Trotz steigender Spritpreise ließen wir den Kompressor an und machten uns nach Münsingen auf. Rubbel-die-Katz waren wir nach 6,5 Stunden, einem Stau, einer Umleitung und einem schmierigen Italiener im schönen Hotel Herrmann in der Stadtmitte von Münsingen angelangt. Nach einem Begrüßungsbier fiel ich wie ein Stein ins Bett. Am nächsten Tag lachte die Sonne und ich machte mich auf, die Strecke zu begutachten. Es war fast so wie vor zwölf Jahren, als ich das erste Mal am Start stand. Allerdings machte sich bei dem vielen Regen die Streckenbefestigungen, welche über die Jahre erfolgten, bemerkbar, denn es war erstaunlich viel befahrbar. Natürlich gab es damals noch nicht den Bike-Park, aber die schöne Abfahrt im Wald war schon damals mit Starrgabel total dufte.
Shopping pur
Nach meiner Streckenbesichtigung ging es direkt zum Shoppen nach Metzingen. Selbst ich als gestandener Großstädter war dann etwas reizüberflutet. Es sind einfach zu viele Marken dort ansässig, welche für immer noch eine Menge Geld schöne Klamotten unters Volk bringen möchten. Natürlich ließen wir die Kreditkarten glühen und waren nach sechs Stunden Marathonshoppen etwas platt und froh, als wir wieder im Hotel waren. Etwas mürrisch schaute ich dann auf den erneut einsetzenden Regen. Dadurch wird die Strecke nicht besser. Sah heute doch schon aus wie eine Wildsau.
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Uralaner MTB-Marathon
Direkt vor dem Hotel ging es um 9:30 Uhr zum Marathon über 40 km. Die Sonne schien und die Temperaturen schienen angenehm zu werden, obwohl man in kurzer Hose noch frierend am Start stand. Als sich dann die 400 Leute auf die Hatz machten, war die Kälte nicht mehr das Thema, sondern die Luft. Es ging los wie im Straßenrennen, denn das Tempo war enorm. Den ersten längeren Hügel konnte ich noch in der Spitzengruppe bewältigen, beim zweiten sah ich dann aus wie meine Kreditkarte, leer und blaß. So musste ich mindestens 15 Leute ziehen lassen, was moralisch nicht gerade von Vorteil ist. Zum Ende hin, also einige Anstiege weiter, wurde es dann etwas besser. Ich konnte mit einer Gruppe mitfahren und wir sammelten noch einige Abgesprengte wieder ein. Es reichte dann noch zu Platz zehn, was fünf Plätze hinter meinen Erwartungen war. Etwas ärgerlich stand ich dann schon unter der Dusche. Glückwunsch an Benni Schmieg, der in guter Teamtaktik den Marathon gewann.
Nicht den Mut verlieren
Nun war am Sonntag der Start bei der MTB-Bundesliga geplant. Wenn ich so in Form bin, wie am gestrigen Tag, dann werde ich bestimmt nicht alt im Rennen. Musste ich auch nicht, denn alt bin ich ja schon. Ich schob mich also aus der vorvorletzten Startreihe schon am ersten Wiesenanstieg gut nach vorne. Im ersten Waldstück erwischte ich aber die perfekte Überholspur und ließ mindestens 20 Leute stehen, sodass in an Position 40 aus der ersten Runde kam. Jetzt nur nicht überziehen und schön gleichmäßig fahren war nun die Ansage. In einer guten Gruppe machten wir uns auf die Verfolgung auf der bestens abgetrockneten Strecke. Die zahlreichen Zuschauer feuerten uns begeistert an und wir holten jede Runde ein paar Fahrer ein.
Es wurde hart
In den letzten drei von sieben Runden kam der Diesel, also ich, dann richtig zum Laufen. Ich konnte mich von den Begleitern lösen und fuhr mein Rennen. Jetzt zählte jeder Platz, denn nur die ersten 30 bekommen Punkte und können sich somit als A-Fahrer behaupten beziehungsweise eine bevorzugte Stellung beim nächsten Start sichern. Ich holte erneut ein paar Jungs ein, insbesondere am steilen Wiesenanstieg reichte die Kraft aus, um diesen fahrend zu bewältigen. Den Belgier vor mir versetzte ich am letzten Anstieg noch den Gnadenstoß, sodass ich als 27. das Ziel erreichte. Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, denn das war mehr, als ich selbst am Morgen von mir erwartet hätte.
Standortbestimmung im Kellerwald
Nächste Woche geht es in den Kellerwald zum Marathon. Dort steht natürlich die lange Runde an, wo wir mal sehen werden, wo wir wirklich stehen. Habe diesmal ein Foto beigepackt, weil meine sportliche Leiterin dies gerne haben wollte... und wer kann Caro schon wiederstehen. Alles weitere unter www.trenga.de.