auf Gran Canaria
Pia Sundstedt am 19.03.2007 - 22:11 Uhr
Gestern kam ich aus Gran Canaria zurück und wurde hier in Freiburg mit Regen und Schnee begrüßt. Das kalte Wetter macht mir aber im Moment nichts aus, da wir im Moment umziehen und ich unsere neue Wohnung einrichten muss. Deshalb ist so eine kurze Sportpause gar nicht so schlecht. Aber bestimmt fange ich bald wieder an zu trainieren, aber es sieht so aus, als ob es eher auf Ski sein wird, darauf hätte ich richtig Lust.
Zeit vor dem Rennen vergeht nur langsam
Aber zuerst möchte ich die Zeit etwas zurückdrehen. Nach dem Rennen in Trevignano flog ich mit meinem Mannschaftskollegen Thomas Dietsch (
www.thomasdietsch.com) nach Las Palmas de Gran Canaria, wo wir Montagabend oder besser gesagt Dienstagmorgen in unserem 5-Sterne-Hotel ankamen. Das Hotel war wirklich klasse, schade nur, dass wir nicht zum Urlaub machen hergekommen waren. Die Tage vor dem Rennen waren langweilig wie immer. Wir suchten die Strecke und merkten bald, dass eine große Gefahr von der Defektanfälligkeit der Strecke ausging. Es würde eine echte Herausforderung sein, die Strecke ohne Platten zu überstehen. Die zweite Herausforderung waren die Konkurrentinnen. Anfang der Saison ist man immer ein wenig unsicher und weiss nicht so sicher, wo man steht und wie stark die Gegnerinnen sind.
Rennszenarien vorher durchgespielt
Der Tag des Rennens kam und ich war bereit. Von meiner Form und auch mental. Ich wusste, dass auf diesem Kurs viel von der richtigen Taktik abhängen würde. Ich hatte mir also verschiedene Szenarien überlegt und jede mögliche Situation im Rennen durchgespielt. Ich hatte mir auch einen eigenen Plan für das Rennen zurecht gelegt. Der Startschuss fiel und die Slowenin Blaza Klemencic fuhr sehr schnell los. Ich fuhr hinterher, zusammen mit Katrin Schwing und der Französin Helene Marcouyre. Nach nur 2 km waren wir nur noch zu viert. Nach weiteren 2 km fielen auch Blaza und Katrin zurück. So waren wir nur noch zu zweit. Die Französin war ziemlich stark, aber ich blieb ruhig und fuhr nur mit, ohne ans Limit zu gehen. Ich verfogte den Plan, den ich mir zurecht gelegt hatte: Ich wollte ab Kilometer 20, im ersten längeren Anstieg anfangen, etwas schneller zu fahren. Der Anstieg kam, ich fuhr schneller und schaffte es, einen guten Abstand am Ende des Anstiegs zwischen mich und meine Gegnerinnen zu bringen. Das erlaubte mir, den Rest des Rennens zu fahren, ohne irgendwelche Risiken auf Defekte eingehen zu müssen. Nach dem Berg ging es 10 km durch ein Flussbett mit vielen Steinen. Man fuhr von Stein zu Stein und hatte doch den Eindruck, überhaupt nicht vorwärts zu kommen. Hier überholten mich die ersten Männer und ich war ziemlich beeindruckt, wie schnell sie über die Steine fuhren.
Unglaubliches, unbeschreibliches Gefühl
Die letzten 20 km ging es nur darum, ohne Defekt ins Ziel zu kommen und ich fuhr dementsprechend vorsichtig. Als ich das Zwei-Kilometer-Schild sah, wusste ich, dass ich gewinnnen würde. Das ist ein unglaubliches, unbeschreibliches Gefühl, insbesondere, wenn man so lange auf dieses eine Rennen hintrainiert hat. Auch der zweite Platz bei den Männern ging an unser Team und vervollständigte das gute Wochenende. Jetzt ist es jedoch an der Zeit, die Zukunft und die nächsten Herausforderungen anzunehmen. Die Saison ist noch lang!
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