
Tourstart

Stefan Sahm

Erster Etappensieg

Sturzwunden

Team Bulls und Vermaak

Durch ein idyllisches Tal

Zweiter Etappensieg

Gesamtführende

Stefan Sahm

Start in Reith

Vor dem Start

Anfahrt zum Pfitscherjoch

Aufstieg

Aufstieg
Rundfahrt-Triple für Team Bulls
Team Bulls am 25.07.2007 - 15:51 Uhr
Auf der nahezu identischen Route der ersten Austragung der Transalp vor zehn Jahren wurde die diesjährige Edition gefahren. Von Mittenwald ging es direkt auf österreichischen Boden, es folgte ein kurzer Abstecher in die Dolomiten, ehe nach acht Tage das Ziel in Riva del Garda erreicht wurde. Schon am ersten Tag konnte sich das Bulls-Duo das Leader-Trikot sichern und gab es bis zum Zieleinlauf am Gardasee auch nicht mehr ab. Nun aber zu den Geschehnissen der einzelnen Tage...
1. Etappe, Mittenwald - Reith im Alpachtal, 84,67 km - 2.128 hm
Bis 15 Minuten vor dem Start sah alles nach einem ruhigen Start in die Rundfahrt aus - doch dieser erste Tag sollte anders verlaufen als geplant... Zwölf Minuten vor dem Start gab Stefans Schalthebel den Geist auf...! In Windeseile wurde das vorbereitete Ersatzrad aus dem Teamcamper geholt und die letzten Einstellungen vorgenommen - wenige Minuten vor dem Startschuss konnte der Mössinger sich mit einem voll einsatzbereiten Black Adder neben Teamkollege Platt in die erste Reihe stellen. Diese Schrecksekunde hielt die Bulls-Profis nicht davon ab recht bald die Initiative zu übernehmen und gemeinsam mit dem Team Rotwild (Andi Strobel/Silvio Wieltschning) dem Rest des Feldes zu enteilen. Im Laufe des ersten Anstieges zum Hochalmsattel legte Rotwild ein extrem hohes Tempo vor, besonders Strobel zog mächtig von vorne, sodass Karl und Stefan zuerst nicht folgen konnten. In der Abfahrt konnten die beiden ihre technische Stärke allerdings voll ausspielen und die Lücke wieder schließen. Das Plumsjoch als zweite Schwierigkeit des Tages überquerten Platt und Sahm als erstes, der erste Etappensieg rückte immer näher. In der folgenden Abfahrt wäre die Transalp für das Team Bulls jedoch beinahe zu Ende gewesen - beim Wechsel von Asphalt auf Schotter in einer schnellen Kurve kam Stefan Sahm zu Fall und blutete heftig an Knie und Ellenbogen. Nach einem kurzen Check und dem Vetrauen das nichts gebrochen war, konnte er aber schnell wieder aufs Rad steigen und das Rennen aufnehmen. Das Ziel in Reith erreichte das Team Bulls trotz dieser "Unannehmlichkeit" als Sieger mit einem Vorsprung von zwei Minuten vor dem Duo Strobel/Wieltschning! "Diesen Sieg hätten wir heute auch einfacher haben können - zuerst die Sache mit dem Ersatzrad, dann hatte Stefan Magenprobleme und ist am Ende noch gestürzt... dazu waren Andi und Silvio heute extrem stark, den beiden kommen die langen steilen Berge sehr entgegen", meinte Platt nach dem Rennen. "Ich bin für diese Rundfahrt schon jetzt bedient und hab alles Pech für die kommenden Tage hinter mir", gab Stefan Sahm zu Protokoll ehe Team-Physio David Selbach ihn ins Krankhaus begleitete, wo das Knie mit zwei Stichen genäht wurde. Trotz allem: Das Team Bulls fuhr wie schon beim Cape Epic und der Trans Germany am ersten Tag ins Führungstrikot!
2. Etappe, Reith im Alpachtal - Mayrhofen, 87,33 km - 3.431 hm
Die erste Nacht nach einem Sturz ist selten die erholsamste, das bekam auch Stefan zu spüren. "So richtig gut geschlafen habe ich nicht, aber den Wunden geht es besser als gedacht, David hat mich bestens versorgt, es wird schon klappen heute", so ein zuversichtlicher Stefan Sahm am Morgen. Diese zweite Etappe stellte von der Anstiegen her die Königsetappe da. Die erste Hälfte des Rennens bestritten Bulls und Rotwild gemeinsam in vorderster Front, alles andere Teams hatten schon früh den Anschluss verloren. Am letzten Anstieg des Tages forcierten Stefan und Karl das Tempo noch einmal, womit sie auch Strobel/Wieltschning abschütteln konnten. Die Passhöhe des Geiseljochs überquerten sie circa eine Minute vor den Verfolgern, in der kommenden Abfahrt konnte die beiden weitere 2,5 Minuten heraus fahren. "Die Abfahrtn die mir sonst so Spaß machen waren heute nicht so angenehm", meinte Stefan im Ziel. "Der Ellenbogen schmerzt von den vielen Schlägen ganz schön, aber ich bin froh, dass das genähte Knie gehalten hat." "Wahnsinn wie gut sich Stefan vom gestrigen Tag erholt hat - er war richtig fit heute, wir können weiter angreifen!", freute sich Karl Platt mit seinem Teamkollegen.
3. Etappe, Mayrhofen - Brixen, 94,40 km - 2.252 hm
Gleich zu beginn der Etappe forcierte Platt mächtig das Tempo - völlig entgegen den Erwartungen der Konkurrenz, die nach zwei Siegen durch das Team Bulls ein wenig Ruhe erwartet hatten. Im 30 km langen Anstieg zum Pfitscherjoch konnten die beiden Rotwild-Fahrer Strobel und Wieltschning Karl und Stefan diesmal aber folgen, und es entwickelte sich ein spannender Kampf um die Spitzenposition, bei dem beide Teams immer wieder attackierten, sich aber gegenseitig nicht abzuhängen vermochten. "Das war heute wie in einem Straßenrennen. Ab dem Pfitscherjoch ging es im Prinzip nur bergab, immer wieder diese kleinen fiesen Gegenanstiege, aber keiner war lang genug eine Entscheidung herbeizuführen," erklärte Stefan Sahm die Situation. Und so kam es zu einem Sprintfinish, das Strobel/Wieltschning hauchdünn für sich entscheiden konnten - das Team Bulls musste sich heute mit Rang zwei begnügen, verlor aber in der Gesamtwertung keine Zeit und wird auch die vierte Etappe im gelben Leader-Trikot bestreiten.
4. Etappe, Brixen - St. Vigil, 67,48 km - 3.012 hm
Im Gegensatz zur gestrigen Etappe war die heutige wieder kürzer, dafür aber mit deutlich mehr Höhenmetern "versehen" - es sollte wieder schwer werden. Zwei lange Anstiege mit jeweils gut 1.200 hm am Stück waren zu bewältigen, der Zweite führte die Fahrer über den legendären Kronplatz, der im letzten Jahr beim Giro d'Italia angefahren werden sollte, was die Straßenprofis wegen wiedriger Wetterbedingungen verweigerten... Im Gegensatz zum Giro wurden heute wieder einige Hitzrekorde gebrochen - 39°C wurden unterwegs gemessen. An der Spitze bot sich ein gewohntes Bild - Bulls und Rotwild bestimmten an der Spitze das Renngeschehen, es schien jedoch, als wollten beide Teams nach den vielen Angriffen in den ersten drei Tagen einmal verschnaufen. Für Platt/Sahm gab es keine unbedingte Notwendigkeit das Tempo zu forcieren, in der Gesamtwertung führten sie mit weit über fünf Minuten. Als Quartett absolvierten die beiden Spitzenteams die beiden schweren Anstiege, besonders der steile Pfad zum Kronplatz hatte es in sich. "Der hat einfach nicht aufgehört, wurde immer steiler, ich hab gedacht, das gibts nicht, wir müssen doch irgendwann mal oben sein", beschrieb Karl seine Gedanken im Rennen. In der folgenden Abfahrt wurden Spitzengeschwindigkeiten von knapp 90 km/h erreicht - mit rasantem Tempo näherte sich das zweite Sprintfinale der Rundfahrt. Nach gut 3.000 Höhenmetern ereignete sich dann das, was in zehn Jahren Transalp noch nie vorgekommen war: Bulls und Rotwild überquerten auf die Zehntelsekunde genau zeitgleich die Ziellinie in St. Vigil - und so wurden beide Teams als Sieger gewertet. "Das ist sensationell, so eine schwere Etappe und dann brauchen vier Fahrer exakt die selbe Zeit - wird sind halt Profis", scherzte Sahm nach dem Rennen.
5. Etappe, St. Vigil - Arabba, 50,91 km - 2.337 hm
Die kürzeste Etappe der diesjährigen Transalp stand heute auf dem Programm, wobei viele Singletrails zu befahren waren. Die erste Hälfte des Rennens waren neben Platt/Sahm und Strobel/Wieltschning auch die drittplatzierten Pscheidel/Schneidawind an der Spitze zu finden, doch im letzten Anstieg zum Pralongia-Pass waren es wieder einmal die "Bullen" die eine Entscheidung herbeiführten, das Tempo mehrfach erhöhten und sich alleine absetzten konnten. In der Abfahrt nach Arabba gingen Karl und Stefan keine Risiko ein und konnten diese fünfte Etappe nach 2:35 h trotzem mit gut drei Minuten Vorsprung gewinnen. "Das war ein echt schöne Etappe - und gut dass sie nicht so lang war, diese 50 km waren echt schwer", war Platts Kommentar nach dem Rennen. "Schade für Rotwild, Andi ist heute gestürzt, so wie es aussieht ist nichts Ernstes passiert, aber ich kann das gut nachfühlen, wie es ihm heute und morgen geht...das hatte ich selber ja erst vor ein paar Tagen."
6. Etappe, Arabba - Predazzo/Val di Fiemme, 76,13 km - 2.702 hm
Langsam machte sich bei allen Teams ein wenig Müdigkeit in den Beinen bemerkbar und dementsprechend ruhig war auch der Rennverlauf. Sechs Teams überquerten gemeinsam den Passo Padon und schlugen ein nicht allzu hohes Tempo Richtung Fedaja See an. Auch in der Abfahrt nach Moena wollte kein Team einen Vorstoß wagen, das Team Bulls mit Karl Platt und Stefan Sahm hielt sich heute ein wenig zurück - mit bisher vier Tagesiegen war die Transalp schon jetzt ein voller Erfolg. Nach dem Karerpass waren immer noch vier Teams an der Spitze beisammen, auch den Anstieg zum Feudo-Pass bewältigten die acht Fahrer gemeinsam. In der folgenden extrem steilen Abfahrt konnten sich dann die technisch besten Teams absetzten - das südafrikanische Team Adidas Mtn und das Team Bulls bildeten nun die Spitze und machten den Tagessieg unter sich aus. Kevins Evans und Brandon Stewart hatten hier hauchdünn die Nase vorne, Platt und Sahm kamen wieder auf den zweiten Rang. "Das ist der Hammer für uns - bisher waren wir immer ganz vorne dabei, immer auf dem Treppchen und nie schlechter als Rang zwei, wir haben nie Zeit auf die Konkurrenz verloren - das ist ein fast perfekte Bilanz!", resümierte Sahm die vergangenen Etappen. "Die letzte Abfahrt war schon krass, sowas Steiles bin ich selten runtergefahren, vor allem nicht so lange. Gut, dass wir vorne 180er Scheiben montiert haben, und selbst die sind vor Hitze blau angelaufen, überall hat es nach heißen Bremsbelägen gerochen", erzählte Karl im Ziel. Auf den zwei verbleibenden Etappen wird das Team Bulls mit Sicherheit noch einmal angreifen und versuchen, einen weiteren Sieg zu erringen!
7. Etappe, Predazzo - Folgaria, 102,55 km - 2.967 hm
Die längste Etappe war heute zu bewältigen, mit großen Schritten nähert sich das Team Bulls dem Gesamtsieg der Transalp und damit dem Rundfahrt-Triple! Zu Beginn hielten Karl und Stefan sich, wie schon in den letzten drei Tagen, ein wenig zurück, das schnelle Terrain und der hohe Asphaltanteil bot sich für Attacken auch nicht unbedingt an. Bei km 75 begann der technisch schwierige Aufstieg zum Kaiserjägerweg, und genau hier zog das Team Bulls das Tempo deutlich in die Höhe und konnte damit auf Anhieb alle Verfolger abschütteln. In den folgenden Singletrails "sind wir voll durchgeknallt" (O-Ton Sahm), schnell wuchs der Vorsprung von Platt und Sahm auf die Konkurrenz. Mit einem Abstand von fast sechs Minuten erreichten sie das Ziel in Folgaria. "Das hat unglaublich Spaß gemacht heute, die letzten 30 km waren der Hammer", grinste Platt nach der Siegerehrung. "Gut dass wir 2,25er Reifen und die langen Gabeln drin haben, das hat uns heute nochmal einen kleinen Vorsprung verschafft, die Trails waren nicht leicht - aber machen so unglaublich Spaß, wenn alles passt und man sie richtig schnell fährt", fügte Sahm hinzu. Vor der finalen Etappe nach Riva del Garda führt das Team Bulls nun mit 14:48 Minuten vor dem Duo Strobel/Wieltschning.
8. Etappe, Folgaria - Riva del Garda, 65,18 km - 2.064 hm
Die abschließende Etappe der Transalp sollte zur klaren Triumphfahrt für das Team Bulls werden. "Wir hatten schon nach 200 m im ersten Anstieg nicht mehr viele Fahrer bei uns, als es dann ein wenig steiler wurde waren wird ruck-zuck nur noch zu zweit, keiner konnte uns heute mehr folgen", erzählte Stefan Sahm. Schon an der ersten Verpflegung hatte das Bulls-Duo eine Lücke von vier Minuten zwischen sich und die restlichen Teams gebracht, doch bis zum Ziel hörten Karl und Stefan nicht auf Dampf zu machen. Wie schon am Ende der gestrigen Etappe waren heute vornehmlich Singeltrails zu fahren, ein würdiger Abschluss für die Transalp. Platt uns Sahm zogen ihr hohes Tempo bis zu Ziellinie in Riva del Garda durch und machten damit den sechsten Etappensieg perfekt. "Heute wollten wir nochmal alles", so Platt im Ziel "...und das sieht man bei dem Vorsprung wohl auch..." fügte er hinzu. Fast 15 Minuten waren die beiden Bulls-Profis heute schneller als die Konkurrenz - die Zeitdifferenz im Gesamklassement wurde dadurch praktisch verdoppelt. Nach acht Etappen, 27:32,30 Stunden, 628,36 km und 20.836 hm heißen die Gesamtsieger der zehnten Transalp Karl Platt/Stefan Sahm - das Team Bulls eben. In diesen acht extrem heißen Tagen wurde vom gesamten Team viel Arbeit geleistet, um diesen Erfolg möglich zu machen - es hat sich gelohnt! Drei Starts bei drei Rundfahrten mit drei Siegen sprechen eine deutliche Sprache über das, was das Team Bulls zu leisten vermag.
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