Joey Kellys ratlose Miene
Es waren noch keine drei Stunden gefahren, da versteinerte sich die Miene von Joey Kelly. Er stand in der Wechselzone und wartete auf seine Partnerin Sunny Seecamp. Ein Betreuer reichte ihm ein Funkgerät aber die Miene des leidenschaftliche Ausdauersportlers wirkte ratlos. Sunny Seecamp eine erfahrene Marathonläuferin, stand und lag am Berg, geplagt von Krämpfen. Mit Dehnübungen versuchte sie die Spannungen loszuwerden. Mit großer Mühe, schleppte sie sich schließlich zur Wechselzone und schickte Joey Kelly auf die Reise. Das Duo war von Rang zwei auf vier zurück gefallen. Mit Salzwasser behalf sich Sunny Seecamp - und fuhr fortan konstant respektable Rundenzeiten. Das, und Kellys uhrwerkähnliche Leistung brachte die Beiden nach zehn Stunden in Führung. In den letzten vier Stunden, bekam Sunny Seecamp erneut Probleme. "Nimm bei der nächsten Runde dein Handy mit, dann können wir dir zu Hilfe kommen", rief der Musikstar seiner Partnerin zu, als er vom Wechsel weg fuhr. Letztlich ging das Unternehmen gut und die vier Runden Vorsprung waren schon deshalb genügend Polster, weil auch die Gegner längst an ihrem Limit angelangt waren. "Mountainbike ist ganz anders als Straße. Du hast nie Ruhe, nie Windschatten", fand Joey Kelly hinterher. Und die Nachtfahrt, die für den 34-Jährigen kein Neuland ist, sei eine Herausforderung. Schlafen war nicht drin, dafür waren die Pausen zu kurz. "Ich versuche nicht an die Schmerzen und die Kälte zu denken. Und dann teile ich mir die Aufgabe in kleine Stücke ein. Ich fahre zwei Runden, dann noch eine, dann noch eine und dann habe ich vier. So belügst du dich selbst, damit du dich motivieren kannst", beschreibt der geprüfte Ausdauersportler seine Strategie. Zu den Anforderungen, die ein 24-Stunden-Rennen ohnehin stellt, kamen noch ein Reifendefekt und zwei Kettendefekte. So musste Kelly sogar das Bike auswechseln. All den Schmerzen zum Trotz, kann er sich vorstellen ein 24-Rennen solo zu bestreiten. "Wenn ich wieder besser drauf bin, ja", meinte er. Es könnte durchaus in Duisburg sein, denn der Popstar fand die Kulisse im Landschaftspark Nord mit der Beleuchtung in der Dunkelheit "total super". Stephan Salscheider und seinem Team attestierte er "auf jeden Fall eine gelungene Veranstaltung". So ohne Allüren, wie sich Joey Kelly unter die knapp 1.500 Mountainbiker mischte, dürfte sich Jeder freuen, wenn er 2008 im Landschaftspark wieder auftauchen würde.
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Exotische Spezialmischung aus der Schweiz
Ein 24-Stunden-Rennen treibt immer seine Blüten und das Fahrerlage ist eine wahre Fundgrube an mehr oder weniger sinnigen oder auch mal skurrilen Ideen. Der Solofahrer Ale Ambühl hat sich allerdings sehr seriöse Gedanken um seine Ernährung gemacht und verriet noch vor dem Start sein eigenes Spezialrezept, mit dem er sich während der 24 Stunden ernährt: 60 g Maltodextrin, 2 g Salz, ein Kaffeelöffel Mischung aus Oliven- Sonnenblumenöl und Maiskeimöl, nach Gusto: Ahornsaft, Minzensirup oder Kokospulver als Geschmack und 1/3 Wasser. Diese ungewöhnliche, ja exotische Mischung ersetzt ihm praktisch komplett die feste Nahrung. Ambühl, der viel Erfahrung mit extremen Ausdauerbelastungen besitzt, hat sich diese Mixtur nach ernährungsphysiologischen Erkenntnissen zusammen gestellt. Um Kohlenhydrate (Maltodextrin) gut aufnehmen zu können, benötigt es einen Anteil Fett. Die gewählten Fettsorten enthalten die besseren gesünderen langkettigen Fettsäuren. Saft oder Sirup machen das ganze einfach bekömmlicher. 24 "Tübchen" mit etwa 100 ml Inhalt hat sich der Schweizer zusammengestellt. Jede Stunde nimmt er eine davon. Eventuell ein bisschen Toastbrot oder Mayonnaise dazwischen, "damit du wieder Lust hast, das einzunehmen, was du brauchst", eine Art Selbstüberlistung sozusagen. Der Luzerner hat den legendären Gigathlon in der Schweiz (Schwimmen, Rennrad, Laufen, Biken und Inlineskaten) über sieben Tage bereits als Einzelstarter bestritten und weiß, wovon er redet. Den Duisburger "Anlass", wie die Schweizer zu Veranstaltungen sagen, fand er prima. "Es geht um eine schöne Erfahrung", meinte er und ließ seinen Blick über den Landschaftspark schweifen. Die hat er nach 24 Stunden sicher mit nach Luzern genommen. Sein ursprünglicher Plan, ohne Pause durchzufahren, blieb jedoch ein Plan. Zu schnell angefangen und dann einen Einbruch erlebt. Er musste eine Pause machen und verlor dabei jegliche Ambitionen auf ein befriedigendes Ergebnis. "Man weiß es aber macht es doch nicht", schüttelte er über sich selbst den Kopf. Wenn derselbige nicht so funktioniert, wie gewünscht, dann hilft auch das beste Rezept nichts mehr.
DIN-Team flitzt für Kinder
Das DIN-Team Dinslaken gewann nicht nur die Wertung der Achter-Teams sondern sammelte nebenbei auch noch Geld für das Friedensdorf Oberhausen. Unter dem Titel "Flitz for Kids" druckten sie Flyer und bauten eine Internet-Seite (www.flitzforkids.de). Die Idee dazu war im vergangenen Jahr entstanden, als das DIN-Team bei den Focus 24 von Duisburg auch "24 Stunden im Kreis" gefahren ist. "Da bekommt der Spaß hier noch einen Sinn", erklärt Andreas Blohm die Aktion. Am Veranstaltungsende hatte das DIN-Team noch keine Zahlen parat, doch bis Freitag waren bereits mehr als 1.000 Euro in die Kasse gekommen. Die Idee, Unterstützer für die Zahl der gefahrenen Runden des Teams zahlen zu lassen, war gut ausgedacht. Das Achter-Team war doppelt motiviert und holte sich den Sieg. Das Friedensdorf Oberhausen hilft kranken und verletzten Kindern, denen in ihrer Heimat nicht geholfen werden kann und betreibt Hilfsprojekte in Kriegs- und Krisengebieten, die vor Ort die medizinische Versorgung verbessert.
Klickpedale und Stollenschuhe
Das Vierer-Team von Dortmund-Hemer hatte es nach dem Zieleinlauf um 13 Uhr eilig. Das Quartett hatte um 15 Uhr schon den nächsten Termin. Die Kreisligafußballer tauschten schnell die Klickpedale mit den Stollenschuhen. Wie sich die Dauertreterei auf die läuferische Leistung der kickenden Biker ausgewirkt hat, ist nicht bekannt.