Specials Eventspecials 2008 Weltcup

Sundstedt und Dietsch

Podium damen

Marathon-Weltup beginnt mit einem Sieg

Pia Sundstedt am 17.03.2008 - 20:40 Uhr

Jahre des Trainings und viele Rennen und trotzdem ist es vor wichtigen Rennen immer gleich: Ich bin nervös. Dieses Mal war es nicht anders. Der Morgen des Rennens kam und ich musste mich zum Frühstücken zwingen, geschmeckt hat es nicht, aber ein wenig "tanken" für die anstehenden Anstrengungen war schon notwendig.

Meine Beine waren für das Rennen bereit
Als ich dann endlich aufs Rad steigen konnte, fühlte ich mich schon viel besser. Ich merkte, dass meine Beine für das Rennen bereit waren. Nach dem Start fuhren wir erst einmal 5 km richtig langsam, dann begann die erste Steigung zum höchsten Punkt der Strecke. Ich war ziemlich überrascht, dass ich schon nach 10 km alleine mit Annabella Stropparo (Italien) an der Spitze des Rennens war. Als wir zum steilsten Punkt der Strecke kamen, ließ ich sie ein wenig wegfahren, ihr Tempo war mir für diesen frühen Rennzeitpunkt etwas zu hoch. Ich wusste aber, dass die letzten 40 km der insgesamt 78 km, die wir zu fahren hatten, mir sehr entgegen kamen, mit vielen kurzen Anstiegen und Abfahrten. Ich war mir ziemlich sicher, sie spätestens dort wieder einzuholen.

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Probleme mit der Kette weggeölt
Am höchsten Punkt der Strecke hatte ich 30 Sekunden Rückstand, kein Grund zur Besorgnis. In der nun folgenden langen Abfahrt hatte ich einige Probleme mit meiner Kette und der Kassette, die immer wieder blockierte, was mich zwischenzeitlich dazu zwang, in der Abfahrt gleichzeitig zu treten und zu bremsen. Das war nicht so leicht. Ich hoffte, es irgendwie in die nächste Tech-Zone zu schaffen und das Problem dort beheben zu können. Ich schaffte es, ölte alles schnell gut ein und schon lief die Mechanik wieder, Annabella hatte ich dann auch schnell eingeholt. Nun kam der Teil der Strecke, auf den ich gewartet hatte und das Rennen konnte beginnen. Ich attackierte mehrere Male, aber Annabella kam immer wieder irgendwie zurück in meinen Windschatten. Die letzten 10 km waren flach und windig, dort wussten wir beide, dass es auf einen Sprint hinauslaufen würde und schonten unsere Kräfte ein wenig, Annabella machte fast keine Führungsarbeit mehr. Als ehemalige Straßenfahrerin hatte ich einen kleinen Vorteil, denn ich hatte ja ein wenig Sprinterfahrung.

Kraft für den Sprint gespart
Man muss sowohl die Streckenführung als auch die Windrichtung beachten, dieses kann man zu seinem Vorteil nutzen. Ich hatte mir das Finale vorher genau angesehen und da sprinten mit dem MTB etwas anders ist als mit dem Straßenrad (es beschleunigt irgendwie langsamer), entschied ich mich für einen langen Sprint aus dem Windschatten mit einem Antritt in einem günstigen Moment. Ich war die letzten Kilometer nicht voll gefahren und hatte noch einiges an Kraft für den Sprint gespart. Als circa 400 m vor dem Ziel Annabella auf die falsche Seite zurückschaute, trat ich an und fuhr auf der anderen Seite vorbei, sah nie zurück und konnte die Ziellinie als Erste überqueren.

Nächstes Ziel: Südafrika erobern!
Es war ein sehr glücklicher Moment für mich, da ein so erkämpfter Sieg über eine starke Gegnerin wie Annabella Stropparo viel schöner ist, als mit großem Vorsprung über die Ziellinie zu fahren. Nun hat die Saison also begonnen und es macht Spaß, wieder Rennen zu fahren. Nächste Woche geht es schon weiter nach Kapstadt zum Cape Epic, einem Etappenrennen, das ich mit meiner Teamkollegin Alison Sydor bestreiten werde. Wir werden Südafrika erobern!


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