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Yozo Shimano

Shimano Stand

Interview mit Yozo Shimano

bike2b-Redaktion am 20.06.2007 - 14:37 Uhr

Yozo Shimano ist Präsident der japanischen Shimano-Gruppe. Mit einem Jahresumsatz von rund 1,4 Milliarden US-Dollar ist Shimano der weltweit größte Hersteller von Fahrrad-Komponenten. Im Vorfeld der Eurobike sprach der 58-Jährige über die Bedeutung der Internationalen Fahrradmesse, über Zukunfts-Chancen des Fahrrads und gibt Tipps, wie Fahrrad Händler sich gut am Markt positionieren können. Die Eurobike 2007 radelt steil bergauf und toppt mit mehr als 840 Ausstellern mit einem internationalen Anteil von 68 Prozent alle bisherigen Rekorde. Mehr als 30.000 Fachbesucher aus 76 Ländern, 20.000 Fahrradfans am Publikumstag und mehr als 1.000 Journalisten aus über 30 Ländern werden erwartet.

Frage: Herr Shimano, im vergangenen Jahr haben Sie das Branchengespräch auf der Eurobike besucht. Werden Sie auch in diesem Jahr wieder in Friedrichshafen zu Gast sein?
Yozo Shimano: Ja, auf alle Fälle. Auf der Eurobike kann man die weltweiten Fahrrad-Trends der kommenden Saison aus nächster Nähe in Augenschein nehmen. Ich besuche die Messe, um einerseits meinen Blick für die anstehende Saison zu schärfen und andererseits ein Gefühl für die zukünftigen Entwicklungen auf dem Fahrradmarkt zu bekommen.

Frage: Wie lange werden Sie in Friedrichshafen bleiben und wird ihr Terminkalender einen Abstecher an den Bodensee zulassen?
Yozo Shimano: Zu meinem Bedauern bleibe ich bei Geschäftsterminen meist nur wenige Tage. In dieser Zeit treffe ich unsere ehrenwerten Kunden zu Arbeitsgesprächen. Die wunderschöne Umgebung von Friedrichshafen und dem Bodensee werde ich wohl erst richtig genießen können, nachdem ich im Ruhestand bin.

Frage: Seit der ersten Auflage der Eurobike gehört Ihr Unternehmen zu den festen Größen auf der Messe. Welche Bedeutung hat die Eurobike für die Shimano-Gruppe?
Yozo Shimano: Die Eurobike hat das Fahrrad von Beginn an als ideales Freizeit- und Sportgerät propagiert. Ein gutes Beispiel dafür ist das Mountainbike, das bei der Eurobike positiv in den Markt eingeführt wurde. Von hier ging ein Impuls für ganz Europa aus, der dazu beigetragen hat, neue Kunden zu gewinnen. Meiner Meinung nach ist die Eurobike eine der wichtigsten Plattformen, um viele neue potenzielle Kunden zu erreichen und um für den Spaß am Radfahren zu werben.

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Frage: Vor dem Hintergrund des Klimawandels und einer Verkehrsinfrastruktur, die gerade in Großstädten immer stärker an ihre Grenzen stößt, hat das Fahrrad als alternatives Transportmittel eine goldene Zukunft?
Yozo Shimano: Natürlich. Gerade in den Stadtzentren ist es immer die bessere Alternative eine kurze Strecke mit dem Fahrrad zurück zu legen. Insgesamt sollte jeder schauen, was er tun kann, um das Fahrradfahren populärer zu machen. Diese Entwicklung darf jedoch nicht zu Lasten des Autoverkehrs gehen. Vielmehr bedarf es einer umfassenden und konstruktiven Diskussion wie eine harmonische Koexistenz von Fahrrad und Auto in den Städten in Zukunft aussehen könnte.

Frage: Shimano hat bei den Eurobike Awards 2006 zwei Preise gewonnen. Können solche Auszeichnungen das Marketing unterstützen?
Yozo Shimano: Selbstverständlich. Unsere Designer und Ingenieure werden so für ihre harte Arbeit belohnt. Und viele unserer Kunden nehmen einen solchen Mehrwert dankbar an. Der Eurobike Award stellt Öffentlichkeit für viele Produkte rund ums Fahrrad her und unterstreicht damit auch die Kreativität der Branche.

Frage: Als weltweit größter Hersteller von Fahrrad-Komponenten sind Sie in allen internationalen Märkten vertreten. Welcher Stellenwert kommt dem europäischen und hier insbesondere dem deutschen Fahrradmarkt zu?
Yozo Shimano: Unsere Beziehung zum deutschen Markt reicht sehr weit zurück. Wir haben unsere fruchtbare Zusammenarbeit mit Paul Lange bereits 1967 begonnen und seither viele innovative Produkte in den Markt eingeführt wie zum Beispiel das Positron-Schalt-System. Einige Entwicklungen wurden auch speziell für den deutschen Markt gemacht, wie zum Beispiel die Nexus-Naben-Schaltung und unsere Nabendynamos.

Frage: Wenn Sie der Geschäftsführer eines kleinen Fahrrad-Geschäftes wären, wie würden Sie es schaffen, auf die Erfolgsspur zu kommen?
Yozo Shimano: Als Betreiber eines kleinen Geschäftes würde ich mich auf die Dienstleistungen spezialisieren, mit denen ich konkurrenzfähig bin. Das schafft man am besten dadurch, dass man eine langfristige und auf gegenseitigem Austausch basierende Geschäftsbeziehung zu seinen Kunden aufbaut und stets ein offenes Ohr für deren Wünsche und Bedürfnisse hat.

Frage: Herr Shimano, was ist Ihr liebstes Hobby, wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Yozo Shimano: Wenn ich Freizeit habe, verbringe ich diese am liebsten mit meiner Familie oder ich treibe Sport. Radfahren, Fischen und Golf spielen gehören zu meinen Hobbies. Eine meiner liebsten Beschäftigungen ist es, mit meinem Hund Poppy an einem sonnigen Tag spazieren zu gehen.


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