
Irina Kalentieva

Podium Damen

Wolfram Kurschat
Kalentieva fährt allen auf und davon
Team Topeak-ERGON am 30.05.2007 - 11:55 Uhr
Phänomenal: Irina Kalentieva vom Team Topeak-Ergon dominiert zurzeit die Mountainbike-Szene nach Belieben. Die letzten drei Rennen gewann die Russin ziemlich souverän. Nach den beiden Siegen bei den Bundesliga-Konkurrenzen (Heubach und Albstadt) folgte nun die Krönung mit dem Triumph beim Weltcup in Offenburg am vergangenen Wochenende.
Kalentieva hätte noch forcieren können
"Jetzt habe ich meine Top-Form erreicht. Wie in Albstadt bin ich auch in Offenburg nicht volles Tempo gegangenen. Falls eine Fahrerin angreift, wollte ich in der Lage sein, sofort mitzuziehen", so Kalentieva. Zu einer Attacke der Konkurrentinnen kam es allerdings im gesamten Rennverlauf nicht. Auf der technisch anspruchvollen Strecke spielte die 29-Jährige ihr ganzes Können aus. Noch bevor der Regen einsetzte fuhr sich die Vize-Weltmeisterin eine deutliche Führung heraus. Etliche Fahrerinnen hatten nachher mit dem rutschigen Boden zu kämpfen. Doch Kalentieva ließ sich von den im Rennverlauf einsetzenden schlechten äußeren Bedingungen nicht aus dem Rhythmus bringen. "Ira" forcierte sogar noch einmal das Tempo und vergrößerte den Abstand in der vierten Runde auf die Verfolgerinnen um Premont, Dahle & Co. auf über eine Minute. "Ich habe mich gefreut, als es in der dritten Runde anfing zu regnen. Da wusste ich, dass ich locker gewinnen kann", erzählte die Cross-Country-Racerin anschließend überglücklich.
Offenburg gutes Pflaster für die Russin
Offenburg scheint für Kalentieva ein gutes Pflaster zu sein. Denn immerhin war es dort nach 2005 und 2006 der dritte Sieg in Folge. "Die Strecke liegt mir sehr", analysierte die sechsfache Landesmeisterin treffend. Mit dem Sieg im Schwarzwald feierte Kalentieva den zweiten Weltcup-Erfolg ihrer Karriere. 2004 in Schladming stand die Bergspezialistin bereits ganz oben auf dem Treppchen. In der Weltcup-Wertung verbesserte sich Kalentieva nun auf den vierten Rang.
Schaltdefekt zwingt Hundertmark zur Aufgabe
Den schlechten Bedingungen fielen jedoch die beiden Teamkollegen Heike Hundertmark und Wolfram Kurschat zum Opfer. Hundertmark schied mit einem Schaltdefekt in der vorletzten Runde aus. Der linke Hebel funktionierte nicht mehr und so konnte die Hochschulmeisterin nur noch auf dem großen Kettenblatt weiterfahren - musste allerdings kurz darauf aufgeben. "Auf dem tiefen Boden kam ich einfach nicht mehr voran, ohne schalten zu können", sagte Hundertmark.
Sturz von 2006 im Hinterkopf
Nach den starken Regenfällen am Vormittag entwickelte sich das Rennen bei den Herren zu einer wahren Schlamm- und Materialschlacht. "Das war unvorstellbar. Mensch und Material kamen absolut an ihre Grenzen", erzählte Kurschat. Im letzten Jahr verletzte sich der 30-Jährige beim Training in Offenburg und die Saison war für den ehemaligen Deutschen Meister gelaufen. "Der Sturz geisterte mir wieder im Kopf herum, daher wollte ich auch nichts riskieren", signalisierte Kurschat, der in der fünften Runde aufgrund der 80-Prozent-Regel aus dem Rennen genommen wurde.
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