
Irina Kalentieva

Wolfram Kurschat

Wolfram Kurschat
Kalentieva mit hauchdünnem Vorsprung zum Sieg
Team Topeak-ERGON am 07.05.2007 - 15:30 Uhr
Erneut ist es zu einem Herzschlagfinale für das grün-schwarze Topeak-Ergon-Team gekommen. Diesmal war es das Damenrennen, was an Spannung kaum zu überbieten war.
Kalentieva von Anfang an vorne
Erst im Schlusssprint beim Bundesliga-Event in Heubach setzte sich Irina Kalentieva mit einem hauchdünnen Vorsprung gegen die Chinesin Ren Chengyuan durch und feierte den zweiten Sieg auf ihrer Hausstrecke. "Ich hätte nicht gedacht, hier zu gewinnen, weil die Konkurrenz so extrem stark war. Die Regeneration hat mir sehr gut getan und ich hatte ziemlich frische Beine", bilanzierte die Russin. Gleich zu Beginn setzte sich die 29-Jährige gemeinsam mit Gunn-Rita Dahle-Flesja von den Verfolgerinnen ab. In der fünften Runde erhöhte die Vize-Weltmeisterin noch mal das Tempo und zog sogar an Dahle-Flesja vorbei. "Als ich ihr Gesicht gesehen habe, wusste ich, dass ich Gunn-Rita heute schlagen kann. Deshalb habe ich mehr Gas gegeben", so die Lokalmatadorin.
Attacke kurz vor der Ziellinie
Bis dahin sah alles nach einem sicheren Sieg für die sechsmalige Russische Landesmeisterin aus. Aber in der letzten Runde schloss die Chengyuan nicht nur auf Kalentieva auf, sondern fuhr auch noch vorbei. "Sie hat so viel Druck gemacht, dass ich sie habe ziehen lassen und versucht im Downhill wieder ranzukommen. Am Schluss fehlte ihr wohl die Kraft, meine Attacke kurz vor der Ziellinie mitzugehen", bringt es Kalentieva auf den Punkt, die in Heubach immer besonders motiviert ist.
Kurschat greift nach der Krone
Seine bestechende Form stellte Wolfram Kurschat auch in Heubach wieder eindrucksvoll unter Beweis. Umringt von Weltklassefahrern fuhr der 31-Jährige als bester Deutscher wieder aufs Treppchen und musste sich nur Roel Paulissen und dem Schweizer Christoph Sauser geschlagen geben. "Im Schlagabtausch mit den Top-Fahrern, sich vorne einzureihen, ist schon ein super Erfolg", so Kurschat, der sogar Florian Vogel, Weltcup-Sieger Jose Hermida und den Triumphator von Münsingen, Ralph Näf, hinter sich ließ. Wie stark Kurschat wirklich ist, verdeutlicht ein Blick auf die Fahrzeiten. Noch nicht einmal ein Minute betrug der Rückstand auf den Belgier Paulissen, auf Sauser waren es sogar nur knapp drei Sekunden, der ihm auf der Zielgeraden den zweiten Platz noch streitig machte. Zeit hat Kurschat hautsächlich in den Downhill-Passagen verloren. "Die Zeit, die ich dort verloren habe, habe ich aber in den Aufstiegen wieder wettgemacht. Berghoch war ich einfach bärenstark", so der ehemalige Deutsche Meister. In der Bundesliga-Gesamtwertung hat Kurschat nach drei von sechs Konkurrenzen die Führung übernommen. "Wenn man nach der Hälfte der Rennen oben steht, greift man natürlich nach der Krone", gibt sich der Topeak-Ergon-Racer kämpferisch.
Motivationstief und fehlender Rhythmus
Ein nicht ganz so erfolgreiches Rennen bestritt Heike Hundertmark. Physisch und psychisch erwischte die 25-Jährige nicht den besten Tag. Neben schweren Beinen kam zwischenzeitlich noch ein Motivationstief dazu. "Ich hatte Probleme nach den Abfahrten, den Rhythmus für den heftigen Anstieg zu finden", sagte Hundertmark, die Position 26. belegte.
Stollenreifen wie Waffen
Die richtige Reifenwahl entscheidet nicht selten über Sieg oder Niederlage. Beim Training am Samstag testeten die Teamfahrer einen speziell für sie gefertigten Protoypen von Conti. Wie auf Formel-1-Niveau wurden insgesamt sieben unterschiedliche Mischungen für jegliche Bodenbeschaffenheiten ausgetüftelt. "Das waren richtige Waffen – unglaublich guter Rollwiderstand", berichtete Kurschat.
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