
Rene Tann

Rene Tann

Rene Tann

Podium U23
Mit Schmerzen zum Sieg
A. Küstenbrück/bike2b am 21.05.2007 - 09:50 Uhr
Noch hat René Tann die Folgen seines Trainingssturzes beim dritten Lauf zur Mountainbike-Bundesliga in Heubach vor zwei Wochen noch nicht ganz verdaut: Trotzdem nahm der Suhler Sportsoldat den vierten Lauf in Albstand unter die Stollenreifen, biss sich trotz deutlich vernehmbarer Nackenschmerzen durch, belegte in der Elite-Wertung den hervorragenden zwölften Platz und holte sich erneut souverän den Sieg in der U23-Klasse.
Rasante Abfahrten waren nicht möglich
Die Vorzeichen standen wahrlich nicht besonders gut für den vierten Lauf zur Bundesliga für den 21-Jährigen. Das Schleudertrauma, das er sich bei einem kapitalen Trainingssturz vor zwei Wochen am Vortag des Bundesliga-Laufs in Heubach zugezogen hatte, machte sich immer noch mit Nackenschmerzen bemerkbar. "Ich konnte den Kopf nicht heben und nur unter Schmerzen zur Seite drehen", berichtete Tann nach dem Rennen. "Deswegen konnte ich kaum vorausschauend fahren, ich habe nur die Wurzeln und Steine unmittelbar vor mir gesehen." Rasante Abfahrten waren da nicht möglich. Entsprechend verlor der derzeit erfolgreichste deutsche Nachwuchsmountainbiker in den anspruchsvollen Downhills der Albstädter Rennstrecke, auf der in den vergangenen beiden Jahren jeweils die Deutsche Elite-Meisterschaft ausgetragen worden war, immer wieder Zeit und Plätze, die er in den steilen Anstiegen mit umso mehr Kraftaufwand wieder gutmachen musste.
Start in gewohnter Manier
"Dabei hatte ich die vergangenen beiden Wochen nicht optimal trainieren können", wunderte sich Tann selbst über seine gute Form, die er wie schon so oft gleich in der Startphase unter Beweis stellte. In gewohnter Manier setzte er sich unter dem lautstarken Beifall der nach Veranstalterangaben 15.000 bis 20.000 Zuschauer an die Spitze des international besetzten Feldes, ungeachtet des Weltranglisten-Zweiten Roel Paulissen (Belgien) und des späteren Siegers, des amtierenden Weltmeisters und Olympiasiegers von Athen Julien Absalon (Frankreich), der zum ersten Mal ein deutsches Bundesliga-Rennen bestritt. Den kompletten ersten Anstieg führte der junge Deutsche das Feld an, ehe er ein wenig herausnahm und sich an der vierten Stelle einsortierte. Doch das hätte er vielleicht nicht tun sollen. Ein plötzlicher technischer Defekt eines vor ihm fahrenden Konkurrenten führte dazu, dass Tann, in der Abfahrt ohnehin schon gehandicapt, noch mehr unnötige Zeit verlor. Tann ließ sich jedoch nicht entmutigen, suchte vielmehr seinen eigenen Rhythmus zu finden und fand ihn auch. Nur um wenige Sekunden differierten die Rundenzeiten auf dem 4,8 km langen Kurs auf der Schwäbischen Alb, selbst ein schnell behobener Kettenklemmer zur Rennhälfte konnte daran nichts ändern.
Temperatur und Trainingsdefizit machen sich bemerkbar
Dennoch nahm Tann kurz darauf das Tempo erneut ein wenig weiter zurück, um dann in der letzten Runde noch einmal richtig anzugreifen. Plötzlich machten sich jedoch die von ihm ungeliebte hohe Temperatur und das Trainingsdefizit der vergangenen Tage bemerkbar. Anstatt zu attackieren, musste er sogar den Kontakt zur Gruppe, mit der er bis dato unterwegs war, abreißen lassen: "Im letzten Anstieg habe ich gemerkt, dass ich das hohe Tempo nicht mehr mitgehen konnte." Lange Zeit auf Platz neun gelegen, musste er den ehemaligen Deutschen Meister Lado Fumic, den Österreichischen Staatsmeister Martin Kraler und den Sieger der Cape Epic 2007 Karl Platt ziehen lassen und sich schließlich mit dem zwölften Rang begnügen. "Unter den Umständen ist das ganz okay", zeigte er sich nach dem Rennen durchaus zufrieden. Schließlich war der Start an sich noch vor einer Woche mehr als fraglich.
Fünfter in der Gesamtwertung
In der Gesamtwertung der Mountainbike-Bundesliga wird René Tann, der derzeit mit Abstand beste deutsche U23-Fahrer, nun auf Rang fünf in der Elite-Klasse geführt - als drittbester Deutscher hinter dem Gesamtführenden Wolfram Kurschat und Karl Platt (Platz 3).
Tann will sich in Offenburg überraschen lassen
Am kommenden Wochenende steht der einzige deutsche Weltcup im badischen Offenburg auf dem Programm. "Das ist sicher einer der Höhepunkte des Jahres neben den Meisterschaften. Da will ich natürlich fit sein", zeigte sich Tann zuversichtlich. "Ich konnte mein Training im Laufe der Woche immerhin etwas steigern. Wenn das nicht möglich gewesen wäre, hätte ich sicher noch pausiert, um mich für Offenburg zu schonen." Obwohl René Tann, der für das niederländische Team DeBrink-TenTusscher startet, sich beim World-Cup-Auftakt Mitte April im belgischen Houffalize von Startposition 231 bis auf Rang 47 vorgekämpft und sich so eine gute Ausgangsposition für Offenburg gesichert hatte, will er keine Prognose für das kommende Wochenende abgeben: "Ich lasse mich überraschen, von der Strecke, von den Zuschauern und vom Wetter."
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