Gunn-Rita Dahle Flesjå ist zurück auf dem Mountainbike-Thron. Die Norwegerin gewann sensationell den dritten Weltcup-Lauf der Saison in Madrid. Bei den Herren setzte sich zum dritten Mal Julien Absalon durch.
Sprintsieg dank Selbstbewusstsein und Erfahrung
Am Ende waren Gunn-Rita Dahle Flesjå und Marie Helene Premont die einzigen beiden Damen, die aus der Spitzengruppe übrig geblieben waren. So kam es zu einem Sprintfinale. Dort setzte sich nach 39 Kilometern die Olympiasiegerin aus Stavanger durch und rollte nach 1:48,14 Stunden zu ihrem 26. Weltcup-Erfolg. "Ich war in den ersten Runden komplett am Limit, konnte mich aber in der Spitzengruppe halten. Am Schluss waren nur noch Premont und ich da, da dachte ich: Jetzt kann ich gewinnen. Dieses Selbstbewusstsein kombiniert mit meiner Erfahrung und der Leidenschaft waren der Grundstein für meinen Sieg hier", sagte die überglückliche Dahle Flesjå im Ziel. Dritte mit einem Rückstand von 1:13 Minuten wurde Lokalmatdorin Marga Fullana.
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Kalentieva krank - Spitz auf dem Weg nach vorne
Am Start fehlte mit Irina Kalentieva ein prominentetes Gesicht im Damenfeld. Die Weltmeisterin litt schon seit einigen Wochen an Heuschnupfen. Als dann auch noch nach ihrem Sieg in Offenburg eine Erkältung hinzu kam, war ein Start in der spanischen Hauptstadt nicht mehr möglich. "Ich habe ein Antibiotikum verschrieben bekommen und brauchte erstmal eine Pause", erklärte die Russin. Bei Sabine Spitz kehrt nach ihrem Infekt die Fitness langsam zurück. Die Europameisterin konnte das hohe Anfangstempo nicht mitgehen, fand danach aber ihren Rhythmus und arbeitete sich in den fünf Runden noch von Rang zwölf auf vier. Das Spitzentrio konnte sie aber nicht mehr erreichen, sodass sie mit 24 Sekunden Rückstand auf Fullana am Ende auf Rang vier ins Ziel rollte. "Ich hatte am Anfang Schwierigkeiten, in den Steilstücken das Tempo zu halten und verlor so viel Boden. Da fehlt mir vielleicht noch ein wenig. Schade, denn später konnte ich gut Tempo machen und den Abstand nach vorne teilweise sogar wieder verkürzen", sagte Sabine Spitz im Ziel. "Ich bin zufrieden, es war auf jeden Fall richtig, hier zu fahren, denn das Olympiarennen in Peking wird ganz ähnlich von der Belastung her sein. Auf diesem Ergebnis kann ich aufbauen."
Premont nun Erste
In der Weltcup-Gesamtwertung löste Marie-Helene Prémont (560 Punkte) die Chinesin Ren Chengyuan (480), die in Madrid nicht über Rang 18 hinaus kam, als Führende ab. Als Drittplatzierte folgt Marga Fullana (460) vor Irina Kalentieva (450), Gunn-Rita Dahle (380) und Sabine Spitz (375).
Duell bis in die letzte Runde
Bei den Herren entwickelte sich das Rennen in Madrid zum Zweikampf zwischen Julien Absalon und José Hermida. Ihnen konnte in Madrid keiner folgen und alleine zogen sie vorne weg. Erst in der letzten Runde konnte der Weltmeister Absalon eine Lücke zwischen sich und Hermida öffnen und diesen um zwölf Sekunden distanzieren. "Absalon hat kurz vor dem Ziel angegriffen genau in dem Moment, als ich in einer engen Kurve etwas wegrutschte. Die Lücke konnte ich dann so kurz vor dem Ziel nicht mehr schließen. Ich wollte wirklich gewinnen hier vor meinem Heimpublikum, aber ich bin auch mit dem zweiten Platz sehr zufrieden", sagte Hermida im Ziel, das er 2:12,42 Stunden erreichte. Dritter wurde Absalons Landsmann Jean-Christophe Peraud (+52 Sekunden).
Fumic mit Olympianorm - Start aber fraglich
Manuel Fumic erreichte als bester deutscher Fahrer Platz elf und erfüllte somit die Olympianorm. Er und sein Bruder Lado Fumic, der in Spanien 56. wurde, liegen allerdings mit dem BDR in Rechtstreitigkeiten wegen der nicht wie gewünscht abgegebenen "Whereabout-Formulare", darum ist ein Start in Peking zum jetzigen Zeitpunkt noch fraglich. Für den Deutschen Meister Wolfram Kurschat blieb der Wunsch von der Erfüllung der Olympianorm unerfüllt. Er überquerte erst als 34. die Ziellinie und verpasste somit erneut einen Platz unter den – erforderlichen – besten 15. Dennoch war Kurschat, der nach Startschwierigkeiten bis auf Rang 86 nach der ersten Runde zurückfiel, über seine gebrachte Leistung froh: "Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Auch wenn es noch nicht die Normerfüllung für Olympia war, bin ich erstmal froh, dass ich wieder fit bin und das Rennen auch zu Ende fahren konnte. Madrid ist sehr speziell und am Anfang bin ich erstmal einen Kilometer in einer Staubwolke gefahren."
750 Punkte nach drei Rennen für Absalon
In der Weltcup-Gesamtwertung führt nach den ersten drei Rennen Julien Absalon (FRA) mit der Idealpunktzahl 750 vor Christoph Sauser (SUI/445) und Jean-Christophe Peraud (430). Manuel Fumic folgt als bester Deutscher mit 144 Punkten auf Rang 29.
Quellen:
BDR
Multivan Merida Team
Team Topeak-Ergon
Sabine Spitz