Ja, heute ist es schwierig, so zu schreiben, dass die Emotionen rüberkommen. Es ist einfach ein verdammt gutes Gefühl, über die Ziellinie zu rollen!
Buffet von Heuschrecken heimgesucht
Aber fangen wir vorne an: Noch während der Nudelparty gestern Abend ging ein Wahnsinnsgewitter runter. Und es regnete fast die ganze Nacht durch. Als der Morgen dann auch noch recht frisch war, hatte ich schon Bedenken, ob der letzte Tag nochmals ein Beißer-Tag wird... Aber das Wetter hielt. Vor dem Start galt es zunächst noch ein anderes Hindernis zu meistern: Das Frühstücksbuffet im IFA Erholungsheim, ein riesiger Ex-DDR-Betonbunker, der heute ein "richtiges" Hotel ist. Dem Ansturm von über 100 hungrigen Bikern zum Frühstück war das Haus jedoch nicht gewachsen. Die Biker kamen, fielen wie die Heuschrecken über das Buffet her, übrig blieben nur leere Platten und Schüsseln. Aber es ging dann schon. Die Strecke selbst war kurz und technisch extrem einfach – viele geschotterte Waldwege. Ich fand sie sogar mitunter langweilig. Andererseits hatten einige damit genug zu tun. Außerdem ging es bei einigen auch noch um die Platzierung. Das merkte man am Start, als einige loskurbelten wie bei der WM. Schon kurz nach dem Start lag mein Puls bei 140.
Butter vom Brot nehmen lassen
Holger gehörte auch zu denen, die kräftig zu kämpfen hatten – vor allem am letzten Anstieg, dem längsten der gesamten Strecke über 600 Meter hinauf auf den Fichtelberg (1.200 Meter). Für uns ging es noch darum, das Team vom tschechischen Bike-Magazin "Velo" abzufangen. Wir hatten heute Morgen neun Minuten Vorsprung auf die Zwei. Aber ich glaube, sie haben uns die Butter vom Brot genommen. Ist aber auch nicht weiter schlimm, sie sind nette Kerle und sie haben es sich verdient.
Zieleinlauf echt klasse
Die letzte Abfahrt runter nach Oberwiesenthal war nochmals richtig schön. Die Sonne zeigte sich auch, und so war der Zieleinlauf echt klasse! Die Musik, die Zuschauer, der Lärm, der Beifall, die anderen Biker, die einem zujubeln – mir lief es kalt den Rücken runter. Im Ziel gab es dann erst mal Bier MIT Alkohol und Schampus! Es ist einfach so geil, wenn man es gemeinsam mit dem Partner geschafft hat! Und dann erst mal nicht mehr biken muss. Den Körper mal wieder richtig faul sein lassen.
Ausfallquote von einem Drittel
Als ich herumlief und fotografierte, heulte mich ein Mädel richtig an: "Ich bin so stolz und so froh, dass ich es geschafft habe!" Dazu hat sie allen Grund: Von 253 gestarteten Teams kamen nur 168 in die Wertung. Das ist eine Ausfallquote von rund einem Drittel – und ganz schön viel dafür, dass man "nur durch die deutschen Mittelgebirge rollt". Es gibt nicht wenige Leute, die sagen, dass die Trans Germany härter ist als die Transalp. Ich kann es nicht beurteilen. Mir hat es einfach nur Spaß gemacht.
Und deshalb will ich bedanken:
– bei Heini Albrecht (der Mann in Rot auf dem einen Bild) und dem Team von Plan B für die tolle Organisation;
– bei den vielen ebenso gastfreundlichen wie netten Menschen in den Etappenorten;
– bei den anderen Bikern, für den gemeinsamen Spaß und die Kameradschaft;
– bei unseren Leuten vom Team "Craft & Friends": Hey, Ihr seid echt eine tolle Mannschaft (auf dem einen Foto holen wir gemeinsam die Bunnies zum Zieleinlauf ab).
– Und vor allem bei Holger, dass wir ein so tolles Team waren und es einfach saumäßig Spaß gemacht hat.
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Duschen und dann noch das ein oder andere Bier
Außerdem ein Kompliment an alle, die sich durch das Tagebuch gekämpft haben. Im September werden meine Freundin Nicole und ich beim Transrockies-Run starten. Da wird es wohl auch ein Tagebuch geben. Wen das interessiert, soll mir einfach eine E-Mail senden (). So und jetzt gehe ich duschen und dann trinke dann vielleicht noch ein Bier. Oder auch zwei.