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Beinaheabsturz des Phönix
Till Gottbrath am 14.06.2007 - 21:33 Uhr
Der Phönix fliegt nicht mehr. Na ja, er fliegt schon noch, aber ziemlich tief. Nachdem Holger gestern saugut drauf war und wie eben jener Phönix einen echten Höhenflug hatte, erwischte es letzte Nacht seinen Magen-Darm-Trakt. Erst ertönten unter seiner Bettdecke markerschütternde Geräusche, nicht viel später dröhnte es ganz schrecklich aus der Toilette.
Holger: "Ich habe das im Griff!"
Schon beim Frühstück meinte Holger, dass er wenig optimistisch für heute sei. Und hatte damit leider sehr recht. Es dauerte keine zehn Kilometer, bis ihm das mehr als klar wurde. Aber was für ein Kämpfer dieser Holger ist! Zähne zusammenbeißen und durchdrücken. "Ich fahre auf ankommen. Mach dir keine Sorgen, ich schaffe das schon", sagte er, "ich fahre mein Tempo, ich habe das im Griff." Aber natürlich macht man sich als Teampartner seine Sorgen und leidet mit dem anderen mit. Während er sich schindet, kurbelt man selbst gemütlich wie bei einer Radtour. So hatte ich viel Zeit, mit anderen Leuten zu tratschen und bei kleinen Pausen meinen schmerzenden Po zu tätscheln.
Jeder hat sein Zipperlein
Überhaupt hatten heute einige Leute mehr oder weniger große Probleme mit dem Magen und Darm. Bei den "Craft & Friends"-Teams waren das außer Holger noch Andi, Luca und Kerstin (glaube ich). Überhaupt begann der Tag für uns alle mit zwei betrüblichen Nachrichten: Rob, einer der beiden Holländer, war gestern auf der allerletzten Abfahrt noch gestürzt und hatte sich eine ziemlich tiefe Risswunde geholt, die genäht wurde. Sie ist so tief, dass er eine Drainage gelegt bekam. Eigentlich wollte er mitfahren, aber der Arzt fragte daraufhin nur, ob er jetzt vollends verrückt sei. Und Erik, der Marketing-Mann aus Schweden, musste leider aussteigen, weil sein linker Oberschenkelmuskel so schmerzt. Auch sonst gibt es kaum jemanden, der noch völlig ungeschoren ist. Irgendwo hat jeder sein Zipperlein. Bei mir ist es der Po. Wenn ich am Morgen zum ersten Mal aufs Bike steige, fühlt er sich immer an, als ob ich einen Fakirsattel montiert hätte: mit lauter Nägeln, die mir ins Gesäß stechen. Das Gefühl verschwindet meist eine Viertelstunde nach dem Start um dann langsam und immer schlimmer werdend zurück zu kommen.
Biker-Szene bringt Leben nach Bad Steben
Die Strecke heute war anspruchsvoll: wenig Asphalt, viele Schotterstraßen und einige sehr schöne Trails. Und sie war lang, mit vielen Höhenmetern. Über die Platzierungen weiß ich nichts, weil wir so spät in Bad Steben ankamen. Bad Steben ist ein alter Kurort, wo die Biker-Szene mal ein bisschen Leben reinbringt auch wenn so mancher Kurgast etwas irritiert ob des Trubels ist. Aber die Stimmung ist wieder besser als in Oberhof und Bischofsheim. Ich wurde heute sogar um Autogramme gebeten!
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