
Stefan Danowski
Bundesliga auf World-Cup-Niveau in Münsingen
Stefan Danowski am 19.04.2007 - 08:39 Uhr
Diesmal hatte ich mir für Münsingen einen Spezialplan ausgedacht. Die Anreise erfolgte bereits am Freitagmorgen ohne lästigen Verkehr auf den 750 km. Gegen Mittag schoß ich auf die Alb und wurde mit perfektem Sommerwetter empfangen. Auch die Unterkunft im Hotel Hermann bot alle Annehmlichkeiten, welche man sich wünscht. Gegen 14:00 Uhr ging es dann bereits zur Streckenbesichtigung.
Bikepark zur Freude der Zuschauer
Der Veranstalter hatte mit viel Aufwand den Start- und Zielhang in einen Bikepark verwandelt. Leider waren die Schwaben etwas zu langsam bei der Arbeit, denn der Untergrund war teilweise nur mit sehr grobem Schotter als Füllmaterial bedeckt. Die Zuschauer sollte es freuen, denn das Feld würde hier sorgfältig nacheinander durch die engen Kurven schleichen. Es fehlte hier einfach der Flow. Der Rest der Runde war zu den Vorjahren nicht verändert und durch die Trockenheit sehr gut zu befahren.
Marathon zum Warmwerden
Am Samstag erfolgte dann mein erstes Auftreten. Gegen 10 Uhr startete der Uralan Marathon. Da hier nur 38 km mit circa 850 hm anstanden, nutzte ich dieses Rennen um "warm" zu werden. Bereits am ersten Flachstück fuhr Lukas Kubis den Feld davon. Da keiner so recht wollte, setzte ich am ersten Berg zur Gewaltattacke an und erreichte Lukas. Am nächsten Berg rächte sich diese Aktion und ich fiel zurück.
Platz drei und Siegerehrung ohne Fahrer
Es dauerte einige Zeit, bevor mich eine Vierergruppe mit Steffen Thum (Mayer Arbeitsbühnen/Stevens) einholte. Danach versuchten wir, den Vorsprung zu verringern. Bei dieser Aktion verloren wir unsere zwei Mitstreiter und fuhren danach gemeinsam ein konstantes Rennen. Den Vorsprung konnten wir noch auf 35 Sekunden reduzieren, leider war uns das unterwegs nicht mitgeteilt worden. Als die Marathonrunde dann auf die Cross-Country-Schleife geleitet wurde, gab Steffen Gas. Ich wollte/konnte oder beides zu diesem Zeitpunkt nicht, sodass nur Platz drei für mich übrig blieb. Wäre ein gelungener Samstag, wenn die Siegerehrung auch mit Fahrern stattgefunden hätte. Wen wundert´s, wenn man 2,5 Stunden hinterm Plan hängt. Und ich dachte immer Schwaben schaffen immer...
Sehen, wo man wirkich steht
Der zweite Teil meines Planes bestand nun bei dem Bundesliga-Rennen, welches durch die zahlreichen Profis fast World-Cup-Niveau hatte, mal zu sehen, wo man wirklich steht. Schon bei der Startaufstellung wurde mir klar, wo man steht...hinten auf Platz 91 von 160 Startern..., diese durften dann vor mir ins Gedränge: Ralph Näf, Marathon Weltmeister (8. Weltrangliste), Josè Antonio Hermida (Spanien, 5. Weltrangliste), Karl Platt & Stefan Sahm, diesjährige Gewinner des Cup Epic in Australien, Roel Paulissen (Belgien, 7. Weltrangliste), Frederik Kessiakoff (WM-Dritter, 3. Weltrangliste), Martin Gujan (Schweiz, 21. Weltrangliste), Lado Fumic, sechsfacher deutscher Cross-Country-Meister, Manuel Fumic, ehemaliger U23-Europameister um nur einige zu nennen.
Geheimen Traum erreicht
Dann wurde die Meute auf den Kurs geschickt. Mit etwas Stau aber einen guten Start kam ich um Platz 60 aus der ersten Runde. Irgendwie merkte ich aber, dass dies ein Tag ist, wie ihn sich Radfahrer wünschen: gute Beine und immer Zug auf der Kette. Runde für Runde konnte ich Plätze gut machen. Mittlerweile überholte ich auch Leute, die ich eigentlich sonst nur mit dem Auto überhole. Egal, raus aus dem Sattel und hoch den staubigen Berg vor wohl tausend begeisterten Zuschauern. Die Rundenzahl war mir auch egal, denn ich wollte diesen Tag nutzen und ein gutes Rennen abliefern. Ich schaffte tatsächlich meinen geheimen Traum unter die ersten 30 zu kommen mit Platz 29. Die Sieger Ralph Näf (Merida), Karl Platt (Bulls) und Martin Gujan (Athleticum) haben mich auch nicht überrundet, denn sie nahmen mir lediglich zehn Minuten ab.
Langstreckensaison beginnt
Nächste Woche beginnt die Langstreckensaison mit dem netten Marathon im Kellerwald. Als Preis gibt es hier immer ein leckeres Landbrot als Snack für den Rückweg. Letztes Jahr konnte ich meine ganzen Kollegen damit satt machen. Immer wieder einen Klick wert ist:
www.trenga.de
Dano
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