In der offiziellen Ergebnisliste steht Markus Bauer auf Platz 106, eine Runde hinter dem Sieger Julien Absalon aus Frankreich. Für einen Leistungssportler, der in den vergangenen Jahren der Junioren-Klasse regelmäßig in den Top Ten auftauchte, eher eine niederschmetternde Zahl. Aber es weht nun mal ein rauer Wind in der Elite-Klasse.
Start von Platz 216
240 Fahrer aus aller Welt standen bei strahlendem Frühlingswetter im badischen Offenburg am vergangenen Sonntag am Start, der Sendelbacher Gymnasiast Markus Bauer vom Team Haibike Wombach auf Platz 216. Weit, weit hinten im Feld, da, wo die jungen Nachwuchssportler eingereiht werden, die noch keine Weltranglisten- oder gar die noch viel schwieriger zu erreichenden Weltcup-Punkte haben. Gerade im olympischen Cross Country ist ein guter Startplatz jedoch von großem Vorteil: Wer es nicht schafft, binnen weniger Minuten nach vorne zu kommen, steht spätestens an der ersten Engstelle - so wie es Bauer vor Wochenfrist beim Weltcup-Auftakt im belgischen Houffalize passierte und zwangsläufig auch in Offenburg. "Zweimal bin ich in der ersten von zwei verkürzten Startrunden gestanden", berichtete er nach dem Rennen.
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Bauer weicht Rangeleien im Startfeld aus
Doch in der zweiten Startloop fand er mit sicherem Auge die richtigen Lücken, hatte das Glück, den unvermeidbaren Rempeleien und kleineren Stürzen in der Startphase ausweichen zu können und schob sich schnell nach vorne. Bauer fand sein eigenes Tempo, freundete sich mit der technisch anspruchsvollen Strecke mit den spektakulären Abfahrten an - der Kurs in Offenburg-Rammersweier zählt unbestritten zu den härtesten Mountainbike-Kursen der Welt - und kämpfte sich Platz um Platz nach vorne. "Zur Rennmitte war ich nur 20 Sekunden hinter Thomas Litscher", beschrieb Bauer nach dem Rennen nicht ohne Stolz seine Messlatte. Thomas Litscher ist Schweizer, wie Bauer im ersten Elite- und U23-Jahr und war im vergangenen Jahr in Großbritannien Junioren-Weltmeister geworden (Bauer beendete das Rennen in Fort William damals als 15.). "Aber ich wollte nicht schneller fahren. Denn ich habe bald gemerkt, dass es dann auch schnell aus sein kann", sagte der junge Sportler, der erst kürzlich Dritter bei der Wahl zum MSP-Sportler des Jahres geworden war. Deswegen hielt Bauer sein Tempo bei und stellte sich auf sieben Runden auf dem 5,1 Kilometer langen Kurs ein, der von knapp 20.000 Zuschauern lautstark gesäumt wurde.
Bauer wird aus dem Rennen genommen
Doch nach sechs Runden war Schluss für den Franken im deutschen Nationaltrikot: Um nicht überrundet zu werden und damit die Spitzenfahrer zu behindern, wurde er eine Runde vor Schluss von den Rennkommissären aus dem Rennen genommen und auf Platz 106 klassiert. "Wenn ich das geahnt hätte, wäre ich schneller gefahren", räumt Bauer seinen Fehler ein, ist aber trotzdem mit seinem Abschneiden zurecht zufrieden: Schließlich beendete er das Rennen nicht nur als deutlich bester deutscher U23-Fahrer, sondern auch als drittbester Fahrer des jüngsten Jahrgangs. "Ich weiß jetzt, dass ich noch Potenzial habe", freute sich der Wombacher über sein unterm Strich sehr gutes Ergebnis - und blickt schon in die Zukunft: "Jetzt bin ich natürlich noch mehr motiviert für die Europameisterschaft im eigenen Land." Der Startschuss für die U23-Klasse fällt am 17. Mai im 18:00 Uhr auf der Traditionsstrecke im saarländischen St. Wendel. Dort wird man dann sehen, ob Bauer wieder in die Top 20 der besten europäischen Fahrer fahren kann. "Die Strecke in St. Wendel dürfte mir liegen", freut sich der Gymnasiast ("Auch in der Schule läuft es derzeit gut") schon auf die Wettkämpfe. Zuvor stehen aber noch ein Straßenrennen in Offenbach (Rheinland-Pfalz, 1. Mai) und der Bayernliga-Lauf in Haselbach (Sonntag, 4. Mai) auf dem Programm des Nachwuchssportlers.