Specials Eventspecials 2007 Bundesliga Münsingen

Podium U23

Impressionen

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Rene Tann

Rene Tann

René Tann gewinnt Auftakt zur U23-Bundesliga

A. Küstenbrück/bike2b am 16.04.2007 - 08:59 Uhr

Bei sommerlichen Temperaturen im sonst eher für Schmuddelwetter verschrieenen Münsingen belegte der 21-jährige Suhler Sportsoldat im Dienste des niederländischen Team De Brinks-Ten Tusscher in der Elite-Wertung den elften Platz.

Ansprüche von Tann sind gestiegen
Die Zeiten ändern sich: noch vor einem Jahr war der Suhler Mountainbiker René Tann überglücklich, als er beim Bundesliga-Lauf in Münsingen auf der Schwäbischen Alb als Neunter in der Elite-Wertung und als Sieger der U23-Klasse die Ziellinie überquerte. Dieses Jahr war es anders. Zwar gewann Tann beim "Frühjahrsklassiker der Mountainbiker" erneut die Nachwuchswertung, sogar trotz internationaler Konkurrenz noch souveräner als vor Jahresfrist, doch mit dem elften Platz zeigte sich der Sportsoldat nicht mehr ganz zufrieden. Mit der neuen Saison sind auch die Ansprüche gestiegen, die Tann an sich und seine Leistung hat.

Als Erster in den berüchtigten Starthügel
Dabei war er bei sommerlich warmen Temperaturen ein taktisch kluges Rennen gefahren, hatte sich auf den ersten zweihundert Metern aus der dritten Startreihe heraus an die Spitze des 140 Mann starken Feldes katapultiert, vorbei an einem Großteil der Weltelite, die beim Bundesliga-Auftakt in Münsingen am Start war. Wie schon im Vorjahr ging er als Erster in den berüchtigten Starthügel von Münsingen, oben hatte er erneut bereits ein Loch von einigen Metern zu seinen Verfolgern aufgetan. Aber natürlich war auch Tann klar, dass er dieses Tempo nicht über eine Renndistanz von zwei Stunden würde halten können. Deswegen reihte er sich bald danach am Ende der Spitzengruppe ein und überquerte als Siebter zum ersten Mal die Ziellinie: Doch noch lagen weitere acht Runden auf dem im Zielbereich völlig neu gestalteten Kurs vor dem Suhler. "Ich wollte mich nicht schon in den ersten Runden auspowern", erklärte Tann nach dem Rennen seine Taktik. Zwar hatte er vor zwei Wochen im österreichischen Langenlois bewiesen, dass er ein hohes Tempo über die komplette Renndistanz gehen kann, doch in Münsingen waren halt doch ganz andere Kaliber am Start.

Auf der Suche nach dem eigenen Rhythmus
Deswegen suchte Tann eine Woche vor dem World-Cup-Auftakt im belgischen Houffalize seinen eigenen Rhythmus: "Schließlich will ich dort richtig fit sein." Tann ließ sich auf dem 4,8 Kilometer langen Rundkurs auf der Schwäbischen Alb mit seinen 135 Höhenmetern auf Platz 14 zurückfallen und pendelte sich bei konstanten Rundenzeiten von 13:30 Minuten ein – nur wenige Sekunden langsamer als der spätere Sieger Ralph Näf aus der Schweiz. In der zweiten Rennhälfte beschleunigte er dann sein Tempo wieder, reduzierte die Rundenzeiten auf 13:15 Minuten und konnte sich so bis auf Rang elf vorarbeiten. Ein kleiner Sturz im vorletzten Umlauf, als ihm nach einer schnellen Abfahrt sein Vorderrad wegrutschte, kostete ihn zwar ein bißchen Zeit, aber keine Plätze: zu weit war das Feld zu diesem Zeitpunkt schon auseinander gezogen. Dennoch musste der Soldat, der bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Todtnau stationiert ist, sich in der letzten Runde gegen den von hinten heranstürmenden Schweizer Lukas Flückiger zur Wehr setzen.

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Sieger in der U23-Wertung und viertbester Deutscher
Am Ende behielt aber Tann die Nase vorne und wurde nach ziemlich genau zwei Stunden Fahrzeit Elfter der Elite-Klasse – und immerhin viertbester Deutscher. In der U23-Klasse bedeutete das sogar den Sieg – mit deutlichem Vorsprung vor seinen Alterskollegen: 3:17 Minuten trennten Tann vom Zweitplatzierten, dem Belgier Bjorn Brems. Zweitbester Deutscher in dieser Kategorie wurde Tanns Nationalmannschaftskollege Andi Weinhold aus Marienberg – allerdings schon mit 6:08 Minuten Rückstand auf den Suhler. "Jetzt gilt es, mich schnell zu erholen, um nächsten Sonntag beim World-Cup-Auftakt in Belgien fit zu sein", sagte Tann nach dem Rennen. "Aber da ich in Münsingen noch nicht an meine Grenzen gegangen bin, sollte das schon klappen", zeigte er sich zuversichtlich. Schließlich läge ihm die Strecke in Houffalize mit ihren langen, harten Anstiegen mehr als der schnelle Kurs auf der Schwäbischen Alb, so der Gesamtsieger der U23-Bundesliga vom Vorjahr, der sich nun zum Ziel gesetzt hat, auch im World Cup den Anschluss an die internationale Spitze zu finden. Mit voreiligen Prognosen will er sich aber nicht selbst unter Druck setzen: "Wir werden sehen, was machbar ist", sagte er augenzwinkernd, ehe er sich unter die Dusche verabschiedete, um sich den Staub von Münsingen abzuwaschen.


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