
Team im Bus

Rahmenriss

Zielverpflegung

Pasta
Grandioses Comeback von Holger
Till Gottbrath am 13.06.2007 - 20:41 Uhr
Was für ein grandioses Comeback von Holger! Gestern und vorgestern hat er sich noch so gequält. Dann noch der Überschlag und die dicke Schulter... Ich war für heute durchaus skeptisch. Aber nix da! Wie Phönix aus der Bike-Asche hat er sich erhoben und wir haben heute gemeinsam einen richtig guten Tag hingelegt. Beide fuhren wir praktisch gleich schnell und teilten uns diesen Tag optimal ein. Ich habe die Ergebnisliste noch nicht gesehen, aber irgendwer meinte gerade, wir seien unter den Top 30. Das kann gut sein, denn auf den letzten Kilometern sahen wir Teams, die mir bis dato gänzlich unbekannt waren. Leute, die eindeutig vor uns platziert sein müssen.
Pattex an den Reifen
Außerdem sahen wir auch viele Teams, die, wie man so schön sagt, ziemlich abkackten. Der Tag war hart mit vielen Höhenmetern. Und ausgerechnet am Ende gab es noch viele, lange und fiese Anstiege. Teils lose geschottert – ich hasse Schotter! – teils auf sehr steinigen Waldwegen oder nicht minder unebenen Trails. Und wenn es doch mal eben war, dann dafür schwer und weich. Manchmal hatte ich Pattex auf dem Reifen. Dazu noch eine ganz schöne Hitze. So spielten sich dann echte Dramen ab! Manchmal zogen wir an anderen Teams vorbei, als würden diese auf dem Weg parken. Und Holger, der Bär, voll dabei. Ich freue mich riesig für ihn!
Eine Treppe aus dem Nichts
Dafür hat er ein anderes Problem: Im Unterrohr seines Bikes hat das Carbon einen Riss. Das bemerkte er circa 45 Sekunden vor dem Start, radelte dann mit den Worten "da fahre ich heute halt ein bisschen vorsichtiger" über die Startlinie. Ein bisschen vorsichtiger!? Ha, den möchte ich mal sehen, der bei einem Rennen ein bisschen vorsichtiger fährt?! Holger ist die Downhills runtergeballert wie eh und je. Und es gab heute einige, die recht wild waren. Vor allem einer in der Falllinie einer sehr steilen Wiese, die mit Steinen durchsetzt war. Und zwischen drin, an einer etwas engeren und steileren Stelle, erwartete uns dann noch eine Treppe – mit dazugehörigem und fast unsichtbarem Treppengeländer. So ein Treppengeländer taucht ganz schön plötzlich auf, wenn man mit 60 Sachen oder so über eine Holperwiese darauf zu schießt. Der Vorteil von dem Tempo war, dass ich von den sechs oder sieben Treppenstufen allenfalls eine oder zwei berührte. Den Rest ist das Scott mitsamt mir geflogen.
Neuer Rahmen für Holger
Zum Glück hielt Holgers Bike das alles aus. Jetzt ist er gerade dabei, sich einen neuen Rahmen zu besorgen. Hoffentlich klappt das alles. Mein Radl ist bei Scott am Stand. Die Jungs dort bieten allen Scott-Fahrern einen kostenlosen Wasch- und Schmierservice. Das ist absolut super!
Handfeste Dinge statt Sporternährung
Denn unsere Tage sind voll ausgebucht und es bleibt kaum Zeit mal zu relaxen und im ganzen Körper breitet sich so etwas wie ein große Erschöpfung aus: So um halb Sieben stehen wir auf und stopfen dann ein paar Brötchen und Müsli rein. Dazu ein Kaffee, damit der Toilettengang zuverlässig VOR dem Start erfolgt. Dann fahren wir mit dem Fahrtwind-Bus zum Start (denn bislang waren die Ortschaften meistens zu klein, dass es dort für eine große Gruppe wie die Craft & Friends in einem Hotel genug Platz gegeben hätte). Dann holt jeder sein Bike aus dem Parc Fermé, in dem es nachts bewacht wird und bewegt sich langsam Richtung Startblock. Um 9 Uhr geht es dann los. Direkt nach der Ziellinie wartet dann das alkoholfreie Maxlrainer Weißbier auf uns – es schmeckt für ein alkoholfreies Bier übrigens ausgezeichnet – sowie die Zielverpflegung. Sie besteht zum Glück nicht aus Sporternährung sondern handfesten Dingen wie Wurst- und Käsesemmeln oder Kuchen. Dann wird das Bike gewaschen und "verarztet" – was bei mir zum Glück die Scott-Jungs machen – und schließlich geht es ins Hotel zum Duschen und Umziehen.
Tagebuch schreiben und ab zur Nudelparty
Und wenn man dann, wie ich, noch Tagebuch schreiben muss, dann muss man sich richtig beeilen, dass man zur Nudelparty rechtzeitig kommt. Ich sage Euch, dass Tagebuch lastet schwer auf meinen Schultern und ich würde was darum geben, diese Zeit einfach faul auf dem Bett zu lümmeln und vielleicht sogar kurz die Augen zu schließen...
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