Specials Eventspecials 2007 Vaetternrundan

Impressionen

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Probleme, Morgengrauen und eine herrliche Natur

Harald Kaske am 10.07.2007 - 14:35 Uhr

Gegen 21:00 Uhr fuhren wir zum Start, mit den Rädern auf dem Autodach. Schon nach dem Abladen war mir sehr warm, für die Abendtemperatur von 17 Grad war ich viel zu dick angezogen. Aber die Wahl der Ausrüstung sollte sich als richtig erweisen. Es war noch so hell, dass wir die 40 km bis zum ersten Verpflegungsdepot ohne Licht fahren konnten. Nach Brötchen und saurer Gurke ging es mit Licht und geschlossener Winterjacke gegen Mitternacht weiter. Da es in Schweden im Juni nachts nicht richtig dunkel wird, konnten wir immer wieder einen Blick auf den See werfen. Noch lag der Vaetternsee ruhig im fahlen Licht. Im Laufe des Tage sollte sich das aber noch ändern.

Luftverlust trotz neuer Reifen
Die Temperatur fiel. Im Morgengrauen hatte sie ihren Tiefpunkt erreicht, als wir Jönköping erreichten. Hier gab es die erste warme Malzeit – Würstchen mit Kartoffelbrei. Ungefähr 10 km zuvor hatte ich Luftverlust an meinem Vorderrad feststellen müssen. Ich schaffte es aber noch bis zum Depot. Da aber mehrere Fahrer auf den hier angebotenen Reparaturservice warteten, entschloss ich mich, den Schlauch doch selbst zu wechseln. Die Ursache des Luftverlustes konnte ich nicht feststellen - sowohl die Schläuche als auch die Reifen waren neu. Ich hatte die neuen Schwalbe Marathon Supreme gewählt, wegen des guten Abrollverhaltens und der Pannensicherheit. Sie liefen auch perfekt und durch die gewählte Breite sehr komfortabel, selbst auf einem kurzen Pflasterabschnitt bei Hjo. Und es blieb auch der einzige kleine Defekt auf der Strecke.

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Natur im Morgengrauen einfach herrlich
Ich hatte den Kopf wieder frei und konnte die Tour wieder genießen. Die Natur beim Erwachen so direkt wahrzunehmen ist einfach herrlich. Das Zwitschern der Vögel, die frische Morgenluft mit ihrem Duft, und dazu das monotone Rauschen der Reifen auf dem Asphalt, da spürt man tiefe Ruhe und Zufriedenheit; man fühlt dass man lebt! In Hjo angekommen gönnten wir uns erst mal eine längere Pause; hier gab es auch wieder Lasagne als zweite warme Mahlzeit, wie jedes Jahr. Danach noch ein Käffchen und einen Keks. Es war gegen 8:00 Uhr, die Sonne schien und wir entschlossen uns, die langen Jacken und Hosen abzugeben, sie wurden dann zum Ziel transportiert. Irgendwie verliert man beim Fahren jegliches Zeitgefühl, es lagen bereits zehn Stunden hinter uns und es fühlte sich an wie um die Mittagszeit.

260 km gemütliches Tempo
Meine Mitfahrer beklagten erste Beschwerden. Aber nach der Pause ging es weiter. Es dauert nach solchen Ruhephasen immer ein Weilchen bis der Körper begreift, dass doch noch nicht Feierabend ist. Das ist ein Nachteil an zu langen Pausen, Kreislauf und Muskulatur sind runtergefahren beziehungsweise abgekühlt, und der Magen beansprucht das Blut für die Verdauung. Einzig das Hinterteil und der verspannte Nacken und Rücken sind dankbar für die Entlastung. Bis man seinen Rhythmus wiedergefunden hat, dauert es einige Minuten, aber dann läuft es wieder. Aber je weiter es nach Norden ging, umso mehr nahm der Wind zu, immer schräg von vorn. Aber es blieb trocken. Wenigstens etwas Positives! Auf den Geraden zeigten die Rennradfahrer uns immer wieder, wie gut ihre Räder liefen, um dann am nächsten Anstieg von unseren Trekkingbikes eingeholt und überholt zu werden. Das fing an uns richtig Spaß zu machen. Ich war ja die letzten 260 km eher gemütlich unterwegs und hatte mir auch vorgenommen mit meinen Kumpels so weiterzufahren, aber dann überkam es mich doch.


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