Specials Eventspecials 2007 WM Fort William

Sabine Spitz

Sabine Spitz

Spitz, Kalentieva und Wang

Podium Damen

Sabine Spitz

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Sabine Spitz

Interview mit Sabine Spitz

bike2b-Redaktion am 12.09.2007 - 11:15 Uhr

Bei der Weltmeisterschaft in Fort William (GBR) gewann Sabine Spitz die Silbermedaille. Mit bike2b sprach die amtierende Europameisterin über das Event in den schottischen Highlands und darüber, wie sie die Saison ausklingen lassen will.

bike2b.de: Sabine, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Silbermedaille. Bist du mit dem Rennen zufrieden?
Sabine Spitz: Ja sehr, obwohl ich das Ziel den Titel zu gewinnen nicht ganz geschafft habe. Die Form hat wirklich gestimmt und einige waren überrascht, dass ich mich auf der Runde so gut in Szene setzten konnte. Aber eben, die Bedingungen, gerade was die Strecke anging, waren nicht optimal für mich. Ich habe alles gegeben und deshalb Silber gewonnen und nicht Gold verloren.

bike2b: Vor der WM hast du davon gesprochen, den zweiten WM-Titel einfahren zu wollen. Woran hat es deiner Meinung nach gelegen, dass es nicht ganz geklappt
hat?
Sabine: Irina war an diesem Tag und auf dieser Runde einfach einen Tick stärker. Sie hat mir in dem extrem langen Downhill die entscheidenden Sekunden abgenommen. Dies hat dann auch dazu geführt, dass ich mit der Chinesin in der vorletzten Runde alleine war in der Verfolgung von Irina. Doch statt gemeinsam die Lücke zu schließen haben wir uns gegenseitig zuerst blockiert bis ich die Initiative ergriffen haben. Aber dann waren schon wieder weitere Sekunden verloren, sodass die Lücke zu groß wurde.

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bike2b: Vor dem Einzelrennen bist du mit der deutschen Mannschaft beim Team-Relay Fünfter geworden. Dabei hatte Andy Eyring Pech mit einem Platten. Wie hast du das Staffelrennen erlebt und wäre dort ohne dieses Pech eine Medaille drin gewesen?
Sabine: Es sind alle ein gutes Rennen gefahren, bis eben auf das Defekt-Pech von Andy. Ohne dies hätten wir bestimmt die erste Teammedaille in der Geschichte für Deutschland geholt. Sehr schade, ich wäre sehr gerne mal mit der Mannschaft auf dem Podium gestanden. Aber dieser Wunsch wird sich wohl für mich nicht mehr erfüllen. Ich denke, ich werde zukünftig nicht mehr bei den Team-Realys starten.

bike2b: Wie beurteilst du die Weltmeisterschaft insgesamt? Haben die Schotten einen guten Job gemacht?
Sabine: Aus Cross-Country-Sicht sehe ich die WM 2007 ein wenig mit gemischten Gefühlen. Es war ja von vorneherein klar, dass das Ganze mehr ein Downhill-Event wird. Trotzdem hatte ich auf etwas mehr Zuschauerinteresse gehofft und gewünscht. Von der neuen Strecke war ich eher enttäuscht, da war die alte Runde meines Erachtens attraktiver. Was die Länge und Zuschauerattraktivität angeht, war sie auch nicht besser, obwohl es kein Problem gewesen wäre, dies besser zu lösen. Ich verstehe da die UCI nicht, dass sie im Sinne des Sports da nicht handelt, obwohl sie dafür verantwortlich ist. Organisatorisch hatten die Schotten alles sehr gut im Griff soweit ich das mitbekommen habe. Was mir auch ein wenig gefehlt hat, war das besondere WM-Feeling. Aber das lag einfach an den örtlichen Gegebenheiten.

bike2b: Mit Marga Fullana und Michi Weiss wurden zwei XC-Biker aufgrund eines zu hohen Hämatokritwertes mit Schutzsperren belegt. Wie beurteilst du das?
Sabine: Von außen ist das schwierig zu beurteilen. Klar kann ein zu hoher Hämatokritwert ein Hinweis sein - muss aber nicht -, dass da was nicht sauber läuft. Es gibt ebenso gute Ursachen und Gründe, die zu einem natürlich bedingten zu hohen Wert führen. Wie es sich bei den beiden verhält weiß ich nicht.

bike2b: Gibt es in der Mountainbike-Szene eine ähnliche Dopingproblematik wie dem Straßenbereich oder glaubst du, dass der Mountainbike-Sport davon nicht betroffen ist?
Sabine: Im MTB-Sport gibt es die Problematik ganz sicher nicht, davon bin ich 100% überzeugt. Sicher gibt es im MTB-Sport auch Doping - leider -, aber bestimmt nicht in diesem Ausmaß und mit dieser Systematik. Es gibt schwarze Schafe aber keine Doping-Kultur wie auf der Straße offensichtlich der Fall. Ich weiß, dass man auf dem Bike sauber erfolgreich sein kann, dass ist das Wichtigste.

bike2b: Was muss deiner Meinung nach der Radsport allgemein tun, um wieder glaubwürdig zu werden?
Sabine: Ja, ganz einfach: Die Athleten müssen sauber bleiben. Dann gibt es keine positiven Fälle mehr und der Sport gewinnt an Glaubwürdigkeit. Aber das Problem betrifft weniger den Radsport im allgemeinem als mehr den Männer-Straßen-Bereich. Ärgerlich ist, dass alle Radsportler für deren Betrügereien bezahlen müssen.

bike2b: Für dich verlief die Saison mit dem EM-Titel und zwei WM-Silbermedaillen sehr gut. Wenn du nach den Saisonhöhepunkten zurück blickst, lief alles so, wie du es dir vorgestellt hast?
Sabine: Es lief eigentlich viel besser. Ich habe es geschafft, mir eine gute und konstante Form zu erarbeiten und war bei meinem gesetzten Saisonhöhepunkten immer 100% fit. Was will man mehr? Und mit drei internationalen Medaillen habe ich sicher nicht gerechnet. Es war/ist eine tolle Saison für mich. Einzig im Weltcup hat bisher ein wenig das Glück gefehlt, wobei ich da speziell an das Rennen in Offenburg denke. Aber trotzdem war ich auch dort immer unter den besten Fünf.

bike2b: Mit deinen Ergebnissen sollte dir die Olympia-Teilnahme sicher sein. Wird von nun an, alles auf das große Ziel Olympia in Peking abgestimmt?
Sabine: Eigentlich war diese Jahr schon im Zeichen von Olympia. Sicher wird das auch in den nächsten Monaten der Fixpunkt am Horizont sein. Am 22. September werde ich das Testrennen in Peking bestreiten. Das wird sicher eine wegweisende Erfahrung werden. Aber nächstes Jahr gibt es nicht nur Olympia. Ich werde mir auch noch ein paar andere Ziele setzten. Ich denke da zum Beispiel an die EM in St. Wendel, wo ich als Titelverteidigerin an den Start gehen werde.

bike2b: Am kommenden Wochenende steht noch das Weltcup-Finale in Maribor auf dem Programm. Mit welchem Ziel reist du nach Slowenien und welche Rennen bestreitest du noch in dieser Saison?
Sabine: Es wäre schön, wenn ich die gute Form bis Samstag noch konservieren kann und noch mit einem guten Ergebnis die Weltcup-Saison abschließen kann. Vielleicht liegt mir die Strecke in Maribor ein wenig besser als die Runde in Fort William. Dann geht es nach Peking. Das letzte Rennen der Saison wird die Marathon-EM in St. Wendel sein. Das wird ein schöner Saisonabschluss. Eigentlich wollte ich dort nochmals mit guter Form antreten, um bei der Medaillenvergabe mitreden zu können. Nach der Entscheidung das Olympia-Testrennen zu fahren, wird sich dies aber wohl nur schwerlich umsetzten lassen. Also man sieht der Olympia-Schatten reicht doch schon sehr weit.


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