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Doping

600 Athleten ohne Arzt

2b-Sportredaktion am 25.05.2007 - 12:24 Uhr

Die Uniklinik Freiburg hat nach den Geständnissen im Dopingskandal um das Team Telekom 600 Athleten vor die Tür gesetzt. Darunter befinden sich auch Mountainbiker.

Vorbehaltlose Unterstützung bei der Aufklärung
Zudem hat die Universität die beiden Ärzte Andreas Schmid und Lother Heinrich, die zugegeben haben, Athleten des Teams gedopt zu haben, fristlos entlasssen. "Wir nehmen die Geständnisse der beiden Mitarbeiter unserer Abteilung sehr ernst und werden die geplante juristische sowie politische Aufklärung der Zusammenhänge vorbehaltlos unterstützen und respektieren", sagen die Mitarbeiter der zuständigen sportmedizinischen Abteilung. Allerdings stört es viele Sportärzte, dass dies bei solchen Anschuldigungen immer auf den ganzen Berufsstand zurückfällt. Wie die Süddeutsche in ihrer Online-Ausgabe berichtet "ruhen alle Aktivitäten der Klinik im Leistungssport bis zur Aufklärung".

Freiburger Klinikum häufiger in der Schusslinie
In den vergangenen 20 Jahren ist das Freiburger Klinikum laut dem SZ-Bericht häufiger mit dubiosen Aussagen einzelner Mediziner in den Fokus der Dopingfahnder geraten. Offiziell distanzieren sich die Mitarbeiter aber gegen eine Leistungsmanipulation: "Wir lehnen jede unerlaubte Leistungsmanipulation im Wettkampfsport ab. Wir stehen zu den positiven Grundwerten, die Sport unserer Gesellschaft vermittelt."

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Stellungnahme der Mitarbeiter der Abteilung für Rehabilitative und Präventive Sportmedizin der Medizinischen Uniklinik Freiburg
Freiburg, 25. Mai 2007
An unsere Patienten, die von uns betreuten Sportler und die mit uns zusammenarbeitenden Einrichtungen

Die aktuelle Situation veranlasst uns zu folgenden Klarstellungen:

Unsere Position zum Doping
Die Mitarbeiter der Abteilung für Rehabilitative und Präventive Sportmedizin der Medizinischen Uniklinik Freiburg distanzieren sich von einer aktiven oder passiven Beteiligung an Doping im Sport in jeder Form. Wir lehnen jede unerlaubte Leistungsmanipulation im Wettkampfsport ab. Wir stehen zu den positiven Grundwerten, die Sport unserer Gesellschaft vermittelt. Wir setzen uns daher in unserer Lehre, Forschung und täglichen medizinischen Tätigkeit aktiv und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Doping ein. Diese Position unserer Abteilung ist selbstverständlich, unverrückbar und wird auch jeder Prüfung durch Dritte standhalten.

Unsere Anliegen
Wir nehmen die Geständnisse der beiden Mitarbeiter unserer Abteilung sehr ernst und werden die geplante juristische sowie politische Aufklärung der Zusammenhänge vorbehaltlos unterstützen und respektieren. Neben dieser notwendigen und dringenden Klärung der aktuellen Problematik im Leistungssport sind wir besorgt und im allgemeinen Interesse bemüht, zusätzlichen Schaden von den wichtigen Anliegen und Tätigkeitsfeldern unserer Abteilung abzuwenden.

Unsere vielfältigen Tätigkeitsbereiche
Die Betreuung von Spitzenathleten macht nur den kleineren Teil unserer sportmedizinischen Arbeit aus. Neben Gesundheitsprüfungen bei Kadersportlern finden sich in unserer Ambulanz jährlich weit über 4.000 Patienten ein. Hierzu gehören Freizeitsportler mit belastungsabhängigen Beschwerden oder Fragen zum Trainingsaufbau, aber auch schwer kranke Herz- oder Lungenpatienten, die innerhalb des Klinikums zu speziellen Funktionsuntersuchungen überwiesen werden. Unsere Abteilung hat große und anerkannte präventionsmedizinische Projekte zur Behandlung adipöser Kinder und Jugendlicher (FITOC) oder Erwachsener (M.O.B.I.L.I.S.) aufgebaut, betreut Präventions- und Herzsportgruppen und führt eine arbeitsmedizinische Ambulanz. Auch weiterhin sehen wir in der ärztlichen Betreuung von Leistungssportlern ein wichtiges und hochrelevantes Tätigkeitsfeld. Für diese Tätigkeit muss aber gewährleistet sein, dass sich neben unseren Mitarbeitern auch die betreuten Sportler und Verbände uneingeschränkt den gültigen Antidoping-Richtlinien und dem Arzneimittelgesetz mit allen Konsequenzen unterwerfen.

Forschung und Lehre
Alle genannten Tätigkeitsbereiche werden regelmäßig und öffentlich wissenschaftlich dokumentiert. Es besteht ein reger und fruchtbarer wissenschaftlicher Austausch auf der Ebene von Fachgesellschaften und mit kooperierenden Einrichtungen. Unsere Publikationszahlen mit den Schwerpunkten Präventionsmedizin und Leistungsphysiologie müssen den internationalen Vergleich nicht scheuen. Einige unserer öffentlich zugänglichen Arbeiten sind zudem für die Dopingprävention hochrelevant. Sämtliche wissenschaftlichen Arbeiten werden mit Beginn der Planungsphase einer unabhängigen ethischen Bewertung unterworfen. Außerhalb dieser ethischen Vorgaben finden in unserer Abteilung keine wissenschaftlichen Untersuchungen oder Behandlungen statt. Das Lehrangebot unserer Abteilung ist breit gefächert und begleitet die Studiengänge für Sportwissenschaft wie für Humanmedizin. Auch in der Lehre bedeuten die positiven Grundwerte des Sports das zentrale Leitbild für uns.

Die weitere Zukunft
Uns ist verantwortungsvoll bewusst, dass eine tolerierende Grundhaltung zu Doping oder gar aktiv betriebenes Doping im deutlichen Widerspruch zu unseren Zielen und unserer Glaubwürdigkeit stehen und deshalb für uns nicht akzeptabel sind.

Gezeichnet (in alphabetischer Reihenfolge): Manfred Baumstark, Aloys Berg, Dirk Bültermann, Peter Deibert, Hans-Hermann Dickhuth, Helga Dürr, Christel Heinz, Anja Hirschmüller, Georg Huber, Sabine Jotterand, Birgit Kloock, Judith Knöbber, Daniel König, Kirsten König, Ulrike Korsten-Reck, Ulrike Landmann, Klaus Muser, Elisabeth Najderek, Hanne Piotraschke, Torben Pottgießer, Stephan Prettin, Katrin Renner-Kollum, Irmgard Ritzer, Kai Röcker, Ramon Salvat, Yorck Olaf Schumacher, Bärbel Spielberger, Uta Spöri, Stefan Vogt, Christine Walzer, Marianne Wiedemann, Gisela Zöllner, Heidrun Zurmöhle

Quellen:
- sueddeutsche.de
- Stellungnahme der Sportmedizin Freiburg



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