Mountainbike-Weltcup: Australien keine Reise wert?
bike2b-Redaktion am 29.08.2008 - 12:19 Uhr
Nur eine Woche nach den Olympischen Spielen heißt es für die Cross-Country-Mountainbiker wieder "Business as usual". Im australischen Canberra steht der nächste Weltcup an. Dabei lassen sich viele Stars der Szene nicht blicken und bleiben Australien einfach fern.
Nur noch Pendrel kann Premont stoppen
Bei den beiden Weltcup-Veranstaltungen vor den Olympischen Spielen in Kanada ist in der Gesamtwertung bereits eine Vorentscheidung gefallen. Marie-Helene Premont und Julien Absalon sind kaum noch vom ersten Rang zu verdrängen. Bei den Damen hat nur noch die Landsfrau von Premont Catherine Pendrel die Chance, der Kanadierin den Weltcup-Triumph streitig zu machen. 447 Punkte bei zwei ausstehenden Rennen muss Pendrel aufholen. Mit einem Sieg könnte die Olympiavierte auf 197 Punkte verkürzen, denn Premont ist nicht in die australische Hauptstadt gereist.
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Sauser zum Siegen verdammt
Bei den Herren besitzt nur noch Christoph Sauser eine theoretische Möglichkeit, dem alten und neuen Olympiasieger die Weltcup-Krone zu entreißen. Sauser hat aber schon einen Rückstand von 485 Punkten und müsste demnach mindestens beide Rennen gewinnen und darauf hoffen, dass Absalon beim Weltcup-Finale in Schladming in zwei Wochen höchstens 54. wird.
Keine Olympiarevanche möglich
Im mit 22 Athletinnen überschaubaren Teilnehmerfeld wird es nicht zu einer Neuauflage des olympischen Rennens kommen. Olympiasiegerin Sabine Spitz ist bereits zurück in Deutschland, allerdings stehen mit Maja Wloszczowska und Irina Kalentieva zumindest die beiden anderen Medaillengewinnerinnen am Mount Stromlo am Start. Laut vorläufiger Startliste gehen nur fünf Europäerinnen auf den fast acht Kilometer langen Kurs. Außer Pendrel und der US-Amerikanerin Mary Mcconneloug stammen die anderen Athletinnen alle aus Australien oder Neuseeland.
Dahle Flesjå reist ab
Eigentlich wollte Gunn-Rita Dahle Flesjå in Australien, wo in einem Jahr die Mountainbike-Weltmeisterschaften ausgetragen werden, starten. Nach mehreren Stürzen im Training auf der olympischen Rennstrecke hatte sich die Norwegerin stärker verletzt als zunächst vermutet. Die starken Prellungen an der Hüfte, den Rippen und im Gesicht verursachen bei der Marathon-Weltmeisterin noch zu starke Schmerzen, als dass ein Start in Canberra Sinn machen würde. "Ich konnte in den letzten Nächten vor Schmerzen kaum noch schlafen und ich muss mich vor einem weiteren Rennstart zuerst vollständig von den Verletzungen erholen", meinte Dahle zu ihrer Lage.
Auch Teilnehmerfeld der Herren überschaubar
Auf der vorläufigen Startliste der Herren sind "immerhin" 45 Fahrer gemeldet. Neben Absalon verzichtete auch Silbermedaillengewinner Jean-Christophe Peraud auf eine Reise nach Australien. Die Schweizer sind in ganzer Stärke auf der nächsten WM-Strecke vertreten: Sauser, Nino Schurter sowie Florian Vogel sind am Mount Stromlo und auch Ralph Näf, der in Peking nur zuschauen durfte, greift wieder ins Renngeschehen ein. So könnte es zu einer Schweizer Meisterschaft an der Spitze des Feldes kommen.
Milatz und Tofaute dabei
Roel Paulissen, José Hermida und vor allem der Neuseeländer Kashi Leuchs wittern die Chance auf einen Weltcup-Sieg. "Ich bin sicher, es werden eine Menge Kiwi-Fans für dieses Rennen herüber kommen. Auf jeden Fall ist das Gefühl in Australien sehr ähnlich zu dem in Neuseeland, sodass ich mir vorstelle, dass es ein großes Rennen wird", hofft Leuchs auf ein echtes "Heimrennen". Die deutschen Farben vertreten Moritz Milatz und Kim Tofaute. Tofaute ist wie einige wenige extra für den Weltcup nach Australien gereist. Wenn er durchkommt hat sich zumindest für ihn die Reise nach Australien gelohnt, denn dann sammelt er Punkte für Weltrangliste und Weltcup.
Downhiller und Four Crosser auch in Canberra
Bei der Generalprobe für die WM 2009 handelt es sich natürlich um ein Triple-Event. Neben den Cross-Country-Bikern sind auch die Downhiller und die Four Crosser in Canberra zu Gast. Die Rennen finden am Samstag und am Sonntag statt.