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Die letzten Qualen bis zum Ziel

Harald Kaske am 10.07.2007 - 14:34 Uhr

Ich trat an... Ich war selbst überrascht, wie gut ich noch drauf war. Die 20 km bis zum nächsten Depot vergingen wie im Fluge, trotz Steigungen und Gegenwind. Mein Puls kam in Regionen, die er heute noch nicht erlebt hatte. Am Depot trafen wir drei uns dann wieder, um die letzten 18 km gemeinsam zu absolvieren. Die ziehen sich erfahrungsgemäß immer ganz schön hin. Wir mussten auch noch eine Unfallstelle passieren. Eine Radlerin war anscheinend schwer gestürzt, aber der Krankenwagen kam schon. Es ist auch nicht ganz einfach, so lange voll konzentriert zu bleiben, die Müdigkeit überkommt irgendwann jeden. Und auch kleine Unachtsamkeiten können fatale Folgen haben.

Nach 19 Stunden im Ziel
Wir erreichten zum Glück problemlos das Ziel, sturz- und auch fast pannenfrei! Nach 19 Stunden hatten wir es geschafft. Und als wir die Medaillen von einer Schwedin mit schwedischen Glückwünschen um den Hals gehängt bekamen wussten wir, dass sich die Vorbereitungen, das Training, die vielen Stunden auf dem Rad gelohnt hatten. Und das wir es wieder tun werden.

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Warum tue ich mir so was an?
Solche Anstrengungen übersteht man nur, wenn mental alles klar ist. Ich hatte im Vorfeld nur versucht, meine Mitfahrer zu motivieren, nicht zu überreden. Ich glaube, sonst klappt es nicht. Man muss das wollen, tief aus seinem Inneren heraus. Denn unterwegs kommt die Frage sicher bei jedem: Warum tue ich mir so was an? Weil ich weiß, dass ich es schaffen kann! Und ich will es mir beweisen, niemandem sonst.

Wetter stört die verdiente Ruhepause
Im Ziel gab’s dann Freibier, selbstverständlich alkoholfrei, und etwas zu essen. Dann holten wir unsere Sachen ab, die wir vorgeschickt hatten. Alles klappt perfekt hier in Schweden - ein dickes Lob an die Organisatoren an dieser Stelle! Wir luden die Räder wieder auf das Auto, und nach einer zweistündigen Ruhepause fuhren wir dann zum Zeltplatz zurück. Bis jetzt hatte das Wetter gehalten, aber jetzt verstärkte sich der Wind, und der Himmel trübte sich ein. Nach Duschen und Abendessen wollten wir den Tag bei einem extra mitgebrachten Hefeweizen ausklingen lassen, aber das mussten wir im Auto tun – der einsetzende Regen war nicht unerheblich. Und als wir uns zur Ruhe begeben wollten, stellten wir fest, dass manche Zelte anscheinend nur "indoor" zu verwenden sind! Sie waren so undicht, dass an Nachtruhe nicht zu denken war! Also mussten zwei von uns im Auto schlafen. Wenn man müde genug ist, funktioniert auch das. Und diese Bedingung erfüllt man nach 300 km auf dem Rad locker!

Mit vielen Plänen wieder daheim
Am nächsten Morgen regnete es immer noch, und wir packten unsere Sachen mehr oder weniger nass ein. Die Rückfahrt verlief problemlos. Sonntagnacht hatte uns die Heimat wieder, zwar müde und kaputt, aber zufrieden! Und voller Pläne: Lausitzer Seenland-Tour, Tour d’ Allee auf Rügen... und irgendwann heißt es wieder: "SEE YOU IN MOTALA"!


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